Ed­ler Plat­ten­spie­ler:

Digital Tested - - Inhalt - JÖRG MÜLLR

Der Te­ac TN-570 ver­bin­det gu­ten Klang mit tol­ler Op­tik

Seit Jah­ren eta­b­liert sich Te­ac kon­ti­nu­ier­lich so­wohl als Ex­per­te für ana­lo­ge Schall­plat­ten­spie­ler als auch auf dem Ge­biet der di­gi­tal-ana­lo­gen Schall­wand­lung. Mit dem TN-570 kommt nun ein Hy­bri­de, der bei­de Dis­zi­pli­nen ver­eint.

Ed­ler Stil und hoch­wer­ti­ge Kom­po­nen­ten ge­paart mit gut durch­dach­ter Funk­tio­na­li­tät sind die Ei­gen­schaf­ten, die ei­nem beim An­blick des der­zei­ti­gen Spit­zen­mo­dells der Ja­pa­ner auf­fal­len. Un­ter dem 16 Mil­li­me­ter (mm) di­cken Plat­ten­tel­ler aus kris­tall­kla­rem Acryl­harz ist die obe­re Ge­häu­se­plat­te aus künst­li­chem „Onyx Em­pe­ra­dor“Mar­mor nicht nur ein op­ti­sches High­light. Sie bil­det zu­sam­men mit mas­si­vem MDF und ei­ner wa­ben­för­mi­gen Bo­den­plat­te die kon­struk­ti­ve Ba­sis für na­he­zu von Re­so­nan­zen be­frei­ten Hör­ge­nuss. Die­se von Te­ac selbst als „Sand­wich“-Bau­wei­se be­ti­tel­te Ma­te­ri­al­kom­bi­na­ti­on lässt den Plat­ten­dre­her sta­bil auf sei­nen vier tra­pez­för­mig an­ge­ord­ne­ten Fü­ßen ste­hen, wel­che sich prä­zi­se jus­tie­ren und an je­den Un­ter­grund an­pas­sen las­sen. Mit ei­ner Gum­mi­pols­te­rung wer­den un­er­wünsch­te Vi­bra­tio­nen zwi­schen dem Ge­häu­se und den aus Alu­mi­ni­um ge­dreh­ten Fü­ßen ge­dämpft. Die glas­kla­re Ab­de­ckung schützt vor Staub und lässt sich bei Be­darf voll­stän­dig ent­fer­nen.Ein Rie­men­an­trieb über­trägt die ki­ne­ti­sche Ener­gie des in ei­nem Gum­mikis­sen schwim­mend ge­la­ger­ten Mo­tors und lässt die Vi­nyl­plat­ten gleich­mä­ßig ro­tie­ren. Zur Ge­währ­leis­tung gleich­blei­ben­der Um­dre­hungs­ge­schwin­dig­kei­ten wur­de ein Ser­vo­sys­tem (PRS3) ent­wi­ckelt bei dem ein op­ti­scher Sen­sor kon­ti­nu­ier­lich die Dreh­zahl misst und nach­re­gelt. Mit die­sem No­vum in sei­ner Klas­se er­reicht der TN-570 ei­ne Ro­ta­ti­ons­sta­bi­li­tät wel­che mit den Wer­ten von Di­rek­tan­trie­ben mit­hal­ten kann. Ein sil­ber­ner Dreh­knopf er­mög­licht ei­ne elek­tro­nisch ge­re­gel­te Ge­schwin­dig­keits­vor­wahl zwi­schen 33 1/3 und 45 Um­dre­hun­gen pro Mi­nu­te (U/ min) und er­spart ein läs­ti­ges Um­le­gen des au­ßen­lau­fen­den Flach­rie­mens aus Po­ly­ure­than. Zur Ab­tas­tung der Ril­len­flan­ken des schwar­zen Po­ly­vi­nyl­chlo­rid ist bei un­se­rem

Test­ge­rät ein Uni­ver­sal-MM-Ton­ab­neh­mer von Au­dio Tech­ni­ca AT100E mit­ge­lie­fert. Die­ser bie­tet ein gu­tes Ab­tast­ver­hal­ten und er­mög­licht ei­ne gu­te Rä­um­lich­keit bei der Klang­wie­der­ga­be. Dank des Steck­sys­tems mit ver­gol­de­ten Kon­tak­ten und der Hö­hen­ver­stell­bar­keit des S-för­mi­gen Ton­arms kön­nen aber auch an­de­re hoch­wer­ti­ge MM- und MC-Sys­tem-Ab­neh­mer zum Ein­satz kom­men. Im neu kon­zi­pier­ten sta­tisch aus­ba­lan­cier­ten Ton­arm mit An­ti-Ska­ting-Mecha­nis­mus ar­bei­tet ein Si­gnal­ka­bel mit „PC-Triple C“-Lei­ter. PC-Triple C steht für „Pu­re Cop­per-Con­ti­nuous Crys­tal Con­struc­tion“und er­mög­licht dank sei­ner gu­ten Leit­fä­hig­keit ei­nen rei­bungs­lo­sen Si­gnal­fluss und bie­tet ex­zel­len­te Klang­ei­gen­schaf­ten.

Ana­log oder Di­gi­tal

Bei der Aus­ga­be des Ton­signals hat der Mu­sik­lieb­ha­ber die Wahl zwi­schen ana­log vor­ver­stärk­ter Über­tra­gung oder di­gi­tal ge­wan­delt per op­ti­schem Ka­bel be­zie­hungs­wei­se USB. Für den Fan un­ver­fälsch­ter ana­lo­ger Schall­wie­der­ga­be hat Te­ac ei­nen MM-kom­pa­ti­blen Pho­no-Vor­ver­stär­ker in­te­griert in dem ein Ope­ra­ti­ons­ver­stär­ker (NJM8080) von New Ja­pan Ra­dio Com­pa­ny ar­bei­tet. Da­durch kann der Plat­ten­spie­ler auch Ver­stär­ker be­lie­fern, die über kei­nen se­pa­ra­ten Pho­no­ein­gang ver­fü­gen. Möch­te man das Klang­ma­te­ri­al je­doch di­gi­tal op­tisch über­tra­gen, bie­tet der TN-570 ei­nen hoch­prä­zi­sen High-Re­so­lu­ti­on A/D-Wand­ler von Te­xas In­stru­ments an. Über ei­nen Schie­be­reg­ler an der Rück­sei­te des Ge­rä­tes kann man zwi­schen 192kHz, 96kHz oder 48kHz und 24 Bit um­schal­ten. Zur Über­mitt­lung von PCM-Da­ten an ei­nen Com­pu­ter steht ein USB-An­schluss zur Ver­fü­gung über den 48 kHz/16 Bit er­reicht wer­den. Dies ent­spricht im­mer­hin CD-Qua­li­tät und er­mög­licht bei­spiels­wei­se die Ar­chi­vie­rung lieb­ge­won­ne­ner Samm­ler­stü­cke.

Das An­le­gen des An­triebs­rie­men, die An­brin­gung der Ab­de­ckung des Plat­ten­tel­lers nebst Filz­mat­te und des Ge­gen­ge­wichts am Ton­arm ist leicht und schnell er­le­digt. Nach­dem wir den Ton­ab­neh­mer ein­ge­setzt und den Ton­arm dank der her­vor­ra­gen­den Ein­stell­mög­lich­kei­ten prä­zi­se aus­ba­lan­ciert und jus­tiert ha­ben, las­sen wir nun die Na­del fast schwe­bend über die Ril­le von Gre­go­ry Por­ters „Is­su­es Of Li­fe – Fea­tu­res And Re­mi­xes“glei­ten. Vor­erst ge­nie­ßen wir den pu­ren ana­lo­gen Klang über das mit­ge­lie­fer­te Cinch-Ka­bel. Mit dem Ope­ner „Mo­a­nin“, ei­ner In­ter­pre­ta­ti­on des Klas­si­kers von Bob­by Tim­mons, wird der Zu­hö­rer auf ei­ne schwung­vol­le Rei­se zwi­schen Soul und Jazz ge­schickt und zum ge­müt­li­chen Mitswin­gen ein­ge­la­den. Der TN-570 dreht kon­stant sei­ne Run­den und lässt ei­nen un­ge­trüb­ten Mu­sik­kon­sum zu. Trotz ge­nau­em kri­ti­schen Hin­hö­rens sind kei­ner­lei Gleich­lauf­schwan­kun­gen oder an­de­re Ver­zer­run­gen ver­nehm­bar. Die Stim­me des Gram­my- und Echo-Preis­trä­gers klingt wun­der­bar klar und ei­ne an­ge­nehm Prä­senz aus Jazz­trom­pe­ten, vor sich hin brab­beln­den Bäs­sen und flot­ten Rhyth­men fül­len den Raum. Die Wand­lung zwi­schen ana­lo­gem und di­gi­ta­lem Ton­signal wirkt sich für uns spür­bar auf das Klang­bild aus. So­mit hat der Zu­hö­rer die Mög­lich­keit, das Klang­er­leb­nis sei­nen ei­ge­nen Vor­lie­ben und Be­dürf­nis­sen an­zu­pas­sen und er­hält ei­ne Ein­la­dung zum Be­tre­ten der „Brü­cke zur di­gi­ta­len Welt“

Fa­zit

Der TN-570 von Te­ac bie­tet ho­he Schall­plat­ten­spie­ler-Bau­kunst ge­paart mit in­no­va­ti­ver zeit­ge­mä­ßer Tech­nik und vie­len Ex­tras wie dem in­te­grier­ten Pho­no-Vor­ver­stär­ker und dem A/D-Wand­ler. Ein emp­feh­lens­wer­tes Mul­ti­ta­lent zu ei­nem ge­recht­fer­tig­ten Preis. Wer ei­nen klas­si­schen Ana­log­spie­ler (oh­ne A/D-Wand­ler) be­vor­zugt, wird beim 200,Eu­ro güns­ti­ge­ren TN-550 fün­dig.

Sel­ten be­sitzt ein Plat­ten­spie­ler solch ei­ne Viel­zahl von An­schlüs­sen. Be­son­ders der op­ti­sche Aus­gang hat es uns an­ge­tan und über­trägt das Au­dio­si­gnal ver­lust­frei zum Ver­stär­ker

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.