In­ter­net­ver­brei­tung via Ko­ax

In­ter­net ge­hört heu­te zu den wich­tigs­ten All­tags­din­gen. Kein Wun­der al­so, dass Ho­tel­gäs­te, Pa­ti­en­ten in Kran­ken­häu­sern aber auch Se­nio­ren im Al­ten­heim nicht drauf ver­zich­ten möch­ten. Der WLAN-Empfang ist so­mit oft Gr­und­vor­aus­set­zung für ei­ne Bu­chung.

Digital Fernsehen - - Vorderseite - RI­CAR­DO PET­ZOLD

Für Ho­te­liers, Pen­si­ons­be­sit­zer aber auch Kran­ken­haus­ge­sell­schaf­ten und Be­trei­ber von Al­ten­hei­men ist der Zu­gang zum In­ter­net oft kein Pap­pen­stiel. Die meis­ten Ge­bäu­de ver­fü­gen nicht über ei­ne aus­rei­chen­de Ver­ka­be­lung mit Da­ten­lei­tun­gen und ein Um­bau der kom­plet­ten In­fra­struk­tur wä­re zu auf­wen­dig und wür­de zu­dem enor­me Kos­ten durch Schlie­ßun­gen der Ein­rich­tung be­deu­ten. Der dä­ni­sche Kon­zern Tri­ax hat das Pro­blem er­kannt und bie­tet ei­ne in­no­va­ti­ve Lö­sung zur Be­sei­ti­gung des Man­kos an. Da­bei wird auf die Ver­brei­tung via Ko­axi­al­ka­bel ge­setzt. Zwei­fel­los sind der­ar­ti­ge Lö­sun­gen nicht neu im Markt, al­ler­dings hat Tri­ax ein deut­lich aus­ge­klü­gel­te­res Sys­tem pa­rat, wel­ches ge­ra­de für die Da­ten­si­cher­heit, die in öf­fent­li­chen Ge­bäu­den zwin­gend not­wen­dig ist, ge­schaf­fen wur­de.

Das Sys­te­me

Das Sys­tem be­steht aus zwei Haupt­kom­po­nen­ten: Zum ers­ten dem EoC-Con­trol­ler, wel­cher die In­ter­net­da­ten zur Wei­ter­ver­brei­tung via Ko­axi­al­ka­bel auf­be­rei­tet und zu­sätz­lich ei­ne Men­ge Ein­stel­lun­gen zu­lässt. Die zwei­te Kom­po­nen­te ist der EoC-End­point. Die­ser wird in den Räu­men, wo LAN bzw. WLAN ge­nutzt wer­den soll, in­stal­liert. Sie ha­ben rich­tig ge­le­sen, der zur Ver­fü­gung ste­hen­de End­point kann so­wohl ka­bel­ge­bun­de­ne LAN-Si­gna­le als auch draht­lo­se WLAN-Si­gna­le aus­ge­ben. Der Vor­teil liegt auf der Hand, denn dank die­ser Funk­tio­na­li­tät kön­nen Smart­pho­nes und Ta­blets eben­so wie Smart-TVs oder an­de­re Ge­rä­te, bei de­nen WLAN Pro­ble­me be­rei­ten könn­te, zu­ver­läs­sig an­ge­bun­den wer­den. Wir ha­ben uns das Sys­tem in ei­nem Pra­xis­test ein­mal ge­nau­er an­ge­schaut.

Die Aus­stat­tung

Der EOC-Con­trol­ler ist im Schalt­schrank­maß auf­ge­baut. Er be­sitzt an der Front vier Ko­axi­al-Aus­gän­ge, ei­nen TV-Ein­gang so­wie vier Et­her­net­schnitt­stel­len. An der Sei­te sind Lüf­ter vor­han­den, wel­che im Test mit leicht stö­ren­den Ge­räu­schen auf­fal­len. Es wird des­halb emp­foh­len, dass Ge­rät kei­nes­falls im Bü­ro zu in­stal­lie­ren, son­dern in ei­nem se­pa­ra­ten Schalt­raum. Ver­sorgt wird der Con­trol­ler mit 230 Volt Wech­sel­strom.

Die EoC-End­points be­sit­zen eben­falls ei­ne funk­tio­na­le Aus­stat­tung. Sie wer­den über ein ex­ter­nes Netz­teil mit Strom ver­sorgt. Über den mit „EoC + TV“ge­kenn­zeich­ne­ten Ein­gang ge­lan­gen die Si­gna­le von der Ka­bel­an­schluss­do­se ins Ge­rät, die TV-Si­gna­le kön­nen über den TV-Aus­gang an den Fern­se­her wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Ein Gro­ßer Vor­teil ist so­mit auf den ers­ten Blick er­sicht­lich, denn die Ka­bel­an­schluss­do­se in der Wand des

Rau­mes muss nicht an­ge­tas­tet wer­den. Die Et­her­net-Schnitt­stel­le er­laubt den An­schluss ka­bel­ge­bun­de­ner Netz­werk­kom­po­nen­ten. Durch­dacht ist auch die In­stal­la­ti­on des End­points. Die Auf­nah­me­plat­te kann un­kom­pli­ziert an der Wand an­ge­schraubt wer­den. Im Nach­gang wird der End­point nur in die­se ein­ge­ras­tet und mit dem da­zu­ge­hö­ri­gen De­ckel ver­schlos­sen. Die Kon­troll­leuch­te ist nur bei of­fe­nem De­ckel sicht­bar.

Funk­ti­ons­wei­se

Für die Über­tra­gung der In­ter­net­da­ten des EoC-Sys­tems wird der Fre­quenz­be­reich zwi­schen 2 und 200 Me­ga­herz (MHz) ge­nutzt. Die­ser darf beim Ein­satz des Sys­tems nicht mit Ka­bel­si­gna­len be­legt sein. Bei der Ver­wen­dung ei­ner ei­ge­nen Kopf­stel­le stellt dies kein Pro­blem dar, da hier die­ser Fre­quenz­be­reich op­ti­ma­ler­wei­se frei­ge­räumt wer­den kann. Ist dies der Fall, wird das von der Kopf­sta­ti­on er­zeug­te TV-Si­gnal ein­fach über den TV-Ein­gang am Con­trol­ler ein­ge­speist. Das Aus­gangs­si­gnal, das an den ein­zel­nen Aus­gän­gen an­liegt, kann nun in das vor­han­de­ne Ka­bel­netz ein­ge­speist wer­den. Ein­zig bei der Ver­wen­dung von Ver­stär­kern muss be­ach­tet wer­den, dass ein so ge­nann­ter „Re­turn Part Fil­ter“zum Ein­satz kommt, um den Rück­ka­nal nicht zu dros­seln oder zu stö­ren. Bei den Ver­tei­lern kön­nen die heu­te gän­gi­gen Split­ter ein­ge­setzt wer­den. Wich­tig ist nur, dass der Fre­quenz­be­reich von 2 bis 200 Me­ga­hertz un­ter­stützt wird und kei­ne Rück­ka­nal­blo­ckung statt­fin­det. Doch Ach­tung: Es emp­fiehlt sich über ei­nen EOC-Con­trol­ler-Aus­gang nicht un­end­lich vie­le Teil­neh­mer zu ver­sor­gen, son­dern lie­ber für die ver­schie­de­nen Eta­gen ei­nes Wohn­blocks ver­schie­de­ne Con­trol­ler-Aus­gän­ge zu nut­zen, um die Teil­neh­mer­ge­schwin­dig­keit nicht un­nütz zu re­du­zie­ren. Apro­pos Ge­schwin­dig­keit: Bis zu 1 600 Mbps kön­nen über ei­nen EoC-Con­trol­ler-Aus­gang über­tra­gen wer­den.

Flot­te In­stal­la­ti­on

Der Vor­teil des Sys­tems ist zwei­fel­los die rei­bungs­lo­se In­stal­la­ti­on. In ei­nem Ho­tel bei­spiels­wei­se kann der EoC-End­point lo­cker wäh­rend des nor­ma­len Ser­vice­durch­laufs bei der Rei­ni­gung des Zim­mers in­stal­liert wer­den. Dank der di­rek­ten Ver­bin­dung via Ko­ax-Kabel sind kei­ne Ka­bel­ar­bei­ten nö­tig und ein­zig die Be­fes­ti­gung des EoC-End­point an der Wand kann für et­was Schmutz im Ho­tel­zim­mer sor­gen. Die In­stal­la­ti­on des Con­trol­lers ist nur un­gleich auf­wen­di­ger. Da­bei re­den wir na­tür­lich von der rei­nen In­stal­la­ti­on, die Kon­fi­gu­ra­ti­on des Sys­tems, die via Web­in­ter­face durch­ge­führt wird, be­nö­tigt et­was mehr Zeit und auch Hin­ter­grund­wis­sen über Netz­werk­tech­nik. Der In­stal­la­teur kann die End­points kom­plett un­ab­hän­gig kon­fi­gu­rie­ren und ver­schie­den Be­nut­zer­grup­pen zu­ord­nen. Da­bei kann je­der End­point mit ei­nem ei­ge­nen Pass­wort ver­se­hen wer­den, so­dass die Si­cher­heit für die Nut­zer ge­ge­ben ist. Auch Be­schrän­kun­gen, auf wel­che In­ter­ne­tin­hal­te zu­ge­grif­fen wer­den kann, sind durch­führ­bar.

Pra­xis­test

In un­se­rem Pra­xis­test konn­te das Sys­tem durch sei­ne un­kom­pli­zier­te In­stal­la­ti­on, die viel­fäl­ti­ge Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­keit und vor al­lem sei­ne ho­he Zu­ver­läs­sig­keit und die Schnel­lig­keit der Da­ten­über­tra­gung punk­ten. Zwei­fel­los ist die In­ter­net­ge­schwin­dig­keit ab­hän­gig vom an­ge­schlos­sen In­ter­net­si­gnal. An un­se­rem 100 Mbit-An­schluss im Test­la­bor stell­ten wir al­ler­dings kei­ne Un­ter­schie­de zwi­schen dem Di­rek­t­an­schluss am LAN und dem An­schluss am an­ge­schlos­se­nen EoC-End­point fest. Die über­tra­ge­nen Ge­schwin­dig­kei­ten wa­ren in un­se­rem Test sehr über­zeu­gend. Wir konn­ten mess­bar kei­ne Un­ter­schie­de fest­stel­len, ob über Ko­axi­al­netz oder das auch im Test­netz ent­hal­te­ne Et­her­net ge­surft wur­de.

Fa­zit

Das neue Tri­ax EOC-Sys­tem über­zeugt. Ho­he Band­brei­ten so­wie ei­ne in­di­vi­du­el­le Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­keit bie­ten das, was im pro­fes­sio­nel­len Be­reich be­nö­tigt wird, um In­ter­net via der vor­han­den In­fra­struk­tur des Ko­axi­al­ka­bels zu trans­por­tie­ren. Un­ser Pra­xi­scheck zeig­te, dass die TV-Si­gna­le nicht dar­un­ter lei­den.

Über ei­ne spe­zi­el­le Wei­che wird der Rück­ka­nal vor dem Ver­stär­ker aus­ge­kop­pelt

Der End­point, der di­rekt nach der An­ten­nen­do­se in­stal­liert wird, ist durch­dacht. Er wan­delt die via Ko­ax­ka­bel über­tra­ge­nen Netz­werk­si­gna­le wie­der in eben­sol­che um, be­rei­tet ein WiFi-Si­gnal auf und kann schnell in­stal­liert wer­den

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