Die per­fek­te An­ten­nen­an­la­ge

Digital Fernsehen - - Inhalt - MI­KE BAUERFEIND

So fin­den DAB, UKW und DVB-T2 Ein­zug in die hei­mi­schen vier Wän­de

Spä­tes­tens seit der Um­stel­lung auf DVB-T2 er­lebt vie­ler­orts die Dach­an­ten­ne ei­ne un­ge­ahn­te Re­nais­sance. Doch nicht nur für ter­res­tri­sches Di­gi­tal­fern­se­hen ist in Rand­ge­bie­ten ei­ne Au­ßen­an­ten­ne er­for­der­lich, auch Digitalradio kann je nach Stand­ort nur durch Auf­rüs­tung der An­ten­nen­an­la­ge emp­fan­gen wer­den.

Nicht je­der hat das Glück und wohnt in ei­nem gut ver­sorg­ten Bal­lungs­ge­biet mit kris­tall­kla­rem Di­gi­tal­ra­dio­emp­fang über die ein­ge­bau­te Te­le­sko­p­an­ten­ne des Ra­di­os. Wer in Rand­ge­bie­ten nur noch ge­stört oder gar kein Digitalradio emp­fan­gen kann, macht sich mög­li­cher­wei­se Ge­dan­ken über ei­ne Lö­sung via Dach­an­ten­ne. Doch al­lei­ne ei­ne pas­sen­de An­ten­ne auf dem Dach reicht häu­fig nicht aus, oft muss sich der Ra­dio­fan auch noch Ge­dan­ken über Si­gnal­ver­stär­kung und nicht zu­letzt die Ein­bin­dung der emp­fan­ge­nen Si­gna­le in das vor­han­de­ne Heim­ka­bel­netz Ge­dan­ken ma­chen. Zu­dem ist häu­fig ne­ben Ra­dio­emp­fang auch das Ein­spei­sen ei­nes ter­res­tri­schen Si­gna­les in Form von DVB-T2 ge­wünscht. Das macht zum Bei­spiel als Schlecht­wet­ter­re­ser­ve so­gar bei ei­ner vor­han­de­nen Sa­tel­li­ten­an­la­ge Sinn. Bei den fol­gen­den In­stal­la­ti­ons­lö­sun­gen ge­hen wir dem­nach fik­tiv von vor­han­de­nem Sa­tel­li­ten­emp­fang aus. Hin­zu­ge­fügt wer­den soll hier DVB-T2 und DAB Plus über ei­ne neu auf­zu­stel­len­de An­ten­nen­an­la­ge.

Kon­zept ent­wi­ckeln

Zu­nächst soll­te die neue An­la­ge gründ­lich ge­plant wer­den. Je nach vor­han­de­ner In­stal­la­ti­on und der ge­wünsch­ten Ein­spei­sung sind na­tür­lich un­ter­schied­li­che Kom­po­nen­ten er­for­der­lich. Auch soll­te die Si­gnaldämp­fung durch Mul­tischal­ter und An­schluss­do­sen nicht ver­ges­sen wer­den. Prak­tisch ist na­tür­lich die Mit­nut­zung ei­ner vor­han­de­nen Ver­ka­be­lung, was in den meis­ten Fäl­len die sinn­volls­te Va­ri­an­te ist. Al­ter­na­tiv ist na­tür­lich auch die Ver­le­gung ei­nes neu­en Ka­bels für den ge­plan­ten ter­res­tri­schen Emp­fang mög­lich. Dann wird das Si­gnal na­tür­lich we­ni­ger ge­dämpft und man er­zielt bei ge­rin­ge­rem Auf­wand mög­li­cher­wei­se so­gar ein bes­se­res Emp­fangs­er­geb­nis. Schließ­lich gilt es noch, die rich­ti­ge Dach­an­ten­ne aus­zu­wäh­len. Zum Ein­satz kom­men kann so­wohl ei­ne kom­bi­nier­te An­ten­ne für DVB-T2, UKW und DAB als auch Ein­zel­ne Ele­men­te für die je­wei­li­gen

Fre­quenz­be­rei­che. Denn durch die Neu­auf­tei­lung der Fre­quen­zen kam es zu ei­ni­gen Ver­schie­bun­gen.

Fre­quen­zen

Nichts ge­än­dert hat sich bei UKW. Nach wie vor sen­den die ana­lo­gen Ra­dio­sen­der im Fre­quenz­band von 87,5 bis 108MHz. Digitalradio nach dem Stan­dard DAB Plus hin­ge­gen ist der­zeit in Deutsch­land im Band III (Fre­quenz 174 bis 240MHz). Zu­dem ist das L-Band im Be­reich 1452 bis 1 492 MHz für Digitalradio vor­ge­se­hen, wird der­zeit al­ler­dings in Deutsch­land nicht ge­nutzt. Das ter­res­tri­sche Di­gi­tal­fern­se­hen DVB-T2 schließ­lich ist im Band IV/V zwi­schen 470 und 862 MHz zu fin­den. Sol­len al­le Si­gna­le emp­fan­gen wer­den, be­nö­ti­gen wir ein UKW-Ele­ment, ein Ele­ment für das UHF Band III so­wie ei­nes für die VHF-Bän­der IV und V. Hier ha­ben wir uns ein­mal für die Grid-An­ten­ne UHF 4 von Ma­xi­mum ent­schie­den, die DVB-T2 emp­fängt. Für den Ra­dio­emp­fang mon­tie­ren wir zu­sätz­lich ei­ne kom­bi­nier­te UKW/DAB-An­ten­ne eben­falls von Ma­xi­mum. Die­se be­steht aus ei­nem Rund­di­pol für UKW und ei­ner zwei­ten Emp­fangs­ein­heit für Digitalradio. Dem Set liegt zu­dem ein Com­bi­ner bei, der bei­de Si­gna­le auf ein Kabel auf­schal­tet. Da wir je­doch zu­sätz­lich auch DVB-T2 ein­spei­sen wol­len, nut­zen wir den mit­ge­lie­fer­ten Com­bi­ner nicht. Wer auf UKW-Emp­fang ver­zich­ten kann, fin­det im Sor­ti­ment von Ma­xi­mum üb­ri­gens auch ei­ne rei­ne DAB-Au­ßen­an­ten­ne. Die­se ist iden­tisch mit der kom­bi­nier­ten An­ten­ne, al­ler­dings fehlt der Rund­di­pol für UKW und der DAB/ UKW-Com­bi­ner.

Si­gna­le zu­sam­men­füh­ren

An die­ser Stel­le muss sich der Nut­zer ent­schei­den, ob er die pas­si­ven Ele­men­te schon am Mast über ei­nen pas­sen­den Com­bi­ner zu­sam­men­führt oder drei Kabel in den In­nen­raum ver­legt, um die Si­gna­le dort zu­sam­men­zu­schal­ten. Mög­lich ist bei­des, wo­bei die zwei­te Va­ri­an­te un­ter Um­stän­den et­was mehr Kom­fort bie­tet. Soll ei­ne Mast­wei­che zum Ein­satz kom­men, so muss beim Kauf auf ein pas­sen­des Ge­rät mir Ein­gän­gen für UKW, Digitalradio und DVB-T2 ge­ach­tet wer­den. Wir ha­ben zwei ge­eig­ne­te Mast­wei­chen ge­fun­den, näm­lich die TMW00301 der Fir­ma SKT und den Com­bi­ner Ma­xi­mum XO-C3. Bei­de wer­den mit ei­nem Wet­ter­schutz­ge­häu­se ge­lie­fert und kön­nen mit­tels mit­ge­lie­fer­tem Ka­bel­bin­der di­rekt am Mast be­fes­tigt wer­den. Die Ko­axi­al­ka­bel der ein­zel­nen An­ten­nen wer­den da­mit dann pas­siv auf ein ein­zel­nes Ko­axi­al­ka­bel ge­führt, wel­ches dann ins Haus ge­führt wer­den kann. Der Vor­teil: Da al­le Ele­men­te pas­siv sind, ver­braucht die An­la­ge na­tür­lich auch kei­nen Strom. Je nach Ge­biet kann das so zu­sam­men­ge­führ­te Si­gnal auch oh­ne wei­te­re Kom­po­nen­ten bis zur Emp­fangs­stel­le ge­führt wer­den. In un­se­rem Fall wür­de das pro­blem­los funk­tio­nie­ren, denn wir mes­sen an der An­ten­ne im Be­reich DVB-T2 aus­rei­chen­de 45 dbuV bei ei­ner Si­gnal­stär­ke von 33 dB. Selbst bei ei­ner mo­de­ra­ten Dämp­fung der An­ten­nen­do­se von 5 bis 8dB soll­te hier al­so noch ein pro­blem­lo­ser Emp­fang mög­lich sein. An­ders sieht es al­ler­dings aus, wenn das ter­res­tri­sche Si­gnal über ei­nen Mul­tischal­ter im Haus ver­teilt wer­den soll.

Mul­tischal­ter dämpft das Si­gnal

In un­se­rem Fall tes­ten wir das Si­gnal nun an un­se­rem strom­lo­sen Mul­tischal­ter Dur-Li­ne JRM1716M. Die­ser Mul­tischal­ter ver­fügt über ei­nen Ein­gang für ter­res­tri­sche Si­gna­le und ver­teilt dann un­ser ein­ge­speis­tes Si­gnal auf al­le zu den Emp­fangs­stel­len ge­führ­te Kabel. So­mit liegt un­ser Si­gnal über­all im Haus an. Das er­kauft man sich al­ler­dings mit ei­ner deut­li­chen Si­gnaldämp­fung. Wir mes­sen am Aus­gang des Mul­tischal­ters ei­ne Dämp­fung von 10dB. Wer kei­nen Mul­tischal­ter nutzt oder der vor­han­de­ne Schal­ter kei­nen

ter­res­tri­schen Ein­gang hat, kann sich mit dem Kjae­rul­ff1 Ma­xi­mum Sat-TV Com­bi­ner be­hel­fen. Die­ser führt ein Sa­tel­li­ten­si­gnal und un­ser ter­res­tri­sches Si­gnal zu­sam­men. Bei die­ser Va­ri­an­te liegt dann al­ler­dings das Si­gnal nur an ei­ner Emp­fangs­stel­le an. Da­für fällt die Dämp­fung mit 2 dB deut­lich ge­rin­ger aus. Den­noch ist in vie­len Fäl­len ei­ne Ver­stär­kung des Si­gna­les er­for­der­lich. Glück­li­cher­wei­se gibt es hier­für zahl­rei­che Lö­sun­gen von ver­schie­de­nen An­bie­tern.

Si­gnal ver­stär­ken

Ha­ben wir uns für die Va­ri­an­te mit Mast­wei­che ent­schie­den, muss ein Breit­band­ver­stär­ker zum Ein­satz kom­men. In die­sem Fall ist der Be­trieb an der An­la­ge zu­läs­sig, da das (ver­stärk­te) Si­gnal über den Com­bi­ner ge­fil­tert zu un­se­ren An­ten­nen kommt. An­ders wür­de es bei ei­ner rei­nen DVB-T2-An­ten­ne aus­se­hen. Denn ein sol­cher Breit­band­ver­stär­ker könn­te zu un­ge­wünsch­ten Stö­run­gen füh­ren, die An­ten­ne zum Sen­der wer­den. Grund­sätz­lich ver­bo­ten ist ein Be­trieb zwar im Ge­gen­satz zu Bun­des­post­zei­ten nicht mehr, al­ler­dings kann ei­ne vom Nut­zer ver­ur­sach­te Stö­rung im­mer noch teu­er wer­den. Beim der Wahl des rich­ti­gen Ver­stär­kers hat der Nut­zer eben­falls die Qu­al der Wahl, denn auch hier bie­ten un­ter an­de­rem Axing und Ma­xi­mum ver­schie­de­ne Va­ri­an­ten an. Wir ha­ben test­wei­se den Axing TVS 10-00 Breit­band-Ver­stär­ker und ei­nen Breit­band­ver­stär­ker ein­ge­setzt und das Si­gnal da­mit ver­stärkt. Das so um et­wa 20 dB ver­stärk­te Si­gnal wur­de dann eben­falls in di­en Mul­tischal­ter ein­ge­speist. Ei­ne wei­te­re Va­ri­an­te ist die Nut­zung ei­nes Mehr­be­reichs­ver­stär­kers an­stel­le der Mast­wei­che.

An­de­re An­schluss­va­ri­an­te

Die­ser nennt sich TVS 5-00 und kommt eben­falls von der Fir­ma Axing. In die­sem Fall muss al­ler­dings von je­der An­ten­ne ein Ko­axi­al­ka­bel ins Haus ge­führt wer­den und die Kom­bi­nie­rung der Si­gna­le er­folgt di­rekt über den Mehr­be­reichs­ver­stär­ker. Da­zu wer­den die Kabel an die ent­spre­chen­den Ein­gän­ge an­ge­schlos­sen. Der ers­te Ein­gang (Ka­nal 2-4, Band I) bleibt da­bei frei und wird nicht ge­nutzt. Der Aus­gang des Ver­stär­kers wird dann wie­der wie ge­habt mit dem Mul­tischal­ter ver­bun­den. Ei­nen klei­nen Nach­teil hat die­se Lö­sung: Der Ver­stär­ker ver­fügt nicht über F-Buch­sen, son­dern wird mit­tels An­ten­nen­buch­sen ver­bun­den. Da in der Re­gel F-Ste­cker bei den An­ten­nen­ka­beln ver­baut sind, müs­sen die­se ggf. noch mit­tels pas­sen­dem Ad­ap­ter an­ge­passt wer­den. Die meis­ten an­de­ren An­bie­ter ha­ben hin­ge­gen F-Buch­sen bei ih­ren Ver­stär­kern ver­baut. Wie auch im­mer un­se­re An­ten­nen­ele­men­te an­ge­schlos­sen wur­den, nach dem Ein­spei­sen in den Mul­tischal­ter ist un­ser Si­gnal zu­nächst mit dem Sa­tel­li­ten­si­gnal auf ein Ko­axi­al­ka­bel auf­ge­schal­tet. Die fach­män­ni­sche Montage er­for­dert nun ein Auf­split­ten des Si­gna­les am Emp­fän­ger.

Pas­sen­de An­ten­nen­do­se

In al­ler Re­gel wird al­so am Emp­fangs­ort ei­ne An­ten­nen­do­se zum Ein­satz kom­men, die die un­ter­schied­li­chen Fre­quenz­be­rei­che der ein­zel­nen Si­gna­le wie­der auf­trennt. Klas­si­sche Zwei­loch­do­sen ver­fü­gen über ei­ne weib­li­che An­ten­nen­buch­se für das Fern­seh­si­gnal und ei­ne männ­li­che An­ten­nen­buch­se für UKW-Ra­dio. Bei Drei­loch­do­sen kommt noch ei­ne F-Buch­se für das Sa­tel­li­ten­si­gnal hin­zu. Un­ter­schie­den wird noch zwi­schen Durch­gangs­do­sen, Stich­lei­tungs­do­sen und End­do­sen. Bei Sa­tel­li­ten­emp­fang kom­men in der Re­gel Stich­lei­tungs­do­sen zum Ein­satz. Doch es gibt ein Pro­blem: Fast al­le im Han­del ver­füg­ba­ren Do­sen stel­len am Ra­dio­aus­gang nur UKW zur Ver­fü­gung – al­so 87,5 bis 108 MHz. Ein DAB-Ra­dio müss­te dem­nach an die TV-Buch­se an­ge­schlos­sen wer­den, denn die­ser Si­gnal­be­reich steht nur dort

zur Ver­fü­gung. Dann muss der Nut­zer aber auf UKW ver­zich­ten, weil al­le am Markt be­find­li­chen Di­gi­tal­ra­di­os – wenn über­haupt – nur ei­nen kom­bi­nier­ten An­ten­nen­ein­gang für UKW/DAB ver­fü­gen. Soll gleich­zei­tig auch noch ein Fern­se­her mit DVB-T2 be­trie­ben wer­den, muss zu­sätz­lich ein wei­te­rer si­gnaldämp­fen­der Ver­tei­ler ein­ge­setzt wer­den. Da­bei kann al­lei­ne schon die Aus­gangs­dämp­fung der An­ten­nen­buch­se zum Pro­blem wer­den. Das Pro­blem: Die­se sind eher zum Ein­satz in Ka­bel­an­la­gen vor­ge­se­hen, wo ei­ne Dämp­fung des häu­fig recht star­ken Si­gna­les sinn­voll ist, um Über­steue­run­gen des Tu­ners zu ver­mei­den. In un­se­rem Fall aber ist das emp­fan­ge Si­gnal oh­ne­hin nicht so stark, so dass die Dämp­fung an der Do­se mög­lichst ge­ring aus­fal­len soll­te. Ei­ne Lö­sung für bei­de Pro­ble­me kann die Hy­per­breit­band­do­se BSD 21-01 von Axing sein. Die­se dämpft die Si­gna­le mit et­wa 5 dB nur mo­de­rat und stellt zu­dem an den bei­den An­ten­nen­buch­sen das kom­plet­te Si­gnal­spek­trum zur Ver­fü­gung. Ge­nau ge­nom­men liegt al­so an der Do­se das Si­gnal aus un­se­rem Kabel auf zwei Aus­gän­ge ge­teilt an. So­mit kann ein be­lie­bi­ger Emp­fän­ger an je­de der bei­den Buch­sen an­ge­schlos­sen wer­den, vom Ra­dio über den Fern­se­her bis hin zum Sa­tel­li­ten­emp­fän­ger. An die­ser Stel­le wird sich der ei­ne oder an­de­re Le­ser fra­gen, war­um dann über­haupt ei­ne An­ten­nen­do­se ein­ge­setzt wer­den muss.

Be­trieb oh­ne An­ten­nen­do­se

In der Tat ist ei­ne sol­che Kon­stel­la­ti­on denk­bar, auch wenn es sich vi­el­leicht „falsch“an­fühlt. Wir ha­ben es den­noch pro­biert und an un­ser Ko­axi­al­ka­bel statt ei­ner An­ten­nen­do­se ei­nen klas­si­schen Split­ter ver­wen­det, wie er auch im Be­reich des Sa­tel­li­ten­emp­fangs zum Ein­satz kommt. Und sie­he da: Nach­dem wir ein Ra­dio, ei­nen DVB-T2-Emp­fän­ger und ei­nen Sa­tel­li­ten­re­cei­ver über ei­nen 4-fach-Split­ter ver­bun­den hat­ten, gab es zwi­schen den Si­gna­len ei­ne fried­li­che Ko­exis­tenz. Tech­ni­ker war­nen bei ei­ner sol­chen Kon­stel­la­ti­on zwar vor Stö­run­gen und Re­fle­xio­nen, aber da­von war im Test nichts zu spü­ren. So­lan­ge es sich al­so um ei­ne klas­si­sche Stern­ver­tei­lung han­delt, ist die­ser Weg durch­aus gang­bar. Denn streng ge­nom­men han­delt es sich da­bei um nichts an­de­res als un­se­re Mul­ti­me­di­a­do­se von Axing, die eben­falls das Si­gnal nur split­tet.

Emp­fangs­er­geb­nis­se in der Pra­xis

Egal, wie die Ein­spei­sung und Ver­ka­be­lung am En­de nun auch im­mer aus­se­hen mag, der Er­folg der Maß­nah­me misst sich letzt­end­lich am Emp­fangs­er­geb­nis. In un­se­rem Te­st­um­feld et­wa 25 Ki­lo­me­ter vom Sen­der ent­fernt war zu­vor der In­door-Ra­dio­emp­fang nur ein­ge­schränkt und der Emp­fang von DVB-T2 gar nicht mög­lich. Nach dem Auf­bau der An­la­ge kom­men nun al­le TV-Sen­der mit or­dent­li­cher Sen­de­stär­ke her­ein und auch der Ra­dio­emp­fang hat sich deut­lich ver­bes­sert. Die bes­ten Er­geb­nis­se er­ziel­ten wir hier üb­ri­gens mit dem Ver­stär­ker von Ma­xi­mum. Bei der ein­ge­stell­ten ma­xi­ma­len Ver­stär­kung von 30 dB war ne­ben dem Bun­des­mux und dem Lan­des­wei­ten Mul­ti­plex von Sach­sen auch der Emp­fang des lo­ka­len Mul­ti­ple­xes aus Leip­zig und des Mul­ti­ple­xes aus dem be­nach­bar­ten Sach­sen-An­halt mög­lich. Letz­te­rer war akus­tisch stö­rungs­frei, je­doch mess­tech­nisch mit ei­ner ho­hen Feh­ler­ra­te be­haf­tet. Bei al­len an­de­ren Kon­stel­la­tio­nen mit an­de­ren Ver­stär­kern und der Zu­sam­men­füh­rung über den TVS 5-00 konn­ten wir den Mul­ti­plex aus Sach­sen-An­halt nicht emp­fan­gen und der lokale aus Leip­zig hat­te ei­ne hö­he­re Feh­ler­ra­te.

LTE-Fil­ter

Al­le mo­der­nen An­ten­nen für DVB-T2 ver­fü­gen über ei­nen LTE-Fil­ter. Die­ser dämpft die Fre­quenz­be­rei­che ab, die vom Mo­bil­funk­stan­dard LTE ge­nutzt wer­den und die

teil­wei­se his­to­risch be­dingt in den hö­he­ren UHF-Be­reich fal­len. Da sol­che zum Teil star­ken Si­gna­le den Emp­fang un­ter un­güns­ti­gen Be­din­gun­gen stö­ren kön­nen, ist da­bei si­cher­lich be­kannt. Die Her­stel­ler wis­sen um das Pro­blem und fil­tern die­sen Be­reich bzw. dämp­fen die­sen mit Wer­ten um die 40 dB deut­lich ab. Dann stel­len die Ein­streu­un­gen vom Mo­bil­funk kein Pro­blem für den Emp­fang des ter­res­tri­schen Fern­se­hens mehr dar. Im Be­reich des Di­gi­tal­ra­di­os be­steht die­se Pro­ble­ma­tik üb­ri­gens nicht, da der dor­ti­ge VHF-Fre­quenz­be­reich nur für den di­gi­ta­len Ra­dio­stan­dard re­ser­viert ist. Üb­ri­gens: Die mo­men­tan noch für DVB-T2 ge­nutz­ten hö­he­ren Fre­quen­zen im Be­reich um die 600 bis 700MHz sol­len spä­ter noch in un­te­re Be­rei­che wech­seln, was die Pro­ble­ma­tik LTE wei­ter ab­schwä­chen wird.

Al­ter­na­ti­ve: Kom­bi­an­ten­ne

Ei­ne gu­te Al­ter­na­tiv­lö­sung möch­ten wir an das En­de un­se­res Work­shops stel­len. Von Axing gibt es ei­ne Flach­an­ten­ne zum kom­bi­nier­ten Emp­fang von DVB-T2, UKW und DAB Plus. Die­se nennt sich TAA 3-10 und ist ei­ne kom­bi­nier­te Zim­mer-/Au­ßen­an­ten­ne. Die­se ha­ben wir üb­ri­gens aus­gie­big ge­tes­tet, den Test­be­richt le­sen Sie auf Sei­te 39 die­ser Aus­ga­be. Dort wa­ren wir be­geis- tert vom gu­ten Emp­fang der ak­ti­ven Flach­an­ten­ne. Auch die­ses Si­gnal kann über ei­nen Mul­tischal­ter ein­ge­speist wer­den. Im Test wa­ren wir auch hier sehr zu­frie­den mit ei­nem ein­wand­frei­en Emp­fang des ter­res­tri­schen Ra­di­os und Fern­se­hens.

Gu­te Er­geb­nis­se

Bis auf den Sach­sen-An­halt-Mux wa­ren auch da­mit al­le Sen­der stö­rungs­frei emp­fang­bar. Ein wei­te­rer Vor­teil: Das Si­gnal muss nicht ver­stärkt wer­den und die Strom­kos­ten fal­len mit ge­mes­se­nen 0,5 Watt deut­lich ge­rin­ger als bei der Lö­sung mit ei­nem zu­sätz­li­chen Ver­stär­ker, die mit ge­mes­se­nen 2,7 bis 3,1 Watt deut­lich hö­he­re Strom­kos­ten ver­ur­sa­chen wür­den. Wer al­so in ei­nem ver­gleich­ba­ren Ge­biet wohnt und noch kei­ne Au­ßen­an­ten­ne im Ein­satz hat, der kann gu­ten Ge­wis­sens auch die prak­ti­sche Flach­an­ten­ne von Axing in Er­wä­gung zie­hen. Ei­ne ähn­lich gu­te Al­ter­na­ti­ve stellt die et­was grö­ße­re Flach­an­ten­ne DA-800 von Ma­xi­mum dar. Da­bei han­delt es sich um ei­ne rei­ne Au­ßen­an­ten­ne, wel­che eben­falls so­wohl für DVB-T2 und DAB/UKW ge­eig­net ist. Auch die­se zeig­te im Test sehr gu­te Emp­fangs­ei­gen­schaf­ten und ist mit rund 50 Eu­ro so­gar noch et­was preis­wer­ter als die Kom­bi­an­ten­ne von Axing. Vor­aus­sicht­lich in der nächs­ten Aus­ga­be von DI­GI­TAL FERN­SE­HEN fin­den Sie dann ei­nen aus­führ­li­chen Test die­ser in­ter­es­san­ten Au­ßen­ein­heit von Ma­xi­mum.

Emp­feh­lens­wert?

Die Fra­ge nach dem Sinn sol­cher An­la­gen ist na­tür­lich nicht un­be­grün­det. Schließ­lich gibt es al­le Sen­der auch in ähn­li­cher Qua­li­tät kos­ten­los über das In­ter­net zu emp­fan­gen. Letzt­lich ist ein sol­ches Pro­jekt dann auch eher ei­ne Hob­by- und Ent­de­cker­auf­ga­be. Aber es macht na­tür­lich Spaß, wenn man sich nach lan­ger Zeit wie­der ein­mal mit dem dem ter­res­tri­schen Emp­fang be­schäf­tigt.

Und es lohnt es sich dank der zahl­rei­chen emp­fang­ba­ren Ra­dio- und Fern­seh­pro­gram­me dann schluss­end­lich doch.

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