Ge­rin­ge Sym­bol­ra­ten

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Neue Über­tra­gungs- und Kom­pri­mie­rungs­tech­ni­ken re­du­zie­ren die für die Über­tra­gung ein­zel­ner Pro­gram­me er­for­der­li­che Da­ten­men­ge und Band­brei­te. Wo­mit auf ei­nem Trans­pon­der im­mer mehr Sta­tio­nen Platz fin­den. In­wie­fern trifft uns das?

Für den üb­li­chen Sa­tel­li­ten­emp­fang ha­ben ge­rin­ge Sym­bol­ra­ten kei­ne Be­deu­tung. Sie kom­men zum Ein­satz, wenn über Sa­tel­lit ein­zel­ne Pro­gram­me für sich über­tra­gen wer­den. Sol­che Aus­strah­lun­gen sind al­ler­dings kaum für die Öf­fent­lich­keit ge­dacht, son­dern die­nen üb­li­cher­wei­se der Si­gnal­zu­füh­rung. Et­wa, zu ter­res­tri­schen Sen­de­an­la­gen, oder um Pro­gram­me an ei­nem von den Ver­an­stal­tern ent­fern­ten Ort zu ei­nem Mul­ti­plex zu­sam­men­zu­fü­gen. Bei schmal­ban­di­gen Si­gna­len spricht man von SCPC, bei breit­ban­di­gen mit meh­re­ren Pro­gram­men von MCPC. Die Grö­ße ei­nes Mul­ti­ple­xes lässt sich leicht an sei­ner Sym­bol­ra­te er­ken­nen. Je grö­ßer sie ist, um­so mehr Pro­gram­me wer­den dar­in über­tra­gen. Gän­gi­ge Sym­bol­ra­ten auf un­se­ren be­lieb­ten Di­rekt­emp­fangs­sa­tel­li­ten sind Wer­te von 27 500 bis 30 000 MSym/s.

Kos­ten­fra­ge

Die Sym­bol­ra­te zeigt uns, wie viel Band­brei­te be­nö­tigt wird. Gleich­zei­tig be­stimmt sie die Hö­he der Über­tra­gungs­kos­ten. Die­se wol­len die Sen­der na­tür­lich so ge­ring als mög­lich hal­ten. Ver­wen­den sie et­wa statt dem Über­tra­gungs­stan­dard DVB-S und dem Kom­pri­mie­rungs­ver­fah­ren DVB-S2 und MPEG-4, kön­nen sie die be­nö­tig­te

Band­brei­te und so­mit die Kos­ten in et­wa hal­bie­ren. Mit HEVC und vor al­lem dem brand­neu­en Co­dec VVC lie­ßen sich wei­ter er­heb­lich Kos­ten spa­ren. Im Ver­gleich mit MPEG-2 wür­de mit VVC nur noch ein Ach­tel an Da­ten­men­ge an­fal­len. Dem ent­spre­chend könn­te sich die Sym­bol­ra­te von zum Bei­spiel 1 000 MSym/s auf et­wa 125 MSym/s re­du­zie­ren.

Klei­ne Sym­bol­ra­ten im De­tail

Klei­ne Sym­bol­ra­ten be­we­gen sich meist im ge­rin­gen vier­stel­li­gen Be­reich um die 2 000 bis 6 000 MSym/s. Ef­fi­zi­en­ten Kom­pri­mie­rungs­tech­ni­ken und Über­tra­gungs­ver­fah­ren ist es aber ge­schul­det, dass die­se zu­neh­mend auch die ma­gi­sche Gren­ze von 1 000 MSym/s un­ter­schrei­ten. Vor al­lem die Si­gnal­zu­füh­run­gen von Ra­dio­sta­tio­nen kön­nen da­bei Wer­te von deut­lich un­ter 200 MSym/s er­rei­chen. Das schmals­te uns be­kann­te Si­gnal fin­det man im Ka-Band auf 16 Grad Ost. Hier sen­det Ra­dio Im­ma­cu­lee Con­cep­ti­on mit ge­ra­de ein­mal 128 MSym/s.

Emp­fang

Un­se­re üb­li­chen Sat-Re­cei­ver emp­fan­gen in der Re­gel Sym­bol­ra­ten ab et­wa 2 000 MSym/s. Zu­min­dest laut ih­ren Tech­ni­schen Da­ten. Meist kom­men sie auch noch mit et­was ge­rin­ge­ren Wer­ten klar. Ob ih­re Gren­ze bei et­wa 1500MSym/s liegt oder dar­un­ter, lässt sich nur durch Aus­pro­bie­ren er­mit­teln. Ei­ne grenz­wer­ti­gen Emp­fang er­kennt man dar­an, dass er eher schlecht als recht funk­tio­niert.

Ob und wie gut der Emp­fang ge­rin­ger Sym­bol­ra­ten funk­tio­niert, ist letzt­lich ei­ne Fra­ge des ge­sam­ten ver­wen­de­ten Equip­ments. Denn über ei­nes müs­sen wir uns im Kla­ren sein. Für den zu­ver­läs­si­gen Emp­fang sol­cher Si­gna­le braucht man hoch­wer­ti­ges Pro­fie­quip­ment. Da­von sind un­se­re Heim­ge­rä­te mei­len­weit ent­fernt. Pro­fes­sio­nel­le Re­cei­ver ver­fol­gen ein­mal ein grund­le­gend an­de­res Be­di­en­kon­zept als un­se­re Set-Top-Bo­xen. Sie wer­den auf ei­ne be­stimm­te Fre­quenz, ein be­stimm­tes Pro­gramm, ein­ge­stellt und ge­ben die­ses et­wa an ei­nen Sen­der wei­ter, der es zum Bei­spiel über UKW aus­strahlt. In die­sem Be­triebs­zu­stand bleibt das Ge­rät über vie­le Jah­re. Rum­zap­pen ist da nicht vor­ge­se­hen.

Stich­wort Fre­quenz­sta­bi­li­tät

Ein ganz gro­ßes The­ma beim Emp­fang be­son­ders schmal­ban­di­ger SCPC-Si­gna­le ist die Fre­quenz­sta­bi­li­tät der LNBs. Die­se kön­nen ei­nen Schwan­kungs­be­reich von bis zu et­wa 2 MHz ha­ben. Bei üb­li­chen Trans­pon­dern un­se­rer TV-Sa­tel­li­ten sind die­se Schwan­kun­gen ver­nach­läs­sig­bar. Da­zu ein we­nig Theo­rie. Be­trach­ten wir den ARD-Trans­pon­der auf As­tra 19,2 Grad Ost auf 11,494 GHz ho­ri­zon­tal. Der dar­über über­tra­ge­ne Da­ten­strom kommt mit 22 000 MSym/s und be­legt im Fre­quenz­spek­trum den Be­reich von 11,479 bis 11,509GHz. Wo­mit das Si­gnal 30MHz breit ist. Wo­mit ganz genau ge­nom­men Das Ers­te HD und Co nicht auf 11,494GHz, son­dern im Be­reich von 11,479 bis 11,509GHz über­tra­gen wird. Schwankt bei ei­nem sol­chen ab­so­lut üb­li­chen Si­gnal der LNB um 2 MHz, emp­fängt er das Da­ten­pa­ket noch im­mer ziem­lich ex­akt rund um sei­ne Mit­ten­fre­quenz. Even­tu­ell er­for­der­li­che Nach­kor­rek­tu­ren er­le­digt die au­to­ma­ti­sche Fre­quenz­kor­rek­tur des Re­cei­vers, die auch als AFC be­kannt ist. Was aber pas­siert bei ei­nem ex­trem schma­len Si­gnal? Je­nes von An

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