NEUE PLÄT­ZE FÜR KLEI­NE RA­RI­TÄ­TEN VON REI­SEN ODER AUK­TIO­NEN

Die Schoensten Wohntraeume - - PROMOTION - TEXT: TE­RE­SA KNO­CHE FO­TOS: NILS & IBEN AHLBERG

Das ha­be ich von mei­nen Groß­el­tern ge­erbt. Im Fall von Ca­thri­ne Ox­holm be­zieht sich die­se Aus­sa­ge nicht et­wa auf ei­ne gut er­hal­te­ne An­rich­te oder ei­nen al­ten Spie­gel, son­dern auf die Lie­be zum Ein­rich­ten. Die Groß­el­tern von Ca­thri­ne wa­ren Ar­chi­tekt und In­nen­ar­chi­tek­tin. „Das In­ter­es­se für De­sign, Kunst und Ar­chi­tek­tur liegt mir al­so in den Ge­nen. In mei­ner Kind­heit dreh­ten sich die Ge­sprä­che oft um die­se The­men“, er­zählt sie. Die dä­ni­sche De­si­gne­rin und Ex­per­tin für In­nen­ein­rich­tung woll­te die­ser Lei­den­schaft auch in ih­rer ei­ge­nen Fa­mi­lie ei­nen gro­ßen Stel­len­wert ge­ben. Glück­li­cher­wei­se teilt ihr Mann Mar­tin ih­re Be­geis­te­rung und auch ihr Sohn Fre­de­rik hat ei­nen Sinn da­für. „Um ehr­lich zu sein kann ich sei­ne Ide­en für mei­ne Ar­beit oft gut ge­brau­chen“, sagt Ca­the­ri­ne. Auch bei der Ein­rich­tung ih­res Ein­fa­mi­li­en­hau­ses auf der In­sel See­land lässt sich Ca­thri­ne ger­ne in­spi­rie­ren. Im Lau­fe der Jah­re als In­nen­ar­chi­tek­tin hat sich bei ihr je­doch ein Cre­do ma­ni­fes­tiert, das sie

auch im Pri­va­ten be­her­zigt: Man hat, was man hat. Denn es sind die vor­han­de­nen Räu­me, die ei­ne Grund­la­ge bil­den. „Sie be­stim­men letzt­end­lich, wie wir uns in un­se­rem Zu­hau­se füh­len und ob wir uns wohl­füh­len.“Bei man­chen Woh­nun­gen kann das be­deu­ten, dass Kom­pro­mis­se ge­schlos­sen wer­den müs­sen, in den meis­ten Fäl­len be­steht die Her­aus­for­de­rung je­doch da­rin, ei­ne Ba­lan­ce zu fin­den. So war es auch bei dem Haus von Ca­thri­ne. Die­ses Gleich­ge­wicht stellt sich je­doch nicht so­fort ein, son­dern ent­wi­ckelt sich. Denn es be­darf­schon viel Zeit und Übung, die De­tails zu se­hen und neue Ide­en über­zeu­gend um­zu­set­zen. „In Dä­ne­mark gibt es ein be­kann­tes Zei­chen­buch, das den Ti­tel trägt ‘Zeich­nen ist se­hen’. Das könn­te auch mein Wahl­spruch in der Woh­nung sein, denn man muss viel üben, um die Mö­bel und Ac­ces­soires in neu­en Zu­sam­men­hän­gen zu se­hen. Je mehr man über De­sign, Stil und Qua­li­tät weiß, des­to ein­fa­cher fal­len Ent­schei­dun­gen“, er­klärt Ca­thri-

ne ih­re Her­an­ge­hens­wei­se. Trotz des Wis­sens, das sie mitt­ler­wei­le an­ge­häuft hat, gibt es nie ei­nen ge­nau­en Plan für die Zim­mer. Oft sind es Spon­tan­käu­fe, wenn sich Ca­thri­ne in ein Mö­bel­stück ver­guckt und es di­rekt mit­nimmt. Dann kann es so­gar pas­sie­ren, dass der vor­han­de­ne Plan mal eben über den Hau­fen ge­wor­fen wird und die neue Ero­be­rung ins Haus in­te­griert wer­den muss. „Es kam auch schon mal vor, dass ich nachts auf­ge­wacht bin und plötz­lich wuss­te, wie ich jetzt al­les am bes­ten stel­len kann. Dann rü­cke ich mit­ten in der Nacht im Wohn­zim­mer Mö­bel durch die Ge­gend und freue mich, wenn ich ei­ne Ba­lan­ce ge­fun­den ha­be“, er­zählt sie la­chend. Die ver­schie­de­nen Sti­le in ih­rem Zu­hau­se las­sen er­ah­nen, wie oft Ca­thri­ne schon nachts Ide­en in die Tat um­ge­setzt hat. Ein wich­ti­ger Grund­satz liegt Ca­thri­ne je­doch sehr am Her­zen: In­ves­tie­re bei der Ba­sis­ein­rich­tung in Qua­li­tät! Die Mö­bel blei­ben lan­ge be­ste­hen und wer­den sel­ten aus­ge­tauscht. Die Er­klä­rung der

De­si­gne­rin er­scheint lo­gisch: In­dem sie in zeit­lo­se De­si­gner-Ob­jek­te von Ar­ne Ja­cob­sen, Moooi, Bleu Na­tu­re oder Hen­ning Lar­sen in­ves­tiert, kann sie sich bei den de­ko­ra­ti­ven Ac­ces­soires voll und ganz aus­to­ben. Die An­schaf­fung der Mö­bel ist zwar nicht gera­de preis­wert, aber die Stü­cke hal­ten lan­ge und die Freu­de da­ran ist grö­ßer. Ex­tras wie Kis­sen, De­cken und De­ko ar­ran­giert Ca­thri­ne im­mer wie­der neu. Ger­ne lässt sie sich da­bei von den Jah­res­zei­ten und der Um­ge­bung ih­res Zu­hau­ses in­spi­rie­ren: Das schö­ne Licht und die som­mer­li­che Stim­mung in dem klei­nen Fi­scher­dorf las­sen die Räu­me in ei­nem war­men Licht er­schei­nen. Die Haus­her­rin hat au­ßer­dem dar­auf ge­ach­tet, durch Hol­z­ele­men­te und aus­ge­fal­le­ne Farb­tup­fer den Räu­men noch mehr Wär­me zu ver­lei­hen. Auf Rei­sen fin­det sie im­mer wie­der Din­ge, die sie zu­hau­se an schö­ne Er­leb­nis­se und au­ßer­ge­wöhn­li­che Or­te er­in­nern. Ein Platz für un­er­war­te­te Schät­ze ist im Kof­fer al­so im­mer ein­ge­plant. An ei­ni­gen Wän­den im Haus fin­den sich be­son­de­re Ge­gen­stän­de wie ei­ne Kampf­tracht aus Ka­me­run oder an­ti­ke chi­ne­si­sche Schränk­chen. Die­se De­tails wir­ken in der Woh­nung wie exo­ti­sche Tup­fer und un­ter­strei­chen den An­satz, klei­ne Ex­tras mit den vor­han­de­nen Mö­beln zu ar­ran­gie­ren. Auch auf­fal­lend: Fast kei­ne Wand ist leer. Über­all sind klei­ne Kunst­wer­ke von hei­mi­schen oder be­kann­ten Künst­lern wie Jør­gen Nash zu be­trach­ten. Man­che Räu­me, wie die Kü­che, er­hal­ten da­durch ei­ne be­son­de­re Stim­mung. Ein klei­nes Still­le­ben auf der Ar­beits­flä­che macht den Koch­raum zur Mi­ni-Aus­stel­lung. Auch hier wird wie­der die in der Fa­mi­lie vor­han­de­ne Lei­den­schaft für Kunst deut­lich. „Das Ein­rich­ten und De­ko­rie­ren liegt mir ein­fach im Blut“, fasst Ca­thri­ne ih­ren Stil la­chend zu­sam­men.

LIN­KE SEITE: Am Trep­pen­auf­gang wird mun­ter kom­bi­niert: Bil­der der Fa­mi­lie, ein Kon­so­len­tisch, Mas­ken und Skulp­tu­ren kom­men hier zu­sam­men OBEN: Auf dem Stuhl aus Süd­frank­reich lie­gen Kol­lek­ti­ons­mus­ter von Ca­thri­ne; die Lounge wird vom ele­gan­ten Schwarz-Weiß-The­ma ge­prägt. UN­TEN: Hund Bo­bo ent­spannt im Wohn­zim­mer.

DIE­SES BILD: Das Bett von Me­ri­dia­ni prägt im Schlaf­zim­mer das be­ru­hig­te Farb­kon­zept in Grau. RECHTS: Die mi­ni­ma­lis­ti­sche Aus­stat­tung im Ba­de­zim­mer ist vom ita­lie­ni­schen Her­stel­ler Bof­fi; die an­ti­ke, chi­ne­si­sche Kom­mo­de de­ko­riert Ca­thri­ne mit Blu­men, Bü­chern und Sou­ver­nirs.

Im Schlaf­zim­mer do­mi­niert Dun­kel­grau, für Ca­thri­ne ei­ne der ge­müt­lichs­ten Far­ben über­haupt. Zu­sam­men mit dem na­tur­be­las­se­nen Holz­bo­den und et­was Weiß er­gibt sich ei­ne ent­spann­te At­mo­sphä­re im Schlaf­zim­mer.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.