Multi­tu­ner-Auf­nah­me­box

Digital Fernsehen - - Produkte | Kaufberatu­ng - 0,6 kg RI­CAR­DO PET­ZOLD 139 Eu­ro 210 × 45 × 150 mm

Der Her­stel­ler Air Di­gi­tal ist mit sei­ner Mar­ke Zgem­ma im­mer wie­der für Über­ra­schun­gen be­kannt. Nach­dem man be­reits mehr als ein Dut­zend Bo­xen welt­weit mit Enig­ma2-Ober­flä­che an­bie­tet, ka­men zur Jah­res­mit­te wei­te­re hin­zu. Die­se kön­nen sich vor al­lem bei der Aus­stat­tung se­hen las­sen.

Der neue H9 Com­bo ist ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung des be­lieb­ten H9.2H. Dank der zu­sätz­li­chen Aus­stat­tungs­merk­ma­le der in­te­grier­ten Fest­plat­te so­wie CI-Schnitt­stel­le kommt beim H9 Com­bo ein et­was grö­ße­res Ge­häu­se zum Ein­satz. Trotz­dem ist die Box kaum grö­ßer als ei­ne han­dels­üb­li­che VHS-Vi­deo­kas­set­te. Da Zgem­ma auf den Ein­bau klei­ner 2,5-Zoll-Spei­cher­me­di­en setzt, ist dies mög­lich. Ge­ne­rell wird die Box grund­sätz­lich oh­ne Fest­plat­te aus­ge­lie­fert. Das ent­spre­chen­de Mon­ta­ge­zu­be­hör liegt dem Lie­fer­um­fang bei und

der Kun­de muss nach dem Kauf noch den pas­sen­den Da­ten­trä­ger ein­bau­en. Wir nut­zen ein 320 GB Spei­cher­me­di­um. Beim Ein­bau fällt auf, dass dem Ge­rät lei­der kein Ab­stand­hal­ter zwi­schen Mon­ta­ge­plat­te und Da­ten­trä­ger bei­liegt. Die­ser ist aber nö­tig, um den fes­ten Sitz der Fest­plat­te zu er­mög­li­chen – die Schrau­ben sind zu lang für ei­ne Mon­ta­ge oh­ne Ab­stand­hal­ter. Au­ßer­dem be­steht die Ge­fahr, dass die Me­tall­plat­te, die als Trä­ger des Spei­cher­me­di­ums dient, Kurz­schlüs­se auf dem Da­ten­trä­ger ver­ur­sacht.

Zur wei­te­ren Aus­stat­tung des Ge­rä­tes

zählt der Com­bo-Tu­ner, je ein Emp­fangs­teil für Sa­tel­lit, ein wei­te­res für den Emp­fang von DVB-C- oder DVB-T2-Si­gna­len. Des Wei­te­ren ste­hen ein Netz­werk­an­schluss, ein Mi­cro-SD-Kar­ten­le­ser und ein USB 2.0-An­schluss be­reit. Lei­der be­lässt es Air Di­gi­tal beim H9 Com­bo nur ei­nem USB–2.0-An­schluss. Vor­teil­haft ist da­bei, dass die Box WLAN be­reits fest in­te­griert hat und so­mit die­ser An­schluss nicht durch ei­nen WLAN-Don­g­le blo­ckiert wird. Ein­mal mehr kommt der von Air Di­gi­tal ge­fer­tig­te Re­cei­ver kom­plett oh­ne Be­dien­ele­men­te an der Front aus. Die Vor­der­sei­te

hält nur ei­ne vier­stel­li­ge Sie­bens­eg­ment­an­zei­ge be­reit. Hin­ter ei­ner Front­klap­pe ver­ste­cken sich zu­dem ein CA-Kar­ten­le­ser und ein wei­te­rer USB 2.0-An­schluss. Bei der Fern­be­die­nung kommt das be­lieb­te Mo­dell des H9.2H er­neut zum Ein­satz. Sie kann mit gu­ten Druck­punk­ten so­wie ei­ner über­sicht­li­chen Tas­ten­auf­tei­lung punk­ten. Der Zif­fern­block ist dort, wo er hin­ge­hört, und auch das Steuer­kreuz bie­tet kei­nen An­lass zur Kri­tik.

Mehr­wert

Dank des grö­ße­ren Spei­chers setzt der Her­stel­ler beim Zgem­ma H9 Com­bo auch auf die Mul­ti­boot-Lö­sung. Vier Sek­to­ren ste­hen be­reit, in de­nen un­ab­hän­gig von­ein­an­der ver­schie­de­ne ver­füg­ba­re Enig­ma-Images in­stal­liert wer­den kön­nen. Auch bei den Tu­nern kann das Ge­rät ein­mal mehr punk­ten. Der ein­ge­bau­te Sa­tel­li­ten­tu­ner ist näm­lich auch zum Emp­fang von DVB-S2X ge­eig­net und kann zu­dem Mul­tis­t­ream dar­stel­len. Die Kom­bi­ein­heit für DVB-C und ter­res­tri­sche Si­gna­le ver­ar­bei­tet auch DVB-T2 per­fekt. Dar­über hin­aus kann das Ge­rät mit wei­te­ren Al­lein­stel­lungs­merk­ma­len auf­trump­fen. Da­zu ge­hö­ren Tr­ans­co­ding – auch in H.265 – so­wie ei­ne UHD-Bild-in-Bild-Funk­ti­on. Aus­ge­lie­fert wird das Ge­rät mit ei­nem 6.2 Image von OpenATV. Da die­se Ver­si­on et­was in die Jah­re ge­kom­men ist – OpenATV tes­tet seit Ok­to­ber be­reits die Ver­si­on 6.4 sei­nes Images – ha­ben wir uns da­für ent­schie­den, die Box mit der Ver­si­on 6.3 zu tes­ten. Hin­zu kommt, dass Air Di­gi­tal sei­ne Bo­xen oh­ne In­stal­la­ti­ons­me­nü aus­lie­fert. Um die per­sön­li­che Ein­stel­lung durch­füh­ren zu kön­nen, muss das Ge­rät erst ein­mal ei­nem Werks­re­set un­ter­zo­gen wer­den. So­mit ist es ein­fa­cher, di­rekt ein neu­es Image zu flas­hen, wel­ches dann mit dem In­stal­la­ti­ons­me­nü star­tet.

Ein­rich­tung

Die In­stal­la­ti­on des Zgem­ma un­ter­schei­det sich er­war­tungs­ge­mäß nicht von der bei an­de­ren Li­nux-Re­cei­vern. Po­si­tiv fällt uns so­fort die Schnel­lig­keit des Ge­rä­tes auf. Ins­be­son­de­re die Um­schalt­zei­ten sind be­ein­dru­ckend. Ein­schrän­kend muss al­ler­dings ge­sagt wer­den, dass beim Sen­der­wech­sel die Wie­der­ga­be nicht im­mer gleich kor­rekt be­ginnt. Hier wird ein­mal mehr die klei­ne Schwä­che der Hi­si­li­con-Pro­zes­so­ren

spür­bar. Die Box über­zeugt durch Sta­bi­li­tät im TV-All­tag. Ge­gen ei­nen Be­trieb als rei­nen TV-Re­cei­ver zum Bei­spiel auf As­tra ist nichts ein­zu­wen­den. Al­le Sen­der wer­den oh­ne Schwie­rig­kei­ten in sehr gu­ter Bild­qua­li­tät wie­der­ge­ge­ben. Na­tür­lich kann auch die­ser Li­nux-Re­cei­ver nach Be­lie­ben kon­fi­gu­riert und auch mit ver­schie­de­nen Skins op­tisch an die ei­ge­nen Wün­sche an­ge­passt wer­den. Zahl­rei­che Plug­ins ste­hen eben­falls zur Ver­fü­gung.

Auf­nah­me

Dank in­te­grier­ter Fest­plat­te und Mi­cro SD-Kar­ten­le­ser bie­tet der H9 Com­bo ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten zur In­te­gra­ti­on von Spei­cher­me­di­en. Ist ein der­ar­ti­ges in­stal­liert, steht der Auf­nah­me nichts mehr im We­ge. Wahl­wei­se kön­nen So­fort-Auf­nah­men oder Ti­mer-Auf­nah­men durch­ge­führt wer­den. Wie bei der OpenATV-Ober­flä­che nicht an­ders zu er­war­ten, ist es auch beim jüngs­ten Mo­dell von Air Di­gi­tal mög­lich, die Vor- und Nach­lauf­zeit von Ti­mer-Auf­nah­men zu be­stim­men. Na­tür­lich kön­nen Ti­mer di­rekt aus dem Pro­gramm­füh­rer her­aus pro­gram­miert wer­den. Da

es sich um ein Com­bo-Mo­dell han­delt, muss al­ler­dings dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass zeit­gleich nur ein Trans­pon­der über Sa­tel­lit und ein wei­te­rer über den ter­res­tri­schen oder Ka­b­el­emp­fangs­weg ge­nutzt wer­den kann. Wer ein Sat-IP-Netz­werk zu Hau­se sein Ei­gen nennt, kann bis zu zwei wei­te­re Tu­ner in­te­grie­ren und er­hält so­mit mehr Fle­xi­bi­li­tät bei der Auf­nah­me.

Mul­ti­me­dia

Im Image sel­ber ist die Hb­bTV-Funk­ti­on noch nicht ak­tiv. Zum Glück kann sie aber über das Er­wei­te­rungs­me­nü des OpenATV-Images un­kom­pli­ziert nach­in­stal­liert wer­den. An­schlie­ßend steht die Red-But­ton-Funk­ti­on zur Ver­fü­gung. Der Zu­griff auf die hy­bri­den Di­ens­te klapp­te im Test dann ein­wand­frei und recht flüs­sig. Ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit zur Nut­zung di­ver­ser Me­dia­the­ken ist das be­lieb­te Plu­gin Me­di­apor­tal. Auch hier kann auf al­le Me­dia­the­ken der Sen­der zu­ge­grif­fen wer­den. Au­ßer­dem ste­hen di­ver­se wei­te­re Di­ens­te zur Ver­fü­gung. Im Test ar­bei­tet die Box mit der ak­tu­el­len Me­di­apor­tal-Ver­si­on sehr gut zu­sam­men. Eben­falls zur Ver­fü­gung ste­hen Plug­ins für die Me­di­en­diens­te Stal­ker und Ko­di. Ex­per­ten wis­sen, was hier­über mitt­ler­wei­le al­les mög­lich ist, und die Un­ter­stüt­zung die­ser Plug­ins un­ter­mau­ert ein­mal mehr, dass der H9 Com­bo kei­nes­falls nur ein Stan­dard-Re­cei­ver, son­dern ein UHD-Re­cei­ver mit ei­ner Men­ge Mul­ti­me­dia­un­ter­stüt­zung ist.

Tu­ner

Die bei­den in­te­grier­ten Tu­ner über­zeu­gen. Als Tu­ner A ist das Kom­bi­mo­dul für DVB-C und DVB-T2 plat­ziert. Der Nut­zer muss sich bei der In­stal­la­ti­on ent­schei­den, wel­chen der bei­den Über­tra­gungs­stan­dards er nut­zen möch­te. Im Test stell­ten wir bei kei­nem von bei­den Schwä­chen fest. Im DVB T2-Be­trieb wer­den ne­ben den klas­si­schen Si­gna­len nach DVB-T-Stan­dard auch al­le des neu­en DVB T2-Stan­dards ge­fun­den. Dies gilt auch über die deut­schen An­ge­bo­te hin­aus, denn am zwei­ten Test­stand­ort un­se­res Ver­la­ges in Mit­tel­sach­sen wer­den al­le mo­der­nen DVB-T2-Emp­fän­ger auch auf die Emp­fang­bar­keit aus­län­di­scher Pa­ke­te – im spe­zi­el­len aus Tsche­chi­en – ge­prüft. Der H9 Com­bo meis­tert die­se Auf­ga­be mit Bra­vour.

Auch beim Test des DVB-S2X-Tu­ners kommt Freu­de in der Te­st­re­dak­ti­on auf.

Die Leis­tungs­fä­hig­keit des Tu­ners kann sich se­hen las­sen. Selbst­ver­ständ­lich funk­tio­nie­ren wie ge­habt al­le DiSEqC-Pro­to­kol­le für Mul­ti­feed und Dre­h­an­la­gen so­wie USALS und JESS. Zu­dem wird der Emp­fang von Mul­tis­t­ream und so­gar DVBS2X un­ter­stützt. Das ha­ben wir na­tür­lich gleich in der Pra­xis ge­tes­tet. Zu­erst ha­ben wir uns DVB-S2X an­ge­schaut. Ein Bou­quet aus der Schweiz auf 33 Grad Ost sen­det in die­sem neu­en Stan­dard. Ein Such­lauf auf 12,597 GHz ver­ti­kal klapp­te auf An­hieb und die drei Ka­nä­le wur­den ein­ge­le­sen. Auch die an­schlie­ßen­de Wie­der­ga­be funk­tio­nier­te ein­wand­frei. Un­se­re nächs­te Test­po­si­ti­on war 5 Grad West. Dort sind zahl­rei­che ita­lie­ni­sche Ka­nä­le im Mul­tis­t­ream un­ver­schlüs­selt auf­ge­schal­tet. Die Trans­pon­der die­nen ei­gent­lich der Zu­füh­rung für das ter­res­tri­sche Di­gi­tal­fern­se­hen in Ita­li­en. Bis­her gab es nur we­ni­ge und zum Teil auch recht teu­re Re­cei­ver, die mit die­sem Sys­tem zu­recht­kom­men. Doch auch die­se Hür­de leis­tet un­ser 100-Eu­ro-Re­cei­ver mit Bra­vour. Al­le Mul­tis­t­ream-Bou­quets auf die­ser Po­si­ti­on wur­den ein­ge­le­sen und pro­blem­los wie­der­ge­ge­ben. Tat­säch­lich ent­puppt sich der Re­cei­ver al­so als sehr gu­te Wahl für DXer. Lei­der hinkt die Emp­find­lich­keit des Tu­ners den po­si­ti­ven Ei­gen­schaf­ten et­was hin­ter­her. Mit knapp 85 dbm hat die­ser nicht be­son­ders ho­he Leis­tungs­re­ser­ven. Aber an­sons­ten macht er im nor­ma­len Be­trieb ei­ne gu­te Fi­gur. Po­si­tiv über­rascht sind wir beim Auf­ruf der Blind­scan-Funk­ti­on. Die­se kann nun un­ein­ge­schränkt bei der H9-Se­rie ge­nutzt wer­den. Mit dem Blind­scan des neu­en Edi­si­on OS Ni­no Pro, den wir in der letz­ten Aus­ga­be vor­stell­ten und der in­ner­halb der letz­ten vier Wo­chen noch­mal beim Tu­ner deut­lich auf­ge­wer­tet wur­de, kann er zwar nicht mit­hal­ten, aber auf Türk­sat fin­det der Blind­scan des H9 Com­bo zu­ver­läs­sig über 90 Pro­zent der emp­fang­ba­ren Si­gna­le. Die­ses Er­geb­nis ist gut. Et­was stö­rend ist, dass Mo­du­la­ti­on und FEC nicht kor­rekt ge­fun­den wer­den. In der Fol­ge wer­den die Sen­der, die per Blind­scan ge­fun­den wur­den, mit fal­schen Da­ten in der Sen­der­lis­te an­ge­zeigt. Hier be­steht Op­ti­mie­rungs­be­darf.

De­co­die­rung

Ei­ne CI-Schnitt­stel­le so­wie ein CAS-Kar­ten­le­ser sor­gen bei dem kom­pak­ten UHD-Re­cei­ver für die De­co­die­rung von Pay-TV-In­hal­ten.

Mit­tels al­ter­na­ti­ven Images für die Box lässt sich nicht ganz of­fi­zell auch die CI-Plus-Un­ter­stüt­zung im­ple­men­tie­ren. Der Zgem­ma H9 Com­bo ist das, was vie­le Nut­zer ver­misst ha­ben: Ein kos­ten­güns­ti­ger UHD-Re­cei­ver mit in­te­grier­ter Fest­plat­te und CI-Le­ser. Im Test konn­te das Ge­rät an vie­len Stel­len punk­ten. Klei­ne Schwä­chen sind bei der Ver­ar­bei­tung zu se­hen. Wer ei­ne Fest­plat­te ein­bau­en möch­te, be­nö­tigt Zu­satz­ma­te­ri­al.

Air Di­gi­tal

Zgem­ma H9 Com­bo

Auf­nah­men las­sen sich dann be­quem mit­tels Ti­mer auf das Spei­cher­me­di­um ban­nen, na­tür­lich stets un­ver­schlüs­selt

Ei­ne Fest­plat­te kann dir­tekt im Ge­rät ver­baut wer­den. Vor dem ers­ten Be­trieb muss die­se dann noch in­itia­li­siert wer­den

Auf die Im­ple­men­tie­rung ei­nes CI-Slots in ei­nen UHD-Re­cei­ver ha­ben vie­le Zgem­ma-Fans schon lan­ge ge­war­tet. Nun steht die­se end­lich be­reit. Dank in­te­grier­ba­rer Fest­plat­te kann der Re­cei­ver auch als Auf­nah­me­ge­rät punk­ten

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