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Digital Tested - - Inhalt - MI­KE BAUERFEIND

Hu­max 4tu­ne sorgt für ul­tra­schar­fe Bil­der im Wohn­zim­mer

So lang­sam nimmt UHD auch bei den Re­vei­ver­bau­ern Fahrt auf. Ne­ben den be­reits ge­tes­te­ten Ge­rä­ten von Vu+, Tech­ni­sat und AX hat nun auch Hu­max ei­nen UHD-Re­cei­ver im Pro­gramm, der nicht nur mit ei­ner gro­ßen Funk­ti­ons­viel­falt punk­tet, son­dern auch mit ei­nem sehr güns­ti­gen Preis.

Die Re­de ist vom UHD 4tu­ne+. Wie der Na­me schon ver­rät, ist das Ge­rät mit ei­nem Quad-Tu­ner aus­ge­stat­tet und da­mit vor al­lem als Auf­nah­me­ge­rät und Strea­m­ing-Ser­ver in­ter­es­sant. Mit ei­ner of­fi­zi­el­len HD-Plus-Zer­ti­fi­zie­rung und der bei­lie­gen­den 12-Mo­nats-Smart­card für die­ses HD-Pro­gramm­an­ge­bot kann sich der UHD 4tu­ne+ der­zeit mit dem UVP von 299 Eu­ro (Stra­ßen­preis 249 Eu­ro) als güns­tigs­ter Quad-Emp­fän­ger mit UHD-Emp­fang be­zeich­nen. Der Preis ist aber na­tür­lich nicht das ent­schei­den­de Kauf­kri­te­ri­um. Viel­mehr kommt es po­ten­ti­el­len In­ter­es­sen­ten auf die Be­dien­bar­keit und nicht zu­letzt den Funk­ti­ons­um­fang an. Wir ha­ben im Test das Ge­rät da­her ge­nau un­ter die Lu­pe ge­nom­men.

Re­cei­ver

Schon auf den ers­ten Blick fällt das au­ßer­ge­wöhn­li­che Äu­ße­re des Re­cei­vers auf. Das Ge­rät ist näm­lich mit ei­ner Le­deri­mi­ta­ti­on über­zo­gen, die wir so bei noch kei­nem Di­gi­tal­re­cei­ver ge­se­hen ha­ben. Das al­lei­ne hebt den Re­cei­ver schon vom bis­her Be­kann­ten ab. Das Front­dis­play ist ver­spie­gelt und war­tet mit ei­nem sie­ben­stel­li­gen al­pha­nu­me­ri­schen Dis­play so­wie ei­nem Stand-by-Knopf auf. Al­le an­de­ren An­schlüs­se be­fin­den sich auf der Rück­sei­te. Da­zu ge­hört ein HDMI-Aus­gang und ein op­ti­scher Di­gi­tal­aus­gang so­wie ein ana­lo­ger An­schluss für äl­te­re Röh­ren­ge­rä­te. Der An­schluss er­folgt hier über die

mit­ge­lie­fer­te Klin­ke-Cinch-Ka­bel­peit­sche. Hin­zu kom­men zwei USB-An­schlüs­se, wo­bei ei­ner der bei­den An­schlüs­se den Stan­dard 3.0 be­herrscht. Ins Netz­werk wird das Ge­rät mit­tels LAN-An­schluss oder draht­los über WLAN ein­ge­bun­den. Die Tu­ner sind als FBC-Tu­ner aus­ge­führt. So­mit gibt es trotz Quad-Emp­fän­ger nur zwei An­schlüs­se. Schließ­lich steht rück­sei­tig noch der Kar­ten­schacht für die HD-Plus-Kar­te so­wie ein CI-Plus-Schacht für wei­te­re Pay-TV-An­bie­ter zur Ver­fü­gung. An der lin­ken Ge­häu­s­e­sei­te ha­ben die Ent­wick­ler dann noch ei­nen Ein­schub für ei­ne Fest­plat­te an­ge­bracht, der vom Nut­zer auf ein­fachs­te Wei­se mit ei­ner her­kömm­li­chen 2,5-Zoll-Fest­plat­te be­stückt wer­den kann.

In­stal­la­ti­on

Beim ers­ten Start wird der Nut­zer durch ein um­fang­rei­ches Ein­stel­lungs­me­nü ge­führt. Hier wird un­ter an­de­rem der An­ten­nen­und Netz­werk­an­schluss ein­ge­rich­tet und ein Ka­nal­such­lauf ge­star­tet. Am schnells­ten geht das über das Ein­le­sen der As­tra-ei­ge­nen LCN-Lis­te, wenn man mit dem Ge­rät den Sa­tel­li­ten As­tra 19,2 Grad emp­fan­gen möch­te, was wohl bei den meis­ten Nut­zern der Fall sein wird. Dann steht auch ei­ne recht or­dent­lich sor­tier­te Ka­nal­lis­te zur Ver­fü­gung, die na­tür­lich auf Wunsch auch noch ge­än­dert wer­den kann. Hier­für ste­hen auch fünf Fa­vo­ri­ten­lis­ten zur Ver­fü­gung, die auf Wunsch in­di­vi­du­ell be­nannt wer­den kön­nen. Die Er­stein­rich­tung ist al­ler­dings nur für den An­schluss von nor­ma­len LNBs vor­ge­se­hen. Soll ei­ne Unica­ble-An­la­ge in­stal­liert wer­den, muss dies im An­schluss nach der Er­stein­rich­tung ma­nu­ell über das nor­ma­le Ein­stel­lungs­me­nü er­fol­gen.

Im Be­trieb

Gut ge­fal­len hat uns die sehr schnel­le Re­ak­ti­on auf Be­feh­le von der Fern­be­die­nung. Auch Hb­bTV funk­tio­niert gut und re­agiert sehr flüs­sig. Ein paar Pro­ble­me tra­ten hier al­ler­dings bei der Nut­zung der hy­bri­den An­ge­bo­te von Pri­vat­sen­dern auf. Ei­ni­ge In­hal­te konn­ten dort nicht wie­der­ge­ge­ben wer­den und en­de­ten mit ei­nem Ab­bruch. Fai­rer­wei­se muss man al­ler­dings da­zu sa­gen, dass die Ur­sa­che auch bei den Sen­dern sel­ber lie­gen könn­te. Bei den öf­fent­lich-recht­li­chen TV-Sen­dern klapp­te al­les ein­wand­frei, die­se hal­ten sich aber auch strikt an die vor­ge­ge­be­nen Nor­men für Hb­bTV.

Nicht ganz so über­zeu­gend ist die Zap­ping­ge­schwin­dig­keit. Wir mes­sen Um­schalt­zei­ten zwi­schen un­ver­schlüs­sel­ten HD-Sen­dern von 2–3 Se­kun­den und um die 3 Se­kun­den bei ver­schlüs­sel­ten HD-Plus-Sen­dern. Das ist für ei­nen mo­der­nen Di­gi­tal­re­cei­ver – ins­be­son­de­re mit für UHD op­ti­mier­tem Pro­zes­sor – nicht un­be­dingt schnell. Ein wei­te­rer Kri­tik­punkt, der sich mitt­ler­wei­le durch das ge­sam­te ak­tu­el­le Lin­eup von Hu­max zieht: Le­dig­lich die Steue­rung von An­la­gen nach dem Stan­dard DiSEqC 1.0 so­wie Unica­ble be­herrscht der Re­cei­ver ne­ben der ob­li­ga­to­ri­schen An­schluss­mög­lich­keit von Ein­zel­an­la­gen. We­der DiSEqC 1.1 noch ei­ne Dre­h­an­la­gen­steue­rung wur­de im­ple­men­tiert und auch Sys­te­me nach dem neu­en Ein­ka­bel­stan­dard Jess sind au­ßen vor. Beim Emp­fang funk­tio­nier­te das Ge­rät ein­wand­frei und stell­te pro­blem­los al­le un­ver­schlüs­sel­ten UHD-Sen­der in­klu­si­ve der Test­ka­nä­le Ca­nal+ UHD, HLG test­stream, HDR test 2 und SES UDH De­mo Chan­nel auf As­tra dar. Auch der Emp­fang von UHD1 by As­tra ist so­wohl in der un­ver­schlüs­sel­ten als auch der ver­schlüs­sel­ten Zeit mög­lich.

Kom­fort­funk­tio­nen

Beim Auf­ruf der Ka­nal­lis­te mit den Pfeil­tas­ten be­kommt der Nut­zer hier nicht nur die Ka­nal­lis­te an­ge­zeigt, son­dern auch gleich die ak­tu­ell lau­fen­de Sen­dung der ein­zel­nen Ka­nä­le. Drückt man hin­ge­gen die „OK“-Tas­te wäh­rend der Wie­der­ga­be, er­scheint nur die ak­tu­el­le Sen­dung des ge­ra­de ge­wähl­ten Pro­gram­mes. Mit der Pfeil­tas­te nach rechts wer­den die fol­gen­den Sen­dun­gen an­ge­zeigt.

Ein wei­te­rer Druck auf „OK“öff­net dann den aus­führ­li­chen EPG zur Sen­dung. Hier kön­nen auch Er­in­ne­run­gen er­stellt oder di­rekt ei­ne Auf­nah­me pro­gram­miert wer­den, wenn ein Da­ten­trä­ger an­ge­schlos­sen ist. Selbst ei­ne Se­ri­en­auf­nah­me­funk­ti­on ha­ben die Pro­gram­mie­rer dem UHD 4tu­ne spen­diert. Wird die­se ak­ti­viert, zeich­net das Ge­rät al­le Fol­gen ei­ner Se­rie au­to­ma­tisch auf. Ei­ne wei­te­re Funk­ti­on nennt sich „Smart-Se­arch“und ist auch von an­de­ren Hu­max-Re­cei­vern be­reits be­kannt. Wird wäh­rend ei­ner Live-Sen­dung die Such­tas­te auf der Fern­be­die­nung ge­drückt, ak­ti­viert sich die­se in­no­va­ti­ve Funk­ti­on. Dann zeigt das Ge­rät ähn­li­che Sen­dun­gen auf Ba­sis des ge­ra­de ge­schau­ten Pro­gram­mes an.

Netz­werk­funk­tio­nen

Auch im Heim­netz ist der Re­cei­ver gut ein­ge­bun­den. Auf Knopf­druck fin­det er al­le sich im Netz be­find­li­chen DLNA-Ser­ver und kann Fil­me, Mu­sik und Fo­tos ab­spie­len. Hin­zu kommt auch die um­ge­kehr­te Va­ri­an­te: Über ei­ne spe­zi­el­le App von Hu­max kön­nen In­hal­te vom Ge­rät auch auf Smart­pho­nes und Ta­blets ab­ge­spielt wer­den. Und so­gar Sat-IP hat der Her­stel­ler in­te­griert. Wird die­se Funk­ti­on ak­ti­viert, ste­hen die Tu­ner auch für Apps oder Cli­ents mit Sat-IP-Funk­ti­on zur Ver­fü­gung und kön­nen im Heim­netz be­lie­big ge­nutzt wer­den. Je nach An­schluss ist die Funk­ti­on stän­dig ver­füg­bar oder muss (bei nur ei­nem an­ge­schlos­se­nen Tu­ner) ex­tra ak­ti­viert wer­den. Kom­for­ta­bler geht es aber na­tür­lich, wenn min­des­tens zwei Tu­ner be­legt sind. Dann kann auch gleich­zei­tig auf­ge­nom­men und ein an­de­rer Sen­der wie­der­ge­ge­ben wer­den. Soll das Ge­rät als Quad-Tu­ner ge­nutzt wer­den, muss der Re­cei­ver aber zwin­gend über Unica­ble an­ge­schlos­sen wer­den. An­sons­ten funk­tio­niert der Re­cei­ver nur als Twin-Emp­fän­ger, al­ler­dings mit zwei gleich­zei­tig emp­fang­ba­ren Ebe­nen. Der Druck auf die Tas­te „TV APPS“star­tet das Por­tal mit ei­ni­gen Di­ens­ten. Hier ste­hen bei­spiels­wei­se Strea­m­ing-An­bie­ter wie Ju­ke, Netz­ki­no, Vi­deo­cie­ty und Am­pya aber auch Youtube und ei­ni­ge Me­dia­the­ken zur Ver­fü­gung. Lei­der muss auf po­pu­lä­re An­bie­ter wie Net­flix oder Ama­zon wei­ter­hin ver­zich­tet wer­den.

Pay-TV

Wie ein­gangs er­wähnt liegt dem Ge­rät ei­ne HD-Plus-Smart­card bei, die ab Erst­nut­zung ein Jahr lang kos­ten­los ver­wen­det wer­den kann. Auf die­sem We­ge las­sen sich von al­len im Pa­ket ent­hal­te­nen Sen­dern auch dau­er­haft Auf­nah­men auf die in­ter­ne Fest­plat­te ab­le­gen. Un­ter­schie­de gibt es aber bei der Wie­der­ga­be: Wäh­rend Auf­nah­men der RTL-Grup­pe mit ei­ner Vor­spulsper­re be­legt sind, kön­nen Auf­nah­men bei­spiels­wei­se von ProSie­ben oder Sat.1 oh­ne Ein­schrän­kun­gen ab­ge­spielt wer­den. An­de­re Pay-TV-Sen­der kön­nen dank der CI-Plus-Schnitt­stel­le eben­falls emp­fan­gen, aber ggf. wie im Fal­le von Sky nicht dau­er­haft auf­ge­zeich­net wer­den.

Auf­nah­men

Der UHD 4tu­ne+ kann dank des Quad-Tu­ners na­tür­lich auch als Auf­nah­me­zen­tra­le ein­ge­setzt wer­den. Um ei­ne Fest­plat­te als Auf­nah­me­me­di­um zu nut­zen, muss die­se mit dem Re­cei­ver ge­kop­pelt wer­den. Oh­ne die­se Kopp­lung ist le­dig­lich das Ab­spie­len von In­hal­ten mög­lich. Dank Quad-Tu­ner sind meh­re­re gleich­zei­ti­ge Auf­nah­men kein Pro­blem. Wir tes­te­ten das Ge­rät am Unica­ble-An­schluss mit al­len vier Tu­nern. In die­ser Kon­stel­la­ti­on las­sen sich be­acht­li­che vier Auf­nah­men gleich­zei­tig auf Fest­plat­te ban­nen und ein fünf­tes Pro­gramm live auf ei­nem der vier be­nut­zen Trans­pon­der schau­en. Wird das Strea­m­ing auf mo­bi­le End­ge­rä­te ge­nutzt, re­du­zie­ren sich die ma­xi­ma­len Auf­nah­men ent­spre­chend. Auch prak­tisch: Das au­to­ma­ti­sche Time­s­hift spei­chert die Sen­dung so­fort nach dem Um­schal­ten.

Fa­zit

Es gibt nicht viel aus­zu­set­zen am UHD 4tu­ne+ – mit Aus­nah­me der feh­len­den DiSEqC-Funk­tio­nen. Das Ge­rät ist ein so­li­der 4K-Re­cei­ver mit ei­ner Fül­le an Funk­tio­nen, das zu­dem die Preis­füh­rer­schaft im Be­reich der UHD-Quad-Re­cei­ver be­haup­ten kann.

Mit ei­ner prak­ti­schen App lässt sich der Re­ce­vier auch über mo­bi­le Ge­rä­te steu­ern

Zwar ver­fügt das Ge­rät nur über zwei Tu­ner-Ein­gän­ge, da­bei han­delt es sich aber um ei­nen Quad-Tu­ner, der sei­ne vol­le Leis­tung in Ver­in­dung mit Unica­ble ent­fal­tet

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