Erp-sys­tem

Mehr Pla­nungs­si­cher­heit für Schütt­gut­spe­zia­list

Digital Manufacturing - - INHALT - VON MA­NU­EL GÖPELT, FACHAUTOR IN KÖLN Ma­nu­el Göpelt ist Fachautor in Köln.

Der Ma­schi­nen- und An­la­gen­bau­er Thiel lie­fert För­der­tech­nik für die Fut­ter- und Le­bens­mit­tel­in­dus­trie. Zum Pro­dukt­port­fo­lio ge­hö­ren ne­ben kun­den­spe­zi­fi­schen An­fer­ti­gun­gen auch in Se­rie ge­fer­tig­te La­ger­si­los und Kom­po­nen­ten für die Stal­lein­rich­tung. Um mehr Trans­pa­renz und Pla­nungs­si­cher­heit zu ge­win­nen, hat Thiel das Auf­trags­ma­nage­ment­sys­tem ams.erp ein­ge­führt. Die Soft­ware führt sämt­li­che kauf­män­ni­schen und tech­ni­schen In­for­ma­tio­nen bei Kun­den­pro­jek­ten zu­sam­men.

DER IN Nie­der­sach­sen an­säs­si­ge Ma­schi­nen­und An­la­gen­bau­er Thiel ist auf För­der­tech­nik für die Fut­ter- und Le­bens­mit­tel­in­dus­trie spe­zia­li­siert. Den Groß­teil sei­ner Pro­duk­te fer­tigt der in­ha­ber­ge­führ­te Fa­mi­li­en­be­trieb nach kun­den­spe­zi­fisch Wün­schen an. Dar­über hin­aus pro­du­ziert das Un­ter­neh­men La­ger­si­los so­wie Kom­po­nen­ten für die Stal­lein­rich­tung in Se­rie. Ins­ge­samt liegt der jähr­li­che Out­put bei 5.000 bis 6.000 Auf­trä­gen pro Jahr.

Um ein ho­hes Maß an Trans­pa­renz und Pla­nungs­si­cher­heit zu ge­win­nen, führ­te Thiel das Auf­trags­ma­nage­ment­sys­tem ams.erp ein. Die in­te­grier­te Bu­si­ness-soft­ware führt sämt­li­che kauf­män­ni­schen und tech­ni­schen In­for­ma­tio­nen zu­sam­men, die im Rah­men der Kun­den­pro­jek­te ent­ste­hen. Um die Auf­trags­da­ten auch auf Ma­schi­nen­ebe­ne ver­wen­den zu kön­nen, hat Thiel au­ßer­dem die La­ser­schnei­den und Stan­zen so­wie das au­to­ma­ti­sche Re­gal­la­ger­sys­tem an das Sys­tem an­ge­bun­den.

Nach ei­ner sechs­mo­na­ti­gen Ein­füh­rungs­pha­se ging ams.erp im No­vem­ber 2016 live. Be­reits zu Be­ginn er­ga­ben sich ei­ni­ge Vor­tei­le. Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Thiel er­in­nert sich an die Ein­füh­rung: „Durch die neue Be­stands­füh­rung konn­ten wir un­ser Ein­kaufs­vo­lu­men in den ers­ten Mo­na­ten um rund fünf Pro­zent re­du­zie­ren. Zu­dem sorg­te die in­te­grier­te Auf­trags­pla­nung da­für, dass sich die Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten in kür­zes­ter Zeit deut­lich er­wei­tert ha­ben.“Der För­der­tech­nik­spe­zia­list nutz­te den Schwung des Sys­tem­wech­sels und be­gann so­fort mit dem wei­te­ren Aus­bau der neu­en Bu­si­ness-lö­sung. Da­bei kon­zen­trier­te sich das Un­ter­neh­men zu­nächst die Be­rei­che Do­ku­men­ten­ma­nage­ment (DMS) und Pro­dukt­da­ten­ma­nage­ment (PDM), für die ams.erp die in­te­grier­te Ge­samt­lö­sung ams.dms / ams.pdm bie­tet.

Die Thiel För­der­tech­nik ent­schloss sich im Zu­ge der Lö­sungs­in­te­gra­ti­on da­zu, sämt­li­che Do­ku­men­te nur noch elek­tro­nisch vor­zu­hal­ten. Egal, ob es sich da­bei um die Kor­re­spon­denz mit den Kun­den und Zu­lie­fe­rern, die tech­ni­sche Auf­trags­do­ku­men­ta­ti­on oder Un­ter­la­gen han­delt, die wäh­rend der Nut­zungs­pha­se der aus­ge­lie­fer­ten Pro­duk­te ent­ste­hen. Le­dig­lich im Ein­kauf gibt es noch ei­nen Ord­ner mit den Ein­gangs­rech­nun­gen. Al­le üb­ri­gen Do­ku­men­te wer­den über die Be­nut­zer­ober­flä­che von ams.erp im an­ge­schlos­se­nen Dms-sys­tem ab­ge­legt.

Au­to­ma­ti­sier­ter Da­ten­aus­tausch mit der Kon­struk­ti­on

Zeit­gleich mit dem Do­ku­men­ten­ma­nage­ment hat Thiel auch ams.pdm in Be­trieb ge­nom­men. Das eben­falls in ams. erp in­te­grier­te Pro­dukt­da­ten­ma­nage­ment au­to­ma­ti­siert den Da­ten­aus­tausch mit der Kon­struk­ti­on, die in Thiels Fall mit dem Cad-sys­tem Au­to­desk In­ven­tor ar­bei­tet. Die dort er­stell­ten Zeich­nun­gen wer­den di­rekt in ams.pdm ge­spei­chert und ver­wal­tet. Zu­dem wer­den im Pdm-sys­tem auch die mit den Zeich­nun­gen kor­re­spon­die­ren­den Stück­lis­ten an­ge­legt und au­to­ma­tisch an das Auf­trags­ma­nage­ment über­mit­telt. Um den An­for­de­run­gen der kon­struk­ti­ons

be­glei­ten­den Fer­ti­gung ge­recht zu wer­den, un­ter­stützt die Pdm-lö­sung die ver­si­ons­si­che­re Ver­ar­bei­tung von Auf­trags­stück­lis­ten: Je­de Kon­struk­ti­ons­än­de­rung führt au­to­ma­tisch zu ei­ner Ak­tua­li­sie­rung der da­von be­trof­fe­nen Auf­trags­stück­lis­te. Auf die­se Wei­se er­ken­nen al­le Pro­jekt­be­tei­lig­ten, in­wie­fern der lau­fen­de Kon­struk­ti­ons­fort­schritt neue Be­dar­fe in der Dis­po­si­ti­on, dem Ein­kauf und der Fer­ti­gung aus­löst.

Op­ti­ma­les Zu­sam­men­spiel von ERP und PDM

So­mit stellt Thiel si­cher, dass Kon­struk­ti­on und Auf­trags­steue­rung auf ei­ner ge­mein­sa­men Da­ten­ba­sis ar­bei­ten. „Für uns ist dies ein gro­ßer Ent­wick­lungs­schritt. Über das Zu­sam­men­spiel von ERP und PDM ent­steht ei­ne ge­schlos­se­ne In­for­ma­ti­ons­ket­te, so dass al­le Ver­ant­wort­li­chen auch nach Jah­ren noch wis­sen, was tat­säch­lich ver­baut wur­de“, er­klärt Micha­el Thiel. Oh­ne ei­ne sol­che In­te­gra­ti­on, weiß er aus ei­ge­ner Er­fah­rung, ist ei­ne sol­che Trans­pa­renz nicht zu ha­ben. Schon al­lein des­halb nicht, da sich die Mit­ar­bei­ter in der Pro­duk­ti­on aus prag­ma­ti­schen Grün­den oft­mals für ein Vor­ge­hen ent­schei­den, das mit der zu­grun­de lie­gen­den Zeich­nung nur teil­wei­se über­ein­stimmt. „Erst wenn die ent­spre­chen­den Än­de­run­gen lü­cken­los zu­rück­ge­spie­gelt wer­den, kön­nen wir je­der­zeit prä­zi­se nach­voll­zie­hen, wie wir das Pro­dukt an den Kun­den aus­ge­lie­fert ha­ben“, be­kräf­tigt Micha­el Thiel.

Ne­ben dem elek­tro­ni­schen Da­ten­aus­tausch zwi­schen Pro­duk­ti­on und Kon­struk­ti­on setzt die Thiel För­der­tech­nik auch in­ner­halb der Fer­ti­gungs­or­ga­ni­sa­ti­on auf Pro­zess­au­to­ma­ti­sie­rung. Herz­stück ist hier ei­ne bi­di­rek­tio­na­le Schnitt­stel­le zwi­schen dem Auf­trags­ma­nage­ment und der Nc-pro­gram­mie­rung der La­ser­schnei­de­und Stanz­ma­schi­nen. Um den ak­tu­el­len Ar­beits­vor­rat un­ter­bre­chungs­frei an die ein­ge­setz­ten Pro­duk­ti­ons­an­la­gen zu sen­den, über­mit­telt ams.erp die Bau­grup­pen­struk­tur an die je­weils zu­stän­di­gen Schach­tel­pro­gram­me.

Durch Nc-in­te­gra­ti­on in den Ein­schicht­be­trieb ge­wech­selt

Bei der Ver­schach­te­lung nutzt Thiel wei­ter­hin das Know-how sei­ner Mit­ar­bei­ter. Steht der Schach­tel­plan fest, wird die Spe­zi­fi­ka­ti­on des er­for­der­li­chen Ma­te­ri­als au­to­ma­tisch hin­ter­legt und an die Ma­te­ri­al­wirt­schaft über­mit­telt. So­bald das Pro­gramm dann ab­ge­ar­bei­tet ist, mel­det die Ma­schi­ne die Zei­ten und den Ver­schnitt an das Auf­trags­ma­nage­ment zu­rück. „Der Nut­zen der Nc-in­te­gra­ti­on ist enorm“, er­klärt Micha­el Thiel. „Vor der Au­to­ma­ti­sie­rung ha­ben wir die La­ser zwei­schich­tig be­trie­ben. In­zwi­schen konn­ten wir auf Ein­schicht­be­trieb wech­seln und da­mit ei­ne kom­plet­te Schicht ein­spa­ren.“ Seit dem Live-be­trieb von ams.erp hat Thiel För­der­tech­nik 12.000 Auf­trä­ge über das in­te­grier­te In­for­ma­ti­ons­sys­tem bis En­de 2018 ab­ge­wi­ckelt. Mit je­dem Auf­trag wächst das Wis­sen dar­über, wie wirt­schaft­lich die un­ter­schied­li­chen Be­rei­che im Un­ter­neh­men ar­bei­ten. Gleich­zei­tig er­hält das Ma­nage­ment be­last­ba­re In­for­ma­tio­nen da­zu, wie hoch der Kos­ten­de­ckungs­grad der un­ter­schied­li­chen Pro­duk­te ist.

„Der In­for­ma­ti­ons­ge­winn in der Nach­kal­ku­la­ti­on hat da­zu ge­führt, dass wir uns von ei­ni­gen Pro­duk­ten ge­trennt ha­ben“, er­läu­tert Micha­el Thiel. Dar­un­ter wa­ren Kom­po­nen­ten, bei de­nen nie­mand dar­an ge­zwei­felt hät­te, dass der Her­stel­ler preis­lich mit der in­ter­na­tio­na­len Kon­kur­renz mit­hal­ten könn­te. Die Über­prü­fung in der Con­trol­ling-an­wen­dung von ams.erp er­gab dann je­doch ein völ­lig an­de­res Bild.

„Mit In­for­ma­tio­nen wie die­sen be­kom­men wir ei­ne trag­fä­hi­ge Pla­nungs­grund­la­ge für die Zu­kunft un­se­res Un­ter­neh­mens“, stellt Micha­el Thiel fest. Ne­ben ana­ly­ti­schen The­men wie der Nach­kal­ku­la­ti­on in­ter­es­siert sich das Ma­nage­ment auch für pro­gnos­ti­sche Aus­wer­tun­gen, bei­spiels­wei­se den Auf­trags-fo­re­cast oder die Be­rich­te zur Ka­pa­zi­täts­ent­wick­lung. „Das An­wen­dungs­spek­trum des Con­trol­lings reicht von kurz­fris­ti­gen Ma­ke-or-buy-ent­schei­dun­gen bis zu lang­fris­ti­gen In­ves­ti­ti­ons­über­le­gun­gen“, er­läu­tert Micha­el Thiel. „Hier­durch er­schlie­ßen wir uns das Wis­sen, um die Un­ter­neh­mens­ent­wick­lung vor­aus­schau­end zu steu­ern und un­se­re bis­he­ri­ge Wachs­tums­ge­schich­te er­folg­reich fort­zu­schrei­ben.“

Die Trog­ket­ten­för­de­rer von Thiel wer­den für den Trans­port von För­der­me­di­en ein­ge­setzt.

Bil­der: Thiel För­der­tech­nik

Die Dop­pelt­rog­schne­cke eig­net sich für den ho­ri­zon­ta­len oder an­stei­gen­den Trans­port von För­der­gut.

In den La­ger­si­los von Thiel kön­nen tro­cke­ne Rohstoffe so­wie Zwi­schen- und End­pro­duk­te bis zu ei­nem Schütt­ge­wicht von 950 kg/m³ ein­ge­la­gert wer­den.

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