Ist Ener­gie­ef­fi­zi­enz ei­ne Il­lu­si­on?

Digital Fernsehen - - Service - CHRIS­TI­AN TROZINSKI

Je ef­fi­zi­en­ter elek­tro­ni­sche Ge­rä­te ar­bei­ten, des­to um­welt­freund­li­cher ihr Ein­satz und des­to ge­rin­ger die lau­fen­den Kos­ten. Was auf dem Pa­pier ein­leuch­tend klingt, wird durch Ve­rän­de­run­gen des Nut­zungs­ver­hal­tens und ste­tig fal­len­de Ge­rä­te­prei­se je­doch ins Ge­gen­teil ver­kehrt: Bleibt die Ef­fi­zi­enz in der Ge­samt­bi­lanz da­mit auf der Stre­cke?

Denkt man an Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik, so wird man vor al­lem das Ener­gie­ef­fi­zi­enz­lo­go vor Au­gen ha­ben. Als die­ses 2010 für Fern­se­her ver­ab­schie­det wur­de, war man sich si­cher, dass die Be­rech­nun­gen und Klas­sen­ein­stu­fun­gen da­zu bei­tra­gen wer­den, den Ener­gie­ver­brauch im Wohn­zim­mer nach­hal­tig zu sen­ken. Zu­min­dest die er­war­te­te Auf­merk­sam­keit hat das Lo­go zwei­fels­frei er­regt, doch sind die Haupt­ur­sa­chen des ge­rin­ge­ren Durch­schnitts­ver­brauchs bei Flach­bil­dTVs nicht nur im tech­ni­schen Fort­schritt zu su­chen. Vor al­lem bil­lig pro­du­zier­te TV-Ein­stiegs­ge­rä­te ha­ben zur Ener­gie­ein­spa­rung bei­ge­tra­gen: Die meis­ten Fern­se­her wer­den mit ge­rin­gem Ma­te­ri­al­auf­wand pro­du­ziert und die Ein­spa­rung an LED-Leucht­mit­teln in Kom­bi­na­ti­on mit LCDis­plays macht es mög­lich, dass selbst XXL-Fern­se­her we­ni­ger als 100 Watt ver­brau­chen. Setzt man die Ener­gie­auf­nah­me ei­nes Fern­se­hers ins Ver­hält­nis zur Bild­qua­li­tät, wird schnell er­sicht­lich, dass das Ener­gie­ef­fi­zi­enz­lo­go oft­mals

in die Ir­re führt: We­der die ak­tu­el­le Be­rech­nung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz noch die Ein­stu­fung in Ener­gie­klas­sen hel­fen da­bei, ei­ne nach­hal­ti­ge Kauf­ent­schei­dung zu tref­fen. Des­halb ver­wun­dert es nicht, dass 2019 nicht nur das La­bel selbst, son­dern auch die Be­rech­nungs­grund­la­ge zur Ener­gie­ef­fi­zi­enz­ein­ord­nung grund­le­gend um­ge­krem­pelt wur­den. Das Er­geb­nis se­hen Sie al­ler­dings erst 2021, wenn das über­ar­bei­te­te Ener­gie­ef­fi­zi­enz­lo­go in die Öf­fent­lich­keit tritt. En­de 2022 will man die Aus­wir­kun­gen des neu­en Lo­gos er­neut ana­ly­sie­ren, um bei­spiels­wei­se die Ver­glei­che zwi­schen gro­ßen und klei­nen Bild­schirm­grö­ßen wei­ter zu op­ti­mie­ren und an­de­re Aspek­te der Kreis­lauf­wirt­schaft stär­ker mit ein­zu­be­zie­hen (Stich­wort Nach­hal­tig­keit). Doch was hat bin­nen ei­nes Jahr­zehnts da­zu ge­führt, dass das heu­ti­ge Ener­giela­bel schein­bar ent­wer­tet wur­de?

Zu ein­fach ge­dacht

Ver­gleicht man die Ener­gie­bi­lanz von Fern­se­hern al­lein auf Ba­sis der ak­tu­el­len

Ener­gie­ef­fi­zi­enz­kenn­zeich­nung, wird her­stel­ler­über­grei­fend ein Trend sicht­bar: Klei­ne TV-Ge­rä­te mit ei­nem ge­rin­ge­ren Ver­brauch schnei­den teil­wei­se schlech­ter ab als bau­glei­che XXL-TV-Ge­rä­te der glei­chen Se­rie, ob­wohl die­se deut­lich mehr En­er­gie ver­brau­chen. Schuld an die­sem Di­lem­ma sind vor al­lem zwei Din­ge: die Edge-LED-Tech­nik der meis­ten LCD-Fern­se­her und die ma­the­ma­ti­sche For­mel des ak­tu­el­len Lo­gos, die der Bild­flä­che ei­ne zu gro­ße Be­deu­tung bei­misst. LCDFern­se­her mit Edge-LED-Be­leuch­tung zei­gen bei deut­lich stei­gen­der Bild­flä­che nur ei­ne ge­ring an­stei­gen­de LED-An­zahl (Leucht­mit­tel meist nur an Bild­un­ter­kan­te ver­baut), wo­durch auch der Mehr­ver­brauch nur ge­ring­fü­gig an­steigt. Der Gr­und­ver­brauch von Fern­se­hern ei­ner bau­glei­chen Se­rie ist, un­ab­hän­gig von der Bild­grö­ße, da­ge­gen ähn­lich, da glei­che Smart-TV- und Bild­pro­zes­so­ren ein­ge­setzt wer­den. Für Her­stel­ler gibt es da­mit vor al­lem ei­ne Mög­lich­keit, Fern­se­her mit Ener­gie­ef­fi­zi­enz­klas­se A+ und A++ auf den Markt zu brin­gen: LCD-TVs

soll­ten sehr groß aus­fal­len und über ei­ne leis­tungs­schwa­che Edge-LED-Be­leuch­tung ver­fü­gen. Im HDR-Zeit­al­ter wird aber ge­nau je­ne Bild­schirm­tech­nik zum Pro­blem: Güns­ti­ge Edge-LED-LCDs zei­gen un­ter HDR-Be­din­gun­gen meist kei­ne über­zeu­gen­de Kon­trast­dar­stel­lung und ver­lie­ren den Ver­gleich mit Di­rec­tLED-LCDs (Lo­cal Dim­ming) und OLEDTVs (selbst­leuch­ten­de Pi­xel) deut­lich. Apro­pos OLEDs: Ein 77-Zoll-OLED-TV mit mehr als 650 Watt Ma­xi­mal­ver­brauch er­ringt nach ak­tu­el­len Kri­te­ri­en ein A-Lo­go, wäh­rend ein bau­glei­cher 55-Zoll-OLED-TV mit ei­nem ge­rin­ge­ren Ma­xi­mal­ver­brauch von knapp 400 Watt mit der Ener­gie­ef­fi­zi­enz­klas­se B aus­ge­zeich­net wird. Die Be­rech­nung des durch­schnitt­li­chen Ver­brauchs und die Be­vor­zu­gung von grö­ße­ren Bild­flä­chen ma­chen es ak­tu­ell mög­lich, dass gro­ße TV-Ge­rä­te, die mehr ver­brau­chen als klei­ne­re Mo­del­le, in der

End­ab­rech­nung bes­ser da­ste­hen. Ein wei­te­res Pro­blem des ak­tu­el­len Lo­gos: Die Ver­brauchs­an­ga­be be­zieht sich auf die Wie­der­ga­be, die in Re­la­ti­on zur ma­xi­ma­len Hel­lig­keit des je­wei­li­gen Dis­plays steht. Ein leis­tungs­star­ker HDR-Fern­se­her mit bes­se­rer Hel­lig­keit wird durch ein schlech­te­res Ener­gie­lo­go ab­ge­straft, weil die Mes­sung un­ter Um­stän­den bei ei­ner hö­he­ren Hel­lig­keit er­folgt. Mit der Ei­n­ord­nung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz (Ver­brauch in Re­la­ti­on zur tat­säch­li­chen Bild­hel­lig­keit) hat die­se Rech­nung nichts zu tun und ei­ne Lu­mi­nanz­an­ga­be ist auf dem Ener­giela­bel nicht vor­han­den. Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on scheint vie­le der ge­nann­ten Pro­ble­me er­kannt zu ha­ben, denn 2019 wur­de ein neu­es Ener­gie­ef­fi­zi­enz­la­bel ver­ab­schie­det, das 2021 ein­ge­führt wer­den soll. Die of­fen­sicht­lichs­ten Än­de­run­gen: Ne­ben dem Stan­dard­ver­brauch (Mes­sung bei ge­rin­ger

Hel­lig­keit) wird ei­ne zu­sätz­li­che An­ga­be im HDR-Mo­dus er­fol­gen (Mes­sung bei ho­her Bild­hel­lig­keit). Zu­dem wird der Ein­fluss der Bild­flä­che in­ner­halb der neu­en ma­the­ma­ti­schen Glei­chung stark ge­min­dert, wes­halb XXL-TVs im neu­en Ran­king ab­stür­zen dürf­ten. Ein TV-Ge­rät in 77 Zoll der ak­tu­el­len Leis­tungs­klas­se A kam nach un­se­ren Be­rech­nun­gen des neu­en Lo­gos nur auf E- bis F-Klas­se-Ni­veau. Dem­ge­gen­über blieb ein 55-Zoll-TV-Ge­rät der B-Klas­se na­he­zu sta­bil (B- bis CKlas­se nach neu­er Rech­nung). Zu­künf­tig könn­ten da­mit klei­ne­re TV-Mo­del­le mit ge­rin­ge­ren Ver­brauchs­wer­ten vom neu­en La­bel pro­fi­tie­ren.

Ver­gleich nur be­grenzt mög­lich

Noch ist das neue Ener­giela­bel nicht am Markt ver­tre­ten, wes­halb Sie ei­ni­ge Din­ge be­ach­ten soll­ten, wenn Sie die Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Fern­se­hern an­hand des ak­tu­el­len La­bels mit­ein­an­der ver­glei­chen wol­len. Ver­glei­chen Sie nur Mo­del­le mit iden­ti­scher Bild­tech­no­lo­gie (Edge-LEDLCDs oder Di­rect-LED-LCDs oder OLEDs) in ähn­li­chen Bild­grö­ßen mit­ein­an­der. Ein­fa­cher ge­lingt solch ein Ver­gleich, wenn Sie auf den je­wei­li­gen Her­stel­ler­web­sites

die Aus­stat­tungs­ta­bel­len ge­gen­über­stel­len: Ei­ni­ge TV-Her­stel­ler ge­ben ne­ben dem Stan­dard-Ver­brauch auch den Ma­xi­mal­ver­brauch der Fern­se­her an, was das Ener­giela­bel lei­der voll­stän­dig ver­schweigt. Der Ma­xi­mal­ver­brauch (Licht­sen­sor de­ak­ti­viert) wird bei LED-LCDs häu­fig im Dy­na­mik­mo­dus oder mit leucht­star­ken HDR-Qu­el­len er­reicht. OLED-Fern­se­her stei­gern den Ver­brauch hin­ge­gen nur dann auf den Ma­xi­mal­wert, wenn Sie voll­flä­chig ge­sät­tig­te Far­ben wie Tür­kis, Gelb oder Vio­lett an­zei­gen, was mit Trick­fil­mo­der Vi­deo­spiel­in­hal­ten ei­ne Rol­le spie­len kann. Da An­ga­ben zum Ma­xi­mal­ver­brauch auf dem Ener­giela­bel feh­len und ei­ni­ge TV-Her­stel­ler mit der­ar­ti­gen An­ga­ben gei­zen, hilft es auf der Rück­sei­te der TV-Ge­rä­te den Ma­xi­mal­ver­brauch ab­zu­le­sen. Ei­ni­ge Her­stel­ler wie Phi­lips ge­ben aber auch in die­sem Fall ge­rin­ge­re

Wer­te an, wes­halb man im Zwei­fels­fall selbst die Ener­gie­mes­sung vor­neh­men soll­te. Je bau­glei­cher zwei Fern­se­her und je ver­gleich­ba­rer die Bild­dia­go­na­le, des­to treff­si­che­rer ist die Ein­stu­fung des Ener­giela­bels. Ein Bei­spiel sind zwei LED-LCD-Fern­se­her der glei­chen Leis­tungs­klas­se, die sich nur durch 4K- und 8K-Pa­nelauf­lö­sung von­ein­an­der un­ter­schei­den: Die Licht­durch­läs­sig­keit ei­nes 4K-LC-Fil­ters ist deut­lich bes­ser, wes­halb Sie mit 8K-LCDs die Ener­gie­men­ge stei­gern müs­sen, um die schlech­te­re Licht­durch­läs­sig­keit zu kom­pen­sie­ren und ei­ne gleich­wer­ti­ge Bild­hel­lig­keit zu er­zeu­gen (da­durch auch hö­he­re Ab­wär­me). Bei OLED-TVs steigt der Ver­brauch mit 8K-Auf­lö­sung eben­falls, wenn auch aus ei­nem an­dern Grund: Je hö­her die Auf­lö­sung, des­to mehr selbst­leuch­ten­de OLED-Pi­xel müs­sen je nach Bild­in­halt gleich­zei­tig auf­leuch­ten, was die Ener­gie­auf­nah­me er­hö­hen kann. Da es auch zu­künf­tig an 8K-In­hal­ten man­geln wird und der Auf­lö­sungs­vor­teil zum Bei­spiel mit 8K-Fo­tos erst er­kenn­bar ist, wenn Sie sich auf we­ni­ger als die 1,5-fa­che Bild­hö­he des Fern­se­hers nä­hern, kön­nen wir Ih­nen aus Ener­gie­ef­fi­zi­enz­sicht nur ei­nes ra­ten: Grei­fen Sie zu ei­nem Fern­se­her mit 4K-Auf­lö­sung. Qua­li­ta­tiv kann die­se Ent­schei­dung aber zum Pro­blem wer­den, denn 2020 ent­schei­den sich im­mer mehr LCD-TV-Her­stel­ler da­zu, die bes­te Bild­qua­li­tät (und LED-Be­leuch­tung) nur noch in 8K-TV-Ge­rä­ten zu ver­bau­en.

Tech­no­lo­gie­wech­sel al­ter­na­tiv­los

Schon im Plas­ma-TV-Zeit­al­ter wur­de mit ei­ner öko­lo­gi­schen Nut­zung ge­wor­ben, da­bei ar­bei­ten Plas­ma-TVs ge­ra­de mit voll­flä­chig hel­len Bild­in­hal­ten al­les an­de­re als en­er­gie­ef­fi­zi­ent. Erst Tech­no­lo­gie­wech­sel sorg­ten für den not­wen­di­gen Schub: Ein ak­tu­el­ler OLED-TV wie der Pa­na­so­nic 55GZW1004 bie­tet vier­mal mehr selbst­leuch­ten­de Pi­xel als der Plas­ma-TV 55VT50, er­reicht zu­gleich ei­ne hö­he­re Bild­hel­lig­keit und ver­braucht den­noch im Schnitt 100 Watt we­ni­ger En­er­gie. Nur durch der­ar­tig dras­ti­sche tech­no­lo­gi­sche Ve­rän­de­run­gen, hin zu ef­fi­zi­en­te­ren OLED-Pa­nels, war es mög­lich, die von Plas­ma-TVs be­kann­te Kon­trast­stär­ke und Blick­win­kel­sta­bi­li­tät (pi­xel­ge­naue Licht­er­zeu­gung) ins 4K-HDR-Zeit­al­ter zu über­tra­gen. Plas­ma-TVs ver­brauch­ten schlicht­weg zu viel En­er­gie, er­zeug­ten ei­ne zu ho­he Ab­wär­me und wa­ren in der Leucht­stär­ke zu li­mi­tiert. Blickt man vor­aus in ein 8K-TV-Zeit­al­ter, scheint ein Tech­no­lo­gie­wech­sel aber­mals Pflicht zu sein, denn die Ver­vier­fa­chung der Pi­xel­an­zahl lässt die Ener­gie­bi­lanz mit leis­tungs­star­ken LCD- und OLED-Bild­tech­no­lo­gi­en in den Kel­ler rut­schen. Noch ex­tre­mer stei­gen die Ver­brauchs­wer­te, wenn 8K-Dis­plays in ex­or­bi­tan­ten Bild­grö­ßen an­ge­bo­ten wer­den, um bei wohn­zim­mer­üb­li­chen Sitz­ab­stän­den ei­nen Mehr­wert im Ver­gleich zu 4K zu ge­ne­rie­ren. 85 Zoll sind da­bei nur der An­fang: Dis­plays in 100, 150 oder gar 200 Zoll wä­ren not­wen­dig, um den 8K-Auf­lö­sungs­vor­teil im Ver­gleich zum ak­tu­el­len 4K-Stan­dard zum Sitz­platz zu trans­por­tie­ren. Die Stei­ge­rung der Pi­xel­an­zahl (8K = vier­fa­che Pi­xel­an­zahl von 4K) frisst die Ef­fi­zi­enz in der Licht­er­zeu­gung förm­lich auf, die im HDR-Zeit­al­ter ei­ne be­son­ders wert­vol­le Wäh­rung dar­stellt. Kurz­um: Erst mit stark ver­bes­ser­ten Leucht­mit­teln oder gänz­lich neu­en TV-Tech­no­lo­gi­en wird es mög­lich sein, den 8K-TV-Traum in Lein­wand­grö­ße zu­künf­tig so en­er­gie­ef­fi­zi­ent aus­le­ben zu kön­nen, wie es mit 4K-TVs ak­tu­ell der Fall ist.

Un­se­re TV-Emp­feh­lun­gen

Wenn Sie TV-Ge­rä­te mit A+ oder A++ Lo­go kau­fen möch­ten, müs­sen Sie nur zwei Din­ge be­ach­ten: Sie soll­ten zu leucht- und leis­tungs­schwa­chen Ed­geLED-LCD-TVs grei­fen und dies in mög­lichst gro­ßen Bild­dia­go­na­len jen­seits von 70 Zoll – bei­de Fak­to­ren sind ide­al, um die ma­the­ma­ti­sche Be­rech­nungs­grund­la­ge des ak­tu­el­len Ökola­bels ad ab­sur­dum zu füh­ren. Wir möch­ten als Test­ma­ga­zin von Fern­se­hern na­tür­lich nicht die­sen Weg ein­schla­gen, son­dern sehr gu­te Bild­qua­li­tät und ef­fi­zi­en­te Nut­zung mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren. Ei­ne ener­gie­ef­fi­zi­en­te Nut­zung setzt aber auch vor­aus, dass Sie Ih­ren Fern­se­her nicht als Fo­to­rah­men in Dau­er­schlei­fe ver­wen­den und über­trie

be­ne Vor­ein­stel­lun­gen wie den Dy­na­mik­mo­dus ver­mei­den. Um ei­nen über­zeu­gen­den Kom­pro­miss aus Bild­qua­li­tät und Ener­gie­ef­fi­zi­enz si­cher­zu­stel­len, muss­ten wir auf un­se­re Test­la­bor­da­ten zu­rück­grei­fen, denn nur so konn­ten wir si­cher­stel­len, dass die ver­bau­te Tech­nik und die Ener­gie­auf­nah­me in ei­nem ge­sun­den Ver­hält­nis ste­hen. In un­se­rer TV-Aus­wahl (sie­he ent­spre­chen­de Auf­lis­tung) fin­den sich we­der Ge­rä­te mit dem ge­rings­ten Ver­brauch noch rie­si­ge High-End-Mo­del­le mit dem höchs­ten Ver­brauch. Statt­des­sen kon­zen­trier­ten wir uns auf die Leis­tungs­klas­se, die ei­ne HDR-taug­li­che Bild­wie­der­ga­be un­ter Pra­xis­be­din­gun­gen er­mög­licht und den­noch ef­fi­zi­ent ar­bei­tet (meist zwi­schen 150 und 250 Watt, Ma­xi­mal­ver­brauch kann hö­her aus­fal­len). Im LED-LCD-Seg­ment kon­zen­trie­ren wir uns auf Mo­del­le mit Di­rect-LED-Hin­ter­grund­be­leuch­tung und Lo­cal Dim­ming, wäh­rend Edge-LED-LCDs durch un­ser Ras­ter fal­len. 55-Zoll-Mo­del­le ver­brau­chen we­ni­ger En­er­gie als bau­glei­che 65-Zol­lMo­del­le, doch kön­nen un­ter­schied­li­che Bild­tech­no­lo­gi­en da­zu füh­ren, dass ein 65-Zoll-Mo­dell ei­nen ähn­li­chen Ver­brauch wie ein ab­wei­chen­des 55-Zoll-Mo­dell auf­weist. XXL-TVs in 75, 77 oder 85 Zoll ver­brau­chen meist deut­lich mehr En­er­gie und fal­len aus un­se­rem Ran­king. Ei­ne Aus­nah­me stel­len die So­ny-TVs 75XG95 und 75ZF9 dar, die ei­ne ta­del­lo­se HDRLicht­leis­tung im XXL-For­mat bei zu­gleich ge­rin­gem Mehr­ver­brauch mög­lich ma­chen. Eben­falls ver­zich­ten wir bei un­se­rer Aus­wahl auf 8K-TVs: Die Ver­vier­fa­chung der Pi­xel­an­zahl ist so­wohl mit OLED- als auch LED-LCD-Tech­nik pu­res Gift für die

Ener­gie­ef­fi­zi­enz im Ver­gleich zu 4K-TVs glei­cher Leis­tungs- und Grö­ßen­klas­se. Da wir bei der Er­stel­lung un­se­rer TV-Aus­wahl noch kei­ne 2020-TV-Mo­del­le tes­ten konn­ten, kon­zen­trie­ren wir uns auf die 2019er-TV-Mo­del­le. Wich­tig: Auch bei ähn­li­cher Pro­dukt­be­zeich­nung kön­nen 2020er-TV-Mo­del­le von den Vor­jah­res­ge­rä­ten ab­wei­chen (be­son­ders LED-LCD­be­zie­hungs­wei­se QLED-TVs), wes­halb ein Test zwin­gend er­for­der­lich ist, um die Bild­qua­li­tät und Ef­fi­zi­enz un­ter Pra­xis­be­din­gun­gen ein­schät­zen zu kön­nen.

Strea­m­ing als Kli­ma­kil­ler?

Die Pro­duk­ti­on von phy­si­schen Da­ten­trä­gern, die ei­nen enor­men Plas­tik­ver­brauch nach sich zieht, wird mehr und mehr durch In­ter­net­strea­m­ing-Di­ens­te ab­ge­löst, und auf dem Pa­pier klingt die­ser Über­gang wie ei­ne ech­te Kli­ma­ret­tung. Doch die di­gi­ta­le Re­vo­lu­ti­on setz­te in den letz­ten Jah­ren ei­nen Wer­te­ver­fall in Gang, der den Kon­sum von In­hal­ten auf den Kopf stell­te. Wur­de frü­her der Film­abend noch als au­ßer­ge­wöhn­li­ches Er­eig­nis ze­le­briert, so strea­men wir heu­te in 4K-HDR-Qua­li­tät Se­ri­en­in­hal­te stun­den­lang am Stück, wäh­rend ein Teil der Fa­mi­lie par­al­lel auf dem Smart­pho­ne oder Ta­blet die ta­ges­ak­tu­el­len Neu­ig­kei­ten des In­ter­nets ab­grast. Ver­gleich­bar ist die­ser Ef­fekt mit dem Über­gang von der Glüh­bir­ne zu LED-Leucht­mit­teln: War frü­her die Glüh­bir­ne im ein­zel­nen der Feind der Um­welt, so sind es heu­te die in Mas­sen pro­du­zier­ten bil­li­gen LED-Leucht­mit­tel, die nicht mehr nur als not­wen­di­ger Lichtspen­der, son­dern auch zu De­ko­zwe­cken in­stal­liert wer­den und selbst in aus­rei­chend hel­len Räu­men tags­über zum Ein­satz kom­men. Der im­mer kos­ten­güns­ti­ge­re Zu­gang zu Tech­nik

und In­hal­ten ent­wer­tet je­den ein­zel­nen Baustein in der Pro­duk­ti­ons­ket­te. Die Kon­se­quenz: ei­ne maß­lo­se Über­pro­duk­ti­on, die in Fol­ge ei­nen maß­lo­sen Kon­sum nach sich zieht. Das ver­ha­gelt wie­der­um die Ener­gie­bi­lanz und schon jetzt sa­gen For­scher vor­aus, dass die Be­las­tun­gen für die Um­welt im Strea­m­ing-Zeit­al­ter auf das Dop­pel­te im Ver­gleich zu phy­si­schen Me­di­en im Zei­t­raum 1977-2000 an­stei­gen wer­den. Dass tech­ni­scher Fort­schritt und hö­he­re Ef­fi­zi­enz nicht au­to­ma­tisch ei­ne bes­se­re Öko­bi­lanz ver­spre­chen, zeigt auch die­se Wei­ter­ent­wick­lung: Strea­m­ing-An­bie­ter wie Net­flix oder Goog­le set­zen in im­mer kür­ze­ren Ab­stän­den neue leis­tungs­stär­ke­re Vi­deo­co­decs ein, um die Da­ten­men­gen und die ei­ge­nen Kos­ten zu mi­ni­mie­ren. Neue Ver­fah­ren zur Vi­deo­kom­pri­mie­rung ver­lan­gen aber nach mehr Re­chen­leis­tung und mo­der­ne­ren Pro­zes­so­ren bei End­ge­rä­ten: Ent­we­der ver­braucht der Ab­ruf von Vi­de­os mehr En­er­gie, mo­bi­le Ge­rä­te müs­sen öf­ter an die Steck­do­se oder die kom­plet­te Vi­de­o­hard­ware muss ge­tauscht wer­den, falls

äl­te­re Pro­zes­so­ren mit den neu­en Co­decs nicht um­ge­hen kön­nen. Die Kos­ten­ein­spa­run­gen, die sich für Vi­deo-Strea­m­ing-An­bie­ter er­ge­ben, wer­den da­mit durch ei­ne schlech­te­re Ener­gie­bi­lanz auf der Sei­te der Haus­hal­te teu­er er­kauft. Und die nächs­te Strea­m­ing-Wel­le nimmt be­reits Kurs auf die Wohn­zim­mer: Vi­deo­spiel­diens­te wie xC­loud, PS Now, Sta­dia und Ge­force Now wer­den mehr und mehr Band­brei­te ein­for­dern, denn im Ge­gen­satz zu vie­len Film- und Se­ri­en­in­hal­ten, die häu­fig mit 24 Bil­dern pro Se­kun­de aus­kom­men, wer­den Vi­deo­spiel­in­hal­te mit 60 Bil­dern pro Se­kun­de im Stream kom­pri­miert, was die da­für not­wen­di­gen Ka­pa­zi­tä­ten an­stei­gen lässt. So­mit zeigt auch die­ses Bei­spiel: Die Be­trach­tung von Ein­zel­fäl­len (Disc oder Strea­m­ing) ist we­nig re­le­vant, denn am En­de be­ein­flusst vor al­lem das Nut­zungs­ver­hal­ten die Ge­samt­bi­lanz.

Der Ein­zel­fall ent­schei­det

Soll­te man High-End-Ste­reo­voll­ver­stär­ker, die oh­ne ei­nen Ton aus­zu­ge­ben 160 Watt ver­brau­chen kön­nen, wirk­lich ver­ban­nen, wenn HiFi-Fans ei­ne Auf­nah­me ge­nie­ßen möch­ten und sich be­wusst da­für ent­schei­den, al­les an­de­re aus­zu­blen­den? Soll­te man statt­des­sen TV-Käu­fer da­für be­loh­nen, wenn sie ein oder gar meh­re­re Fern­se­her mit A-Plus-Kenn­zeich­nung als Hin­ter­grund­be­rie­se­lung von mor­gens bis abends ein­schal­ten? Statt elek­tro­ni­sche Ge­rä­te wie Ver­stär­ker, Fern­se­her, Spie­le­kon­so­len und PCs in den Mit­tel­punkt der Dis­kus­si­on zu stel­len, soll­te das tat­säch­li­che Nut­zungs­ver­hal­ten be­trach­tet wer­den. Denn auch wenn Tech­nik im Ein­zel­fall im­mer ef­fi­zi­en­ter wird, so wer­den die Ein­spar­mög­lich­kei­ten durch ei­ne sich ve­rän­der­te Ge­sell­schaft und die da­mit ein­her­ge­hen­den Ve­rän­de­run­gen des Nut­zungs­ver­hal­tens mehr und mehr auf­ge­fres­sen. Und selbst wer auf dar­auf be­dacht ist, ef­fi­zi­ent und spar­sam durch den Tag zu kom­men, dürf­te sich hier­zu­lan­de im­mer häu­fi­ger die Fra­ge stel­len, wes­halb die Strom­kos­ten schein­bar un­ge­bremst an­stei­gen. Soll­ten am En­de die meis­ten Haus­hal­te in Deutsch­land das Ge­fühl ha­ben, bei der Ener­gie­wen­de auf der Ver­lier­stra­ße zu sein, dann wer­den sich bei ei­nem der wich­tigs­ten glo­ba­len Zu­kunfts­the­men vor al­lem Re­si­gna­ti­on und Gleich­gül­tig­keit ein­stel­len. Wo­mit wir zu un­se­rer Ein­stiegs­fra­ge zu­rück­kom­men: Ist Ener­gie­ef­fi­zi­enz ei­ne Il­lu­si­on? Nein, aber sie kann als falsch ver­stan­de­ner Deck­man­tel miss­braucht wer­den und da­zu ver­lei­ten, den Kon­sum auf ein un­über­leg­tes und un­ge­sun­des Ni­veau zu stei­gern. Auch sim­ple­re Kenn­zeich­nun­gen kön­nen da­zu ver­lei­ten, we­ni­ger beim Kauf mit­zu­den­ken und zu hin­ter­fra­gen und je un­be­wuss­ter Kauf­ent­schei­dun­gen ge­fällt wer­den, des­to leich­ter wird es sein, dass im­mer mehr Ge­rä­te in im­mer kür­ze­ren Ab­stän­den in die Wohn­zim­mer ge­lan­gen. Am En­de zählt, wie auch in Fra­gen der Mo­bi­li­tät (Fahr­rad, Au­to oder Bahn), der Ein­zel­fall. Kei­ne bun­te Kenn­zeich­nung auf den je­wei­li­gen Ge­rä­ten wird dar­über ent­schei­den, wie ge­wis­sen­haft Sie mit der er­wor­be­nen Tech­nik in den ei­ge­nen vier Wän­den um­ge­hen. Ef­fi­zi­enz ist da­mit vor al­lem ei­nes: Kopf­sa­che.

Das ak­tu­el­le Ener­giela­bel be­güns­tigt leucht­schwä­che­re Edge-LED-LCDs mit XXL-Dia­go­na­le (So­ny 75XG85: A+). Da So­ny die Edge-LED-Be­leuch­tung (Leucht­di­oden an Bild­un­ter­kan­te) beim XG85 bis 75 Zoll ein­setzt, aber im 85-Zoll-Mo­dell Leucht­di­oden voll­flä­chig ver­teilt sind (Di­rect-LED-An­ord­nung), fällt die Ener­gie­ef­fi­zi­enz­ein­stu­fung bei ma­xi­ma­ler Grö­ße schwä­cher aus

Leis­tungs­stär­ke­re LCD-TVs (Bei­spiel: So­ny XG95) mit voll­flä­chi­ger LED-Hin­ter­grund­be­leuch­tung und Lo­cal Dim­ming sor­gen für bes­se­re HDR-Kon­tras­te und -Hel­lig­keit. Die Ener­gie­auf­nah­me steigt nach­voll­zieh­bar an und die Ef­fi­zi­enz ist ver­gleich­bar (B-Klas­se), doch der Ver­brauch un­ter­schei­det sich ge­wal­tig: Der klei­ne­re 55XG95 ver­braucht cir­ca 50 Pro­zent we­ni­ger En­er­gie als der rie­si­ge 85XG95

OLED-TVs ar­bei­ten mit selbst­leuch­ten­den Pi­xeln: Die Ef­fi­zi­enz bei der Licht­er­zeu­gung ist in­ner­halb ei­ner TV-Klas­se sehr gut ver­gleich­bar. Ak­tu­ell pro­fi­tie­ren je­doch die XXL-Mo­del­le von der Ef­fi­zi­enz­klas­sen­be­rech­nung: Der 77AG9 (Ma­xi­mal­ver­brauch von 674 Watt) be­kommt da­her ein A-Lo­go spen­diert, wäh­rend der 55AG9 mit 394 Watt Ma­xi­mum ins B-Ran­king ab­rutscht

In die­sem Fall wer­den ver­gleich­ba­re LED-LCD-Fern­se­her glei­cher Grö­ße mit 4K-Auf­lö­sung (links) und 8K-Auf­lö­sung (rechts) mit­ein­an­der ver­gli­chen. Das La­bel stellt das Ef­fi­zi­enz­pro­blem des 8K-Mo­dells an­schau­lich zur Schau. Auch 8K-OLED-TVs ver­brau­chen deut­lich mehr als 4K-OLED-Mo­del­le

Der auf dem Ener­giela­bel ver­zeich­ne­te Stan­dard­ver­brauch (Bei­spiel: LG 77C9 mit 179 Watt) ist von zahl­rei­chen Ein­fluss­fak­to­ren wie dem Bild­si­gnal und den ge­wähl­ten Bild­ein­stel­lun­gen ab­hän­gig. Über den Ma­xi­mal­ver­brauch schwei­gen sich vie­le Her­stel­ler aus und auch auf dem Ener­giela­bel fehlt vom Ma­xi­mal­ver­brauch je­de Spur. Be­son­ders ein­fach kön­nen Sie den Ma­xi­mal­ver­brauch an der Ge­rä­te-Rück­sei­te ab­le­sen (Bei­spiel: LG 77C9 mit 655 Watt). We­ni­ge TV-Her­stel­ler wie Phi­lips ge­ben aber selbst hier zu ge­rin­ge Wer­te an

Das neue Ener­giela­bel kommt ab Früh­jahr 2021 zum Ein­satz und ver­mit­telt ei­nen bes­se­ren Über­blick über den Stan­dard­ver­brauch je 1 000 Be­triebs­stun­den (bis­lang Jah­res­an­ga­be bei 4h Nut­zung pro Tag) und den Ver­brauch un­ter HDR-Be­din­gun­gen (Mo­dus mit hö­he­rer Licht­leis­tung)

TV-Ge­rä­te über den Netz­schal­ter vor­schnell aus­zu­schal­ten ist nicht rat­sam. Da Smart-TVs mit In­ter­net­ver­bin­dung im Stand­by-Mo­dus Soft­ware­up­dates durch­füh­ren kön­nen und OLED-Fern­se­her wie in die­sem Fall ei­ne Pa­nel­ka­li­brie­rung vor­neh­men, ist es nicht zu emp­feh­len, die TV-Ge­rä­te blitz­schnell im Stand­by vom Netz zu neh­men. Lei­der zei­gen nur we­ni­ge TV-Ge­rä­te, wie die­ser OLED-Fern­se­her von Metz mit In­fo­dis­play, prä­zi­se an, wel­cher Pro­zess im Stand­by-Mo­dus ge­ra­de durch­ge­führt wird

Vi­deo­spie­le sto­ßen die nächs­te Strea­m­ing-La­wi­ne an: Mit xC­loud, PS Now, Sta­dia und Ge­force Now ste­hen zahl­rei­che Spie­le­diens­te be­reit, die bei best­mög­li­cher Bild- und Ton­über­tra­gung ho­he Band­brei­ten ein­for­dern: 60 Bil­der pro Se­kun­de er­hö­hen die Da­ten­ra­te im Ver­gleich zum Fil­mund Se­ri­en­strea­m­ing (meist 24 FPS)

Im Strea­m­ing-Zeit­al­ter sind Fil­me und Se­ri­en äu­ßerst be­quem, im­mer und über­all und kos­ten­güns­tig wie nie ab­ruf­bar. Der Me­di­en­kon­sum steigt da­mit im Ver­gleich zu phy­si­schen Da­ten­trä­gern ex­plo­si­ons­ar­tig an, was die Ge­samt­ener­gie­bi­lanz trotz der Ein­spar­po­ten­zia­le in die ro­ten Zah­len rut­schen lässt

Leis­tungs­stär­ke­re Vi­deo­co­decs re­du­zie­ren die Da­ten­men­gen durch ei­ne bes­se­re Kom­pri­mie­rung und da­mit die Kos­ten für Strea­m­ing-An­bie­ter. Auf Kon­su­men­ten­sei­te er­for­dern neue Co­decs wie AV1 aber leis­tungs­stär­ke­re Pro­zes­so­ren, der Ak­ku­ver­brauch mo­bi­ler Ge­rä­te kann an­stei­gen oder gänz­li­che neue Hard­ware ist zur Wie­der­ga­be not­wen­dig

Sie set­zen auf ef­fi­zi­en­te Tech­nik, aber die Strom­rech­nung klet­tert wei­ter und wei­ter? Das ist kei­ne Ein­bil­dung: Laut BDEW hat sich der mo­nat­li­che Be­trag für Steu­ern, Ab­ga­ben und Um­la­gen in Deutsch­land für ei­nen Durch­schnitts­haus­halt in den letz­ten 20 Jah­ren na­he­zu ver­vier­facht

Mehr in­di­vi­du­el­le tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten ver­än­dern das Nut­zungs­ver­hal­ten und die Ge­sell­schaft: Laut BDEW er­höht ins­be­son­de­re die wach­sen­de Zahl Al­lein­le­ben­der den Strom­be­darf der deut­schen Haus­hal­te. Es gibt auch re­gio­na­le Un­ter­schie­de: Haus­hal­te im Os­ten Deutsch­lands ver­brau­chen im Schnitt rund 20 Pro­zent we­ni­ger Strom. Wie schnei­den Sie im Ver­gleich ab?

Die Aus­wer­tung des Um­welt­bun­des­am­tes zeigt: Selbst wenn der Net­to­strom­ver­brauch in ein­zel­nen Be­rei­chen sinkt, steigt der Ver­brauch im glei­chen Zei­t­raum an an­de­rer Stel­le. 2018 stieg der Net­to­strom­ver­brauch in Deutsch­land auf mehr als 520 Te­ra­watt­stun­den. Ef­fi­zi­en­te­re Tech­nik al­lein be­deu­tet so­mit nicht au­to­ma­tisch ei­ne Ener­gie­ein­spa­rung. Die Pro­gno­se für 2020 dürf­te trotz CO­VID-19-Still­stand ver­fehlt wer­den

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