Mon­ta­ge

Digital Manufacturing - - INHALT - VON JENS REEDER

Höchs­te Prä­zi­si­on für Mess­auf­ga­ben

Hoch­prä­zi­se Mess­lö­sun­gen, Ku­gel­füh­run­gen oder Pum­pen von Mahr kom­men welt­weit in un­zäh­li­gen In­dus­tri­en und Be­rei­chen zum Ein­satz. Die Ver­bin­dung von viel­fäl­ti­gen Fer­ti­gungs­an­for­de­run­gen und kom­ple­xer Fir­men­struk­tur stellt ganz be­son­de­re Her­aus­for­de­run­gen an die IT – al­len vor­an an das Erp-sys­tem. Mahr setzt hier­für seit vie­len Jah­ren auf den Bran­chen­stan­dard Psi­pen­ta und des­sen in­te­grier­te Mehr­wer­ke­steue­rung.

WER NACH ei­ner Lö­sung im Be­reich der Fer­ti­gungs­mess­tech­nik sucht, wird frü­her oder spä­ter auf die Mahr Gmbh in Göt­tin­gen tref­fen. Mess­tech­nik ist schon seit 1861 die Pas­si­on des mit­tel­stän­di­schen Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mens. Im Mit­tel­punkt des Port­fo­li­os ste­hen Mess­ge­rä­te zum Prü­fen der Werk­stück­geo­me­trie, aber auch hoch­ge­naue Ku­gel­füh­run­gen und hoch­prä­zi­se Zahn­rad- und Do­sier­pum­pen. Die An­wen­der­kun­den rei­chen da­her vom Au­to­mo­bil-, Ma­schi­nen- und An­la­gen­bau über die Elek­tro- und Me­di­zin­tech­nik bis hin zur op­ti­schen In­dus­trie so­wie Syn­the­se­fa­se­r­und Kunst­stoff­in­dus­trie.

Im Au­to­mo­bil­bau kom­men Mahr-pro­duk­te un­ter an­de­rem bei der Kon­struk­ti­on von Kur­bel­wel­len, Ge­trie­be­ge­häu­sen und na­no­struk­tu­rier­ten La­cken zum Ein­satz. Bei der Her­stel­lung von Flug­zeug-trieb­wer­ken hel­fen Ober­flä­chen­mess­ge­rä­te mi­kro­sko­pisch klei­ne Ris­se in Tur­bi­nen­schau­feln auf­zu­spü­ren.

Erp-sys­tem als Teil der IT

In ih­rer Fir­men­ge­schich­te ist Mahr kon­ti­nu­ier­lich ge­wach­sen. Als Un­ter­neh­mens­grup­pe be­treibt sie der­zeit mit 14 Toch­ter­un­ter­neh­men welt­weit Pro­duk­ti­ons­wer­ke und Ver­triebs­nie­der­las­sun­gen, teil­wei­se in „Dop­pel­funk­ti­on“oder auch als 2-Mann-ver­triebs­bü­ro. 2.000 Mit­ar­bei­ter er­wirt­schaf­ten welt­weit ei­nen durch­schnitt­li­chen Jah­res­um­satz von 250 Mil­lio­nen Eu­ro. Vor al­lem die wach­sen­de Kom­ple­xi­tät der Un­ter­neh­mens­struk­tur ist zu ei­ner Her­aus­for­de­rung für die IT ge­wor­den.

Das zen­tra­le Ele­ment ist das Erp-sys­tem Psi­pen­ta der PSI Au­to­mo­ti­ve & In­dus­try Gmbh in Berlin, auf das Mahr be­reits seit 1992 setzt. Da­mals star­te­te der Her­stel­ler mit zwei Single­si­te-, al­so von­ein­an­der un­ab­hän­gi­gen In­stal­la­tio­nen in drei Wer­ken. Seit 2013 bin­det die zen­tra­le Edv-ab­tei­lung der Un­ter­neh­mens­grup­pe sämt­li­che Nie­der­las­sun­gen suk­zes­si­ve an die Mehr­wer­ke­steue­rung Mul­ti­si­te an, die für ei­ne un­ter­neh­mens­über­grei­fen­de Trans­pa­renz sorgt. Schon heu­te ar­bei­ten rund 1.000 Mit­ar­bei­ter welt­weit mit dem Sys­tem, 2024 sol­len es rund 1.500 sein.

Das Erp-sys­tem un­ter­stützt ab­tei­lungs­über­grei­fend die ge­sam­te Pro­zess­ket­te ei­nes Auf­trags­durch­laufs – vom Ver­trieb und Ein­kauf über die Pro­duk­ti­on bis hin zum Ver­sand. An­ge­bun­den sind dar­über hin­aus Psi-part­ner­pro­duk­te wie das in­tex icen­ter für die di­gi­ta­le Ein­gangs­rech­nungs­ver­ar­bei­tung oder der Edi-stan­dard myo­pen­fac­to­ry für die über­be­trieb­li­che Auf­trags- und Pro­jekt­ab­wick­lung. Am Stand­ort Göt­tin­gen spielt auch das Wareh­ou­se-ma­nage­ment-sys­tem Psiwms der Kon­zern­schwes­ter PSI Lo­gis­tics ei­ne wich­ti­ge Rol­le, das mit dem Erp-sys­tem ver­zahnt ist. Da­mit zeigt sich auch bei Mahr der ak­tu­el­le Trend, dass die Gren­zen zwi­schen den lo­gis­ti­schen It-sys­te­men im­mer mehr zu­guns­ten ma­xi­ma­ler Durch­gän­gig­keit, Ef­fi­zi­enz und Trans­pa­renz ver­schwim­men.

Un­ter­stüt­zung ver­schie­de­ner Fer­ti­gungs­ar­ten

Das Erp-sys­tem muss bei Mahr die Ab­läu­fe un­ter­schied­lichs­ter Fer­ti­gungs­ar­ten un­ter­stüt­zen. So wer­den Mess­ge­rä­te in al­ler Re­gel in Se­ri­en­pro­duk­ti­on ge­fer­tigt, Mess­ma­schi­nen da­ge­gen als Klein­se­ri­en pro­du­ziert und In­di­vi­du­al­fer­ti­gun­gen fol­gen den Re­geln der Auf­trags­fer­ti­gung. Grund­sätz­lich gilt, dass je­der Mahr-kun­de ei­ne Mess­auf­ga­be hat, die es zu lö­sen gilt. Hier­für setzt das Un­ter­neh­men mög­lichst auf Stan­dards, die manch­mal an die kun­den­spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen an­ge­passt wer­den müs­sen.

Die Lis­te der er­for­der­li­chen Erp-funk­tio­nen zur Ab­de­ckung der ver­schie­de­nen An­for­de­run­gen ist folg­lich lang. „Ei­ne be­son­de­re Rol­le für die pro­du­zie­ren­den Wer­ke spie­len bei­spiels­wei­se die Ad­ap­ti­ve-mo­du­le für die Lie­fer­ter­mi­nermitt­lung und Be­stands­op­ti­mie­rung“, er­klärt Tho­mas Som­mer, Lei­ter Bu­si­ness Ap­p­li­ca­ti­on Ma­nage­ment bei Mahr. Da­bei plant Mahr für die werks­über­grei­fen­de Ter­mi­nie­rung be­reits die Er­gän­zung durch das Mo­du­le CTP – Ca­pa­ble-to-pro­mi­se. An­fra­gen an Werk 1 zu ei­ner in Werk 2 nicht vor­rä­ti­gen Han­dels­wa­re kön­nen dann bei­spiels­wei­se

so­fort mit ei­nem zu­ver­läs­si­gen Lie­fer­ter­min be­ant­wor­tet wer­den.„ei­ne Be­son­der­heit ist auch der Stück­lis­ten-de­si­gner, mit dem sich gra­fisch sehr fle­xi­bel und ganz ein­fach per Drag-and-drop die Gr­und­da­ten­stück­lis­ten aus der Kon­struk­ti­on fer­ti­gungs­ge­recht auf­be­rei­ten las­sen“, be­rich­tet Som­mer.

Ei­nen ho­hen Stell­wert hat ne­ben den tief­grei­fen­den, bran­chen­taug­li­chen Funk­tio­nen vor al­lem die in­te­grier­te Mehr­wer­ke­steue­rung Mul­ti­si­te. „1999 ver­füg­ten zu­nächst nur fünf Stand­or­te über ei­ne Sing­le-site Psi­pen­ta-in­stal­la­ti­on“, so Som­mer. Mit der Ex­pan­si­on des Un­ter­neh­mens wuchs je­doch die Not­wen­dig­keit ei­ner un­ter­neh­mens­über­grei­fen­den Trans­pa­renz über den Auf­trags­stand so­wie nach ein­heit­li­chen Da­ten­be­stän­den und -pro­zes­se. 2013 fiel mit der Mul­ti­si­te-in­te­gra­ti­on in den ers­ten drei Wer­ken der Start­schuss für die suk­zes­si­ve An­bin­dung al­ler Nie­der­las­sun­gen von Mahr. Denn mit dem Sys­tem las­sen sich be­lie­big vie­le Wer­ke in ei­ner Un­ter­neh­mens­struk­tur steu­ern so­wie geo­gra­fi­sche Ein­kaufs- und Ver­triebs­ak­ti­vi­tä­ten bün­deln. Heu­te ar­bei­ten be­reits zwölf Wer­ke im Mul­ti­si­te-be­trieb. „Im Grun­de geht al­les, was man sich vor­stellt: Kom­mer­zi­el­le Un­ab­hän­gig­keit bei Zu­griff auf den­sel­ben Da­ten­pool, Drei­ecks­ge­schäf­te mit Kun­den oder un­ter­neh­mens­wei­te Ver­füg­bar­keits­prü­fun­gen“, er­klärt Som­mer. Übe­r­all dort, wo Mahr be­reits Mul­ti­si­te ein­setzt, ent­fal­len auf­wen­di­ge, red­un­dan­te Da­ten­er­fas­sun­gen. Zu­dem sor­gen durch­gän­gi­ge Au­to­ma­tis­men für ei­ne deut­li­che Be­schleu­ni­gung der Pro­zes­se.

Fle­xi­bles und of­fe­nes Erp-sys­tem

Mahr ver­fügt heu­te über ein hoch per­for­man­tes und funk­tio­nell breit auf­ge­stell­tes Erp-sys­tem, in das sich wei­te­re Soft­ware­pro­gram­me lü­cken­los in­te­grie­ren las­sen. „Man kann sa­gen, dass das Er­psys­tem zu ei­nem Ne­ben­rau­schen ge­wor­den ist. Und ge­nau so soll es auch sein. Un­ser Haupt­ge­schäft ist schließ­lich die Fer­ti­gungs­mess­tech­nik, nicht IT, auch wenn die Mahr-grup­pe über ein zen­tra­les EDV-TEAM ver­fügt“, sagt Som­mer. So ver­wun­dert es kaum, dass das Un­ter­neh­men künf­tig Vba-pro­gram­mie­run­gen dras­tisch re­du­zie­ren will. Un­ter­neh­men wie Mahr sind zu kom­ple­xen, in­ter­na­tio­na­len Fir­men ge­reift mit um­fang­rei­chen funk­tio­na­len An­for­de­run­gen, vor al­lem aber auch mit An­for­de­run­gen an die durch­gän­gi­ge Da­ten­hal­tung und Trans­pa­renz. Mit dem Erp-bran­chen­stan­dard Psi­pen­ta und der in­te­grier­ten Mehr­wer­ke­steue­rung ist Mahr bes­tens auf­ge­stellt, um die Fir­men­ge­schich­te er­folg­reich fort­zu­schrei­ben. Jens Reeder ist Lei­ter Di­vi­si­on In­dus­try bei PSI Au­to­mo­ti­ve & In­dus­try.

Bil­der: Mahr Gmbh

Die Mahr Gmbh mit Haupt­sitz in Göt­tin­gen ist vor al­lem für ih­re hoch­prä­zi­se Fer­ti­gungs­mess­tech­nik be­kannt.

Das Erp-sys­tem Psi­pen­ta un­ter­stützt bei Mahr die Ab­läu­fe in der Se­ri­en- und Klein­se­ri­en­pro­duk­ti­on.

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