Som­mer Ahoi

Die Schoensten Wohntraeume - - INHALT - TEXT: KIRSTEN SONN­TAG FO­TOS: ANDRE­AS VON EIN­SIE­DEL

Bei Ann Graf­ton strahlt die Woh­nung das gan­ze Jahr über som­mer­li­ches Flair aus: Ein blau-wei­ßes Farb­sche­ma und ma­ri­ti­me Ac­ces­soires er­we­cken den Ein­druck, das Meer sei ganz nah.

Blau-Weiß gilt als farb­li­ches Dream­team schlecht­hin. Aber kei­ne Sor­ge: Auch wenn Blau-Weiß ein ech­ter ma­ri­ti­mer Klas­si­ker ist, muss das Meer nicht um die Ecke sein.

DURCH DIE FAR­BEN BLAU UND WEISS WIRKT DAS ZU­HAU­SE VON ANN LUF­TIG-LEICHT

Auch wenn man in Ann Graf­tons Wo­che­n­end- und Fe­ri­en­do­mi­zil in Corn­wall das Meer rie­chen kann, zeigt sie uns ganz an­schau­lich, wie man ei­nen stil­ech­ten Strand­haus-Look kre­iert, der auch vie­le Ki­lo­me­ter von der See ent­fernt zwang­lo­se Ur­laubs­stim­mung auf­kom­men lässt. Da­bei setzt die er­folg­rei­che bri­ti­sche Tex­til­de­si­gne­rin na­tür­lich in ers­ter Li­nie auf schö­ne Stof­fe, aber auch auf un­kom­pli­zier­te Mö­bel und läs­si­ge Ac­ces­soires, die das ma­ri­ti­me The­ma kom­plet­tie­ren. An den Wo­che­n­en­den und in den Fe­ri­en der stres­si­gen Groß­stadt zu ent­flie­hen und in ei­ner zwang­lo­sen Um­ge­bung die See­le bau­meln zu las­sen – das war schon lan­ge der Traum von Ann Graf­ton und ih­rem Mann Roy. „Ich stell­te mir ein ame­ri­ka­ni­sches Strand­haus vor, läs­sig, ent­spannt, un­kom­pli­ziert. Ein Haus mit ge­schlämm­ten Die­len­bret­tern, die sich un­ter den nack­ten Fuß­soh­len an­ge­nehm warm an­füh­len, fri­sche Lei­nen­vor­hän­ge an den Fens­tern, kurz: ein Ort, an dem sich al­le, auch un­se­re bei­den Kin­der, wohl­füh­len,“sagt Ann Graf­ton. „Aber auch ei­ne ge­wis­se Viel­sei­tig­keit soll­te das Haus be­sit­zen. Ne­ben ei­nem be­hag­li­chen Fa­mi­li­en­do­mi­zil muss es auch ei­nen ge­eig­ne­ten Rah­men für grö­ße­re Ein­la­dun­gen bie­ten.“An der Küs­te Corn­walls ein Haus im ty­pi­schen Nan­tu­cket-Stil zu fin­den, er­wies sich je­doch als un­mög­lich. Al­so be­schloss Ann kur­zer­hand, ein

DER ZAR­TE VANILLETON DER WÄN­DE HAR­MO­NIERT PER­FEKT MIT DER LEICH­TEN EIN­RICH­TUNG

ge­sichts­lo­ses Sech­zi­ger­jah­re-Haus in das Do­mi­zil ih­rer Träu­me zu ver­wan­deln. Da­bei folg­te sie ih­rem Man­tra: Licht, Luft und Leich­tig­keit. Die mas­si­ven Holz­tü­ren er­setz­te sie durch Tü­ren mit Glas­fül­lun­gen. Die Die­len­bö­den wur­den ab­ge­beizt und hell ge­schlämmt, über­la­den wir­ken­de Stuck­leis­ten ließ sie ent­fer­nen. Sie wähl­te ei­ne Farb­pa­let­te aus Na­tur­tö­nen: Die sanf­ten Va­nil­le­schat­tie­run­gen der Dü­nen, das gräu­li­che Bei­ge des Strand­ha­fers und das kal­ki­ge Weiß der Klip­pen schaf­fen ei­nen ru­hi­gen Hin­ter­grund. Und da­zu misch­te sie Blau in al­len Va­ri­an­ten: luf­ti­ges Him­mel­blau, sat­tes Meer­blau und vio­let­tes La­ven­del­blau. Eng­li­sche Blu­men­mus­ter sucht man in Anns Haus oh­ne Er­folg, hier ge­ben Ka­ros und Strei­fen den Ton an. Un­kom­pli­ziert­heit ist Trumpf. Das wird auch im Wohn­zim­mer mit Blick auf den ter­ras­sen­för­mig ab­ge­stuf­ten Gar­ten deut­lich. Der clea­ne, ge­rad­li­ni­ge Ka­min ist kei­nes­wegs aus teu­rem Mar­mor, son­dern schlicht und ein­fach aus MDF. „Ich bin sehr spar­sam“, sagt Ann von sich selbst, „und über­le­ge mir je­de Aus­ga­be sehr ge­nau. Ich freue mich, wenn ich an ei­ner Stel­le Geld spa­ren kann, um dann et­was Schö­nes, Blei­ben­des an­zu­schaf­fen.“Die Mö­blie­rung des Wohn­zim­mers ist zwang­los und be­hag­lich: Zwei klei­ne So­fas und meh­re­re Ses­sel las­sen sich ganz nach Be­darf grup­pie­ren. „So ist man fle­xi­bler als mit wuch­ti­gen So­fas und kann die Run­de ganz nach Wunsch ver­klei­nern oder er­wei­tern“, er­klärt Ann. Auch die Leuch­ten kön­nen ver­stellt wer­den und schaf­fen so die je­weils ge­wünsch­te At­mo­sphä­re.

Selbst im Um­gang mit ih­ren Hand­wer­kern ist sie un­kom­pli­ziert: Dem Schrei­ner zeich­ne­te Ann die Auf­tei­lung des Ein­bau­re­gals im Wohn­zim­mer ein­fach mit ei­nem Filz­stift an die Wand – und das Er­geb­nis ent­sprach dann auch ex­akt ih­ren Vor­stel­lun­gen. Da Tex­ti­li­en nicht nur ihr Be­ruf, son­dern auch ih­re pri­va­te Lei­den­schaft sind, stel­len sie für Ann ein wich­ti­ges Gestal­tungs­ele­ment dar. So himmlisch sich die Die­len­bret­ter im Som­mer un­ter den nack­ten Fü­ßen an­füh­len – im Win­ter sor­gen Filz­tep­pi­che in herbst­li­chen Farb­tö­nen für Wär­me und Be­hag­lich­keit. Auch tauscht Ann Graf­ton im Herbst die luf­ti­gen Voi­le-Vorhänge ge­gen ku­sche­li­ges Che­nil­le aus, und die creme­wei­ßen, dun­kel­blau pa­s­pe­lier­ten Stuhl­hus­sen aus Lei­nen wer­den dann von wär­men­de­ren Über­zü­gen ab­ge­löst. An den Wän­den kann man statt ge­die­ge­ner Öl­ge­mäl­de de­ko­ra­ti­ve me­xi­ka­ni­sche Tex­ti­li­en be­wun­dern, und in gro­ßen Bo­den­kör­ben prä­sen­tiert Ann Graf­ton ih­re Samm­lung blau­er Baum­woll­stof­fe, die sie in al­ler Welt zu­sam­men­ge­tra­gen hat. Auch als Raum­tei­ler wer­den Stof­fe ein­ge­setzt. So dient ein gro­ßer Raum als Spiel­zim­mer für die Klei­nen und Fern­seh­zim­mer für die Gro­ßen. Hin­ter ei­nem Vor­hang ver­birgt sich ein wei­te­res Bett als Schlaf­ge­le­gen­heit für Gäs­te. „In die­sem Haus zieht je­der schnell die Schu­he aus. Aber nicht, weil die Bö­den schmut­zig wer­den könn­ten, son­dern weil sich hier ein­fach al­le wohl­füh­len“, freut sich Ann. „Ge­nau so ha­be ich es mir im­mer vor­ge­stellt. Mit die­sem Wo­chen­end­haus am Meer ist ei­ner mei­ner größ­ten Träu­me wahr ge­wor­den.“Was aber nicht hei­ßen soll, dass man un­be­dingt das Meer vor der Haus­tür ha­ben muss, um ei­nen zwang­lo­sen ma­ri­ti­men Som­mer-Look zu schaf­fen.

OBEN UND LINKS In ih­rem Wo­che­n­end- und Fe­ri­en­haus lässt es Ann Graf­ton ganz re­laxt an­ge­hen. Entspannung steht an ers­ter Stel­le. Ger­ne sitzt sie mit ih­rem Mann Roy auf der Ter­ras­se bei ei­ner Tas­se Tee und selbst ge­mach­ten Kek­sen. RECHTS Bil­der mit ma­ri­ti­men Mo­ti­ven, klei­ne Boots­mo­del­le, de­ko­ra­ti­ve Mu­scheln und na­tür­lich das blau-wei­ße Farb­sche­ma las­sen mit we­nig Auf­wand ei­nen läs­si­gen Strand­haus-Look ent­ste­hen. Ide­al ist ein pfle­ge­leich­ter Tep­pich oder Bodenbelag aus Si­sal oder See­gras, da fällt nicht je­des Sand­körn­chen gleich ins Au­ge.

LINKS OBEN Kis­sen und Plaids sor­gen für ei­ne be­hag­li­che, in­di­vi­du­el­le und dich­te At­mo­sphä­re. Wenn Sie sich auf ein schlich­tes Farb­sche­ma be­schrän­ken, wer­den die Stoff­de­ko­ra­tio­nen auch nie über­la­den wir­ken. LINKS Auch klei­ne De­tails in Dun­kel­blau wie die Schlei­fen der Stuhl­hus­sen sor­gen für hüb­sche High­lights. Dun­kel­blaue Ker­zen in schlich­ten Wind­lich­tern er­fül­len den­sel­ben Zweck. RECHTS Fri­sche Ka­ros und Strei­fen in Blau­tö­nen sind die per­fek­te Mus­ter­wahl für ei­ne le­ge­re, som­mer­li­che Raum­ge­stal­tung.

VON LINKS OBEN IM UHRZEIGERSNN Blü­hen­de Wild­kräu­ter wie Wie­sen­ker­bel gibt es in der Na­tur kos­ten­los. Sie ver­lei­hen je­der Gestal­tung som­mer­li­che Fri­sche. Ob Him­mel- oder La­ven­del­blau – Blau­tö­ne ver­tra­gen sich im­mer. Un­ter­schied­li­che Mus­ter har­mo­nie­ren dank des ein­heit­li­chen Farb­sche­mas per­fekt. Das Kin­der­zim­mer ist ei­ne idea­le Spielwiese für ma­ri­ti­me Gestal­tungs­ide­en – vom klei­nen Leucht­turm über hüb­sche Ap­pli­ka­tio­nen und Sti­cke­rei­en bis hin zum Ret­tungs­ring ist hier al­les er­laubt.

LINKS OBEN Ei­ne blau-weiß ka­rier­te Tisch­de­cke und Hus­sen mit blau­en Schleif­chen per­fek­tio­nie­ren den ma­ri­ti­men Look. LINKS UNTEN An dem Ess­tisch in der rus­ti­ka­len Land­haus­kü­che trifft sich die gan­ze Fa­mi­lie.

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