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Digital Tested - - Inhalt - MI­KE BAUERFEIND

Mit dem Fu­ba ODT 300 Emp­fän­ger pri­va­te und öf­fent­lich-recht­li­che Sen­der via An­ten­ne emp­fan­gen

Über ei­nen Man­gel an Emp­fangs­ge­rä­ten für DVB-T2 HD in Deutsch­land kann sich mitt­ler­wei­le kei­ner mehr be­kla­gen. Im­mer mehr Her­stel­ler set­zen auf den neu­en Stan­dard für das ter­res­tri­sche Fern­se­hen und brin­gen Ge­rä­te für den DVB-T-Nach­fol­ger auf den Markt. So auch Fu­ba mit dem klei­nen ODT 300.

Der klei­ne ter­res­tri­sche Re­cei­ver von Fu­ba kommt in ei­ner eben­so klei­nen Ver­pa­ckung zum Käu­fer. Mit fünf Jah­ren Ga­ran­tie für das Ge­rät geht der Her­stel­ler deut­lich über die ge­setz­li­che Ge­währ­leis­tung hin­aus und kann sich da­mit der Auf­merk­sam­keit vie­ler Käu­fer be­wusst sein. Nach den ge­nau­en Be­din­gun­gen der ver­spro­che­nen Ga­ran­tie sucht man al­ler­dings ver­ge­bens. Im Kar­ton be­fin­det sich viel­mehr ne­ben dem Ge­rät nur ei­ne Be­die­nungs­an­lei­tung und die All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen zur Nut­zung von Fre­e­net TV. Da­mit ist al­so klar, dass der Re­cei­ver nicht nur zum Emp­fang der un­ver­schlüs­sel­ten Sen­der ge­eig­net ist, son­dern dank ein­ge­bau­tem Ir­de­to-De­co­der auch das Pro­gramm­an­ge­bot von Fre­e­net ent­schlüs­seln kann.

Aus­stat­tung

Selbst­ver­ständ­lich liegt dem Ge­rät auch ei­ne Fern­be­die­nung bei. Die­se ist von Form und De­sign her kei­ne Un­be­kann­te und kommt in ähn­li­cher Form auch bei ver­schie­de­nen Mit­be­wer­ber­ge­rä­ten zum Ein­satz. Der Re­cei­ver sel­ber ist front­sei­tig mit ei­nem vier­stel­li­gen nu­me­ri­schen LED-Dis­play aus­ge­stat­tet. Der ein­zi­ge USB-An­schluss ist eben­falls vor­ne zu fin­den, was den Wech­sel von ex­ter­nen Da­ten­trä­gern wie USB-Sticks oder Fest­plat­ten er­heb­lich er­leich­tert. Schließ­lich gibt es noch zwei Tas­ten zum Ka­nal-Her­auf-und-Her­un­ter­schal­ten so­wie ei­nen Stand­by-Tas­ter. Rück­sei­tig kann der Re­cei­ver mit ei­ner recht um­fas­sen­den Aus­stat­tung punk­ten. Der An­ten­nen­ein­gang ist durch­ge­schleift. Ne­ben dem ob­li­ga­to­ri­schen HDMI-Aus­gang gibt es noch ei­nen ko­axia­len Di­gi­tal­aus­gang so­wie ei­nen Scart-An­schluss für äl­te­re Röh­ren­fern­se­her, wel­cher so­gar RGB-be­schal­tet ist. Ein in letz­ter Zeit eher sel­ten zu fin­den­der Netz­schal­ter so­wie ein LAN-An­schluss run­den die Aus­stat­tung ab. Schließ­lich gibt es auch noch ei­nen An­schluss für ei­nen ex­ter­nen In­fra­rot-Emp­fän­ger. Die­ser ist aber nicht im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten und muss bei Be­darf se­pa­rat er­wor­ben wer­den. Da­durch wird auch ei­ne ver­steck­te Mon­ta­ge des Ge­rä­tes mög­lich. Seit­lich be­fin­det sich noch ein Kar­ten­schlitz für den Ir­de­to-Emp­fang für den Fall, dass ein­mal vom kar­ten­lo­sen Emp­fang auf Smart­cards um­ge­stellt wird.

In­stal­la­ti­on

Die Ein­rich­tung des Ge­rä­tes in­klu­si­ve Such­lauf ist schnell er­le­digt. Be­mer­kens­wert ist das Si­cher­heits­kon­zept von Fu­ba. So wird wäh­rend der In­stal­la­ti­on auch die Än­de­rung des Pin-Co­des ver­langt, was aus Grün­den des Zu­griff­schut­zes zu be­grü­ßen ist. Es lässt sich hier­bei auch der vor­ein­ge­stell­te Co­de „0000“wie­der neu ver­ge­ben. In­ter­es­sant ist das Me­nü­kon­zept des Ge­rä­tes. Die­ses be­deckt beim Auf­ruf stets nur das rech­te Drit­tel des Fern­seh­bil­des und stört da­bei den Fern­seh­emp­fang nicht all­zu sehr. Die ei­gent­li­che

Be­die­nung geht flink von der Hand und die ein­zel­nen Me­nü­punk­te sind selbst­er­klä­rend. So dürf­te der Nut­zer schnell mit dem Re­cei­ver zu­recht kom­men. Glei­ches gilt für den Emp­fang sel­ber: Beim Such­lauf wur­den pro­blem­los al­le Ka­nä­le ge­fun­den und in der Ka­nal­lis­te ab­ge­legt. Wie von an­de­ren Ge­rä­ten mit Fre­e­net TV ge­wohnt, ist der Emp­fang der ei­gent­lich ver­schlüs­sel­ten Pro­gram­me der Pri­vat­sen­der bis zum März des kom­men­den Jah­res kos­ten­frei mög­lich. Erst dann be­ginnt die drei­mo­na­ti­ge Pro­be­pha­se, bis sich der Nut­zer schließ­lich ent­schei­den muss, ob er die Ka­nä­le abon­nie­ren möch­te. Auch ei­ne PVR-Funk­ti­on ha­ben die Ent­wick­ler dem Ge­rät spen­diert.

Auf­nah­me

Na­tür­lich ist hier­zu der An­schluss ei­nes ex­ter­nen Da­ten­trä­gers über die Front-USB-Schnitt­stel­le er­for­der­lich. Das kann ein USB-Stick oder auch ei­ne ex­ter­ne Fest­plat­te sein. Al­ler­dings zeigt sich der ODT 300 recht wäh­le­risch bei der For­ma­tie­rung. NTFS-Par­ti­tio­nen wer­den lei­der nicht un­ter­stützt und in die­sem Fall ist ei­ne For­ma­tie­rung auf FAT32 er­for­der­lich, um die Auf­nah­me­funk­ti­on zu nut­zen. An­ge­bo­ten wird ei­ne ma­nu­el­le Time­s­hift­funk­ti­on so­wie Auf­nah­me. Au­to­ma­ti­sches Time­s­hift gibt es hin­ge­gen nicht. Na­tür­lich ist auch die Pro­gram­mie­rung von Auf­nah­men über ei­nen ma­nu­el­len Ti­mer oder den EPG mög­lich.

Pro­ble­me mit Pri­vat­sen­dern

Die Auf­nah­me klappt auch pro­blem­los, al­ler­dings nur bei den un­ver­schlüs­sel­ten Sen­dern. So­bald man ei­nen Pri­vat­sen­der wie bei­spiels­wei­se RTL HD auf­zeich­nen möch­te, kommt ei­ne Feh­ler­mel­dung, dass der Nut­zer kei­ne Be­rech­ti­gung für die Auf­zeich­nung hät­te. Nor­ma­ler­wei­se soll­te die Auf­nah­me aber mög­lich sein und le­dig­lich über ei­ne Vor­spulsper­re ver­fü­gen. Un­se­re Ver­mu­tung ist ein Pro­blem in der Firm­ware, ver­bun­den mit der Ver­mu­tung, dass dies ggf. bei ei­nem Up­date noch be­ho­ben wird. Im Mo­ment ist das aber ein recht är­ger­li­ches Pro­blem.

Me­di­en­wie­der­ga­be

Auch hier kann der Re­cei­ver nicht wirk­lich über­zeu­gen. Ei­ge­ne Mit­schnit­te wer­den zwar pro­blem­los wie­der­ge­ge­ben, bei ei­ge­nen Me­di­en wird das al­ler­dings schwie­ri­ger. Zum ei­nen na­tür­lich auf­grund der feh­len­den NTFS-Un­ter­stüt­zung und der mit FAT32 ver­bun­de­nen Li­mi­tie­rung der Da­t­ei­grö­ße. Zum an­de­ren aber auch auf­grund der Tat­sa­che, dass vie­le Da­tei­for­ma­te lei­der nicht wie­der­ge­ge­ben wer­den. So hat­ten wir bei­spiels­wei­se Pro­ble­me mit Di­vX und mkv. So­mit kann die Me­dien­un­ter­stüt­zung der­zeit nur als ru­di­men­tär an­ge­se­hen wer­den. Noch ver­wun­der­li­cher ist das Vor­han­den­sein der Netz­werk­schnitt­stel­le. Denn das Ge­rät un­ter­stützt er­war­tungs­ge­mäß we­der Hb­bTV oder die Mul­tithek von Me­dia Broad­cast noch ir­gend­wel­che Apps. Die ein­zi­ge Funk­ti­on für den Netz­werk­an­schluss scheint das mög­li­che Up­daten der Firm­ware zu sein. Dies al­ler­dings wä­re auch über USB mög­lich, so­dass der Netz­werk­an­schluss ei­gent­lich zu ver­nach­läs­si­gen ist.

Im Be­trieb

Bis auf die vor­ge­nann­ten Pro­ble­me bei Auf­nah­me und Me­di­en­wie­der­ga­be läuft das Ge­rät aber sta­bil und gut. Die Ka­nal­lis­te lässt sich nach ei­ge­nen Wün­schen sor­tie­ren und für die ei­ge­ne Sor­tie­rung ste­hen noch neun Fa­vo­ri­ten­lis­ten zur Ver­fü­gung. Der EPG ist als Ein­zel-EPG kon­zi­piert und lässt lei­der kei­ne Mehr­ka­nal­an­sicht zu. Da­mit sind die Funk­tio­nen des Ge­rä­tes aber auch er­schöpft, da es kei­ne wei­te­ren Netz­werk­funk­tio­nen gibt.

Fa­zit

Der ODT 300 von Fu­ba macht wei­test­ge­hend das, was man von ei­nem DVB-T2-HD-Emp­fän­ger er­war­tet. Schwach­punk­te sind der­zeit al­ler­dings noch die Auf­nah­me­funk­ti­on bei den Pri­vat­sen­dern, die man­geln­de Me­dien­un­ter­stüt­zung und die ei­gent­lich über­flüs­si­ge Netz­werk­schnitt­stel­le. Das kann sich al­ler­dings mit künf­ti­gen Up­dates durch­aus noch än­dern, was an­ge­sichts des Kauf­prei­ses von 99 Eu­ro auch zu er­war­ten wä­re, denn in die­sem Seg­ment gibt es durch­aus güns­ti­ge­re Mit­be­wer­ber.

Der ODT 300 ver­fügt ne­ben den di­gi­ta­len An­schlüs­sen auch über Scart. Auf den ers­ten Blick Un­sinn, al­ler­dings gibt es ge­ra­de bei Um­stei­gern von DVB-T noch zahl­rei­che Haus­hal­te mit äl­te­ren Röh­ren­fern­se­hern

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