Twin-Re­cei­ver Xo­ro HRS 9192 als preis­wer­te Auf­nah­me­ma­schi­ne

Digital Fernsehen - - Inhalt - MIKE BAUERFEIND

Ein­fa­che FTA-Zap­per gibt es mitt­ler­wei­le reich­lich und auch zu fai­ren Prei­sen. Et­was sel­te­ner fin­det man im Ein­stiegs­seg­ment Di­gi­tal­re­cei­ver mit Twin-Tu­ner zur op­ti­ma­len Nut­zung als Auf­nah­me­ge­rät. Der Xo­ro HRS 9192 ist ei­ner der we­ni­gen Ver­tre­ter die­ser Art.

Ne­ben ei­nem Twin-Tu­ner hat Xo­ro dem kom­pak­ten Ge­rät auch ei­nen Netz­werk­an­schluss für (ein­ge­schränk­te) Hy­bridfunk­tio­nen und so­gar PVR-Funk­tio­nen wie Time­s­hift und Auf­nah­me auf ex­ter­ne Da­ten­trä­ger spen­diert. So­mit ist der Re­cei­ver ei­gent­lich gut als Wohn­zim­mer­ge­rät aus­ge­stat­tet, al­ler­dings muss auf den Emp­fang von Pay-TV ver­zich­tet wer­den, da we­der CI-Slot noch ein Kar­ten­le­ser vor­han­den sind. Front­sei­tig ver­fügt der Re­cei­ver über ein vier­stel­li­ges nu­me­ri­sches grü­nes LED-Dis­play so­wie ei­nen Ein­schalt­knopf auf der Ober­sei­te.

Zu­sätz­lich gibt es auch noch ei­nen Netz­schal­ter. Die­ser ist prak­ti­scher­wei­se nicht auf der Rück­sei­te zu fin­den, son­dern re­la­tiv gut zu­gän­gig an der lin­ken Sei­te des Re­cei­vers an­ge­bracht. Auf der Rück­sei­te sind al­le rest­li­chen Am­schlüs­se un­ter­ge­bracht. Das Netz­teil ist ex­tern aus­ge­führt. Prak­tisch: Dank zwei an der Un­ter­sei­te an­ge­brach­ter Boh­run­gen lässt sich der Re­cei­ver auch an der Rück­sei­te ei­nes Fern­se­hers oder auch der Wand mon­tie­ren. Lei­der schei­tert die­se prak­ti­sche Mög­lich­keit aber dann doch an ei­nem Pro­blem: Es gibt kei­nen In­fra­rot­aus­gang,

an dem ein ex­ter­nes In­fra­rot­au­ge an­ge­schlos­sen wer­den könn­te. Da­mit ist der Re­cei­ver bei ei­ner sol­chen Mon­ta­ge schlicht nicht mehr mit der Fern­be­die­nung steu­er­bar.

In­stal­la­ti­on

Unser Test­ex­em­plar war so­fort nach dem Ein­schal­ten grund­sätz­lich kon­fi­gu­riert und mit ei­ner vor­sor­tier­ten As­tra-Sen­der­lis­te aus­ge­stat­tet. Wer an­de­re Po­si­tio­nen emp­fan­gen möch­te, muss al­ler­dings im An­schluss noch­mal Hand an­le­gen. Hier punk­tet das Ge­rät mit

ei­ner recht um­fang­rei­chen Sa­tel­li­ten­lis­te und zahl­rei­chen Emp­fangs­mög­lich­kei­ten. So wird ne­ben Ein­z­el­emp­fang auch DiSEqC1.0,1.1, USALS und Unica­ble un­ter­stützt. Er­freu­li­cher­wei­se las­sen sich die bei­den Tu­ner da­bei recht in­di­vi­du­ell kon­fi­gu­rie­ren. So kann an bei­den Tu­nern das glei­che Sa­tel­li­ten­si­gnal, zum Bei­spiel von As­tra, an­lie­gen oder die Tu­ner kön­nen auf un­ter­schied­li­che Sa­tel­li­ten­po­si­tio­nen ein­ge­rich­tet wer­den. Beim Such­lauf sel­ber macht das Ge­rät auch ei­ne gu­te Fi­gur. Ne­ben dem nor­ma­len Trans­pon­der­scan kann der Nut­zer näm­lich auch auf ei­nen Blind­scan zu­rück­grei­fen. Die­ser lässt sich al­ler­dings nicht kon­fi­gu­rie­ren, so­dass stets der kom­plet­te Fre­quenz­be­reich ge­scannt wird, was bei nah bei­ein­an­der lie­gen­den Sa­tel­li­ten schnell für Pro­ble­me sor­gen kann. Auf­ge­fal­len ist uns nach dem ers­ten Start, dass der Re­cei­ver noch auf die ge­rin­ge­re Auf­lö­sung 720p ein­ge­stellt ist. Um die Sender in Full HD zu emp­fan­gen, muss al­so im Ein­stel­lungs­me­nü noch auf 1 080p um­ge­stellt wer­den.

Im Be­trieb

Ist der Re­cei­ver kor­rekt kon­fi­gu­riert, lässt er sich ein­fach und in­tui­tiv be­die­nen. Die Um­schalt­zei­ten des Ge­rä­tes be­we­gen sich im nor­ma­len Rah­men, sind al­so we­der zu lang­sam noch un­ge­wöhn­lich flink. Ei­ne Be­die­nung dürf­te in al­ler Re­gel auch oh­ne Le­sen der Be­die­nungs­an­lei­tung pro­blem­los mög­lich sein. Die gra­fi­sche Me­nü­ge­stal­tung ist ty­pisch für FTA-Re­cei­ver der Ein­stiegs­klas­se, hebt sich aber auch nicht son­der­lich her­vor. Hier hät­ten wir uns doch ein et­was Fri­sche­res und vor al­lem auf HD op­ti­mier­tes OSD ge­wünscht. Das jetzt ge­nutz­te wirkt nicht nur et­was alt­ba­cken, son­dern ist auch von der Auf­lö­sung nicht all­zu be­rau­schend. Das gilt im Üb­ri­gen auch für den Mehr­ka­nal-EPG. Die­ser zeigt lei­der nur 5 Sender gleich­zei­tig an und ist nicht un­be­dingt be­son­ders in­for­ma­tiv. Im­mer­hin las­sen sich Auf­nah­men auf Knopf­druck di­rekt aus dem EPG her­aus pro­gram­mie­ren.

PVR-Funk­tio­nen

Da das Ge­rät mit PVR-Funk­tio­nen aus­ge­stat­tet ist, kann der Re­cei­ver auch pro­blem­los zur Auf­nah­me ge­nutzt wer­den. Der An­schluss der Da­ten­trä­ger er­folgt da­bei stets ex­tern. Als For­mat ak­zep­tiert der Re­cei­ver al­ler­dings so­wohl FAT als auch NTFS. Emp­feh­lens­wert ist da­bei NTFS, da hier auch grö­ße­re Auf­nah­men in ei­ner Da­tei mög­lich sind und der Mit­schnitt nicht nach 4 Gi­ga­byte ge­split­tet wird. Auch ei­ne Nach­be­ar­bei­tung der Auf­nah­men am PC ist pro­blem­los mög­lich. Wenn bei­de An­schlüs­se des Twin-Tu­ners mit der glei­chen Sat-An­la­ge ver­bun­den sind, las­sen sich par­al­lel zwei Auf­nah­men an­fer­ti­gen wäh­rend der Zu­schau­er ei­nen drit­ten Sender auf den bei­den dann ge­nutz­ten Trans­pon­dern schau­en kann. Bei pro­gram­mier­ten Auf­nah­men ist al­ler­dings nur ei­ne Auf­nah­me mög­lich. Zwei ver­schie­de­ne Auf­nah­men las­sen sich nicht par­al­lel pro­gram­mie­ren. Selbst­ver­ständ­lich lässt sich die Wie­der­ga­be ei­nes Sen­ders je­der­zeit stop­pen und spä­ter fort­set­zen. Dann star­tet die Puf­fe­rung und nach er­neu­tem Druck auf die Time­s­hift-Tas­te kann dann wei­ter­ge­schaut wer­den. Auch ein Zu­rück­spu­len der Auf­nah­me ist mög­lich. Fin­det der Nut­zer das lau­fen­de Pro­gramm spä­ter in­ter­es­sant, kann die schon er­folg­te Time­s­hift-Auf­nah­me auch als nor­ma­le Auf­nah­me mar­kiert und dau­er­haft auf der Fest­plat­te ge­spei­chert wer­den. Hier­zu wird ein­fach wäh­rend der lau­fen­den Time­s­hift-Funk­ti­on die Auf­nah­me­tas­te ge­drückt. Ei­ne sehr nütz­li­che Funk­ti­on. Als Man­gel emp­fin­den wir al­ler­dings die dau­er­haf­te Ein­blen­dung „Rec“, wenn ei­ne Auf­nah­me läuft. Die­se An­zei­ge lässt sich of­fen­bar nicht ver­ber­gen und wird dau­er­haft am rech­ten Rand an­ge­zeigt.

Mul­ti­me­dia

Selbst­ver­ständ­lich las­sen sich Me­di­en wie Vi­deo, Mu­sik­files oder Fo­tos mit dem Ge­rät wie­der­ge­ben. Un­ter­stützt wer­den hier die gän­gi­gen Con­tain­er­forma­te in SD und HD. Nicht wie­der­ge­ge­ben wur­den im Test le­dig­lich Fil­me in Di­vx und wmv-HD. Auch das Ab­spie­len von Mu­sik und die An­zei­ge von Bil­dern ist mit dem Di­gi­tal­re­cei­ver pro­blem­los mög­lich. Lei­der fan­den wir trotz LAN-An­schluss kei­ne Mög­lich­keit, Me­di­en auch über das hei­mi­sche Netz­werk ab­zu­spie­len. Ei­ne DLNA-Wie­der­ga­be­funk­ti­on ha­ben die Ent­wick­ler dem HRS 9192 al­so of­fen­sicht­lich nicht spen­diert. Auch an­sons­ten hal­ten sich die Netz­werk­funk­tio­nen und da­mit ge­ne­rell der An­reiz, das Ge­rät an das Netz­werk an­zu­schlie­ßen, in Gren­zen. Die ein­zi­gen Netz­werk­funk­tio­nen sind näm­lich ei­ne gra­fi­sche Wet­ter­vor­her­sa­ge und ein RSS-Re­a­der. Bei­des Funk­tio­nen, auf die man letzt­lich auch ver­zich­ten kann.

Fa­zit

Der Xo­ro HRS 9192 LAN ist ein ein­fach zu be­die­nen­der FTA-Zap­per mit auf­nah­me­taug­li­chen Twin-Tu­ner. Für die­se Auf­ga­ben eig­net sich der preis­wer­te Re­cei­ver auf je­den Fall. Ein deut­li­cher Man­gel ist al­ler­dings die per­ma­nen­te Ein­blen­dung ei­ner lau­fen­den Auf­nah­me am Bild­schirm. Das nervt nur und stört beim nor­ma­len Fern­se­hen. Ge­wünscht hät­ten wir uns auch noch ein paar mehr nütz­li­che Netz­werk­funk­tio­nen.

Die An­ten­nen­ein­gän­ge sind aus Platz­grün­den nicht durch­ge­schleift. Ana­lo­ge End­ge­rä­te la­sen sich über den AV Out an­schlie­ßen, das hier­für er­for­der­li­che Ad­ap­ter­ka­bel ist aber im Lie­fer­um­fang nicht ent­hal­ten

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