Ge­nia­les HiFiHeim­ki­no Ver­gnü­gen

Digital Tested - - Audio - ERIK SCHO­BER

Wer kennt das nicht: Die Wohn­stu­be ist ein­ge­rich­tet und nun soll noch ein Heim­ki­no-Sur­round-Set hin­zu­kom­men. Ein Rund­um-Sorg­los-Set bie­tet Phi­lips.

Phi­lips bringt mit der Fi­de­lio E6 ei­nen lang­er­war­te­ten Nach­fol­ger der E5 auf dem Markt. Das Be­son­de­re sind die ab­nehm­ba­ren Re­ar-Laut­spre­cher. Wie bei der E5 kom­mu­ni­zie­ren die­se ka­bel­los mit den Haupt­laut­spre­chern und kön­nen frei im Raum auf­ge­stellt wer­den. So kann man ganz un­be­schwert den Mehr­ka­nal-Klang bei der Wie­der­ga­be ge­nie­ßen. Nach der Be­nut­zung soll­te man sie wie­der auf die Ba­sis stel­len, denn dort wer­den sie ge­la­den. Der Ak­ku reicht lo­cker für zwei Fil­me am Abend. Wenn die Re­ars wie­der auf den Haupt­laut­spre­chern ste­hen, wer­den sie au­to­ma­tisch als Ver­stär­kung für den rech­ten und lin­ken Ka­nal ver­wen­det und die Mu­sik­an­la­ge wird zu ei­nem 2.1-Sys­tem. Die bei­den Re­ar-Laut­spre­cher ver­fü­gen über ein un­ab­hän­gi­ges Blue­tooth-Mo­dul und kön­nen als ei­gen­stän­di­ge Blue­tooth-Spea­ker agie­ren. Ein­fach mit in den Gar­ten oder Bal­kon neh­men und dort

sei­ne Mu­sik ab­spie­len. Sie kön­nen so­gar als Ste­reo-Paar ver­wen­det wer­den. Groß­ar­tig! Be­vor es rich­tig los ge­hen kann, wird zu­erst die HCWeSet-App zum Ein­rich­ten und Ver­bin­den mit dem Netz­werk in­stal­liert. Ein­zig der holp­ri­ge Na­me der App macht uns et­was stut­zig. Die Ein­rich­tung war hin­ge­gen ein­fach und un­kom­pli­ziert. Mu­sik kann man über die App nicht di­rekt ab­spie­len, da­für nutzt man Goog­le Cast. Hat man das Be­dürf­nis, sei­ne Lieb­lings­hits vom Smart­pho­ne ab­zu­spie­len, ver­wen­det man ein­fach Blue­tooth mit dem ap­tX-Stan­dard. Wei­te­re An­schluss­mög­lich­kei­ten über­zeu­gen auf vol­ler Stre­cke. Drei­mal HDMI, Ko­axi­al, Op­tisch, Au­dio-In, Et­her­net und USB las­sen kei­ne Wün­sche of­fen. Der ein­zi­ge Wer­muts­trop­fen ist die Steu­er­ein­heit. Die­se be­fin­det sich im rech­ten Haupt­laut­spre­cher. Da­durch muss man al­le Ka­bel erst dort hin­füh­ren, so dass, wenn man vie­le Ge­rä­te an­schließt (bis zu sechs Ka­bel ein­schließ­lich Sys­tem­ka­bel, wel­ches bei­de Haupt­laut­spre­cher ver­bin­det), lie­gen hat. Hier wä­re aus un­se­rer Sicht ei­ne zen­tra­le Box un­ter dem Fern­se­her, wo ver­mut­lich auch die an­de­ren Qu­el­len ste­hen wer­den, bes­ser ge­we­sen.

Tech­ni­sche De­tails

Die Phi­lips E6 ist auch für die Zu­kunft ge­rüs­tet. Mit HDMI 4K2K-Über­tra­gung braucht man spä­ter, wenn man auf ei­nen Ul­tra-High-De­fi­ni­ti­on-Fern­se­her um­steigt, nicht auf die E6 ver­zich­ten. Lei­der be­herrscht sie nur Dol­by Di­gi­tal und Pro Lo­gic II-Sur­round-Sound, was die Ton­wie­der­ga­be im Ver­gleich zu ei­nem ex­ter­nen AV-Re­cei­ver deut­lich ein­schränkt. Denn wenn das Ton-Si­gnal in ei­nem an­de­ren hoch­wer­ti­gen For­mat vor­liegt, muss es erst um­ge­wan­delt wer­den und In­for­ma­tio­nen ge­hen ver­lo­ren. Je­doch sind die­se bei­den vor­in­stal­lier­ten For­ma­te völ­lig aus­rei­chend für ei­nen Ki­no­abend zu Hau­se. Wer schon NFC be­nutzt, braucht bei der E6 auch nicht dar­auf ver­zich­ten. Ein­fach das NFC-fä­hi­ge Ta­blet oder Smart­pho­ne an den Laut­spre­cher hal­ten, um die­sen ein­zu­schal­ten, die Blue­tooth-Kopp­lung (apt-X) star­ten und mit der Über­tra­gung der Mu­sik be­gin­nen. Im Ge­gen­satz zu dem Vor­gän­ger, der nur 4.1 wie­der­gibt, wur­de die E6 als 5.1Set ent­wi­ckelt. Hin­zu­ge­kom­men ist der Cen­ter-Ka­nal. Ja, Sie le­sen rich­tig – ein Ka­nal, kein wei­te­rer Laut­spre­cher. Phi­lips ver­baut zwei Trei­ber im lin­ken und rech­ten Laut­spre­cher, die in die Mit­te ge­rich­tet sind. Über die­se wer­den dann haupt­säch­lich die Mit­ten wie­der­ge­ge­ben und man hat den Ein­druck, dass ein fünf­ter Laut­spre­cher auf­ge­stellt ist. Dies sorgt für ei­ne bes­se­re Sprach­ver­ständ­lich­keit bei Fil­men und kommt na­he an ein ech­tes 5.1-Sys­tem her­an. Bei Con­su­mer-Ge­rä­ten tes­ten wir na­tür­lich den Klang, die Be­dien­bar­keit und Nut­zer­freund­lich­keit so­wie den „WAF“, den Wo­man-Ac­cep­tan­ce-Fac­tor. Die to­na­le Wie­der­ga­be ist wirk­lich gut. Sie reicht nicht an High-End-Heim­ki­no-An­la­gen her­an, ist je­doch be­deu­tend bes­ser als der Sound je­des TV-Laut­spre­chers und der meis­ten Sound­bars. Die Bass­wie­der­ga­be ist et­was zu vo­lu­mi­nös, kann je­doch mit Hil­fe der Fern­be­die­nung ge­dros­selt wer­den. Die vor­ein­ge­stell­ten drei Sound-Mo­di (Mu­sik, Voice und Mo­vie) las­sen die Wahl für die gro­be Fein­ab­stim­mung. Wir ver­wen­den sehr oft Voice bei Mu­sik und Fil­men, da die E6 im­mer noch ge­nü­gend Bass­druck ent­wi­ckelt und bei die­ser Ein­stel­lung die Sprach­ver­ständ­lich­keit am Bes­ten ist. Ein Heim­ki­no-Fee­ling wird ab der ers­ten Se­kun­de auf­ge­baut.

Wie beim Vor­gän­ger ist die Fern­be­die­nung mit al­len Funk­tio­nen aus­staf­fiert. Hier kann man dann die Laut­stär­ke der Re­ar-Laut­spre­cher re­geln, die Lip­pen­syn­chro­ni­sa­ti­on an­pas­sen und ei­ne der drei Sound-Mo­di aus­wäh­len (oh­ne kom­pli­ziert im Me­nü die Ein­stel­lung su­chen zu müs­sen). Die Be­dien­bar­keit der Phi­lips ist her­vor­ra­gend ein­fach und in­tui­tiv. So soll­te es sein. Das Dis­play be­fin­det sich hin­ter dem Akus­tik­stoff des rech­ten Schall­ge­bers und kann bei Be­darf ge­dimmt wer­den. Doch da wä­ren wir schon bei dem „WAF“– der ist bei der Phi­lips E6 sehr hoch. Wir ha­ben kei­ne Frau im Ver­lag ge­fun­den, die die­se An­la­ge nicht gut fand. Denn sie ist klein und mit an­sehn­li­chem Akus­tik­stoff ver­klei­det. Die ka­bel­lo­sen Re­ar-Laut­spre­cher kön­nen wie­der „auf­ge­räumt“wer­den.

Fa­zit

Dem Ein­stieg ins ech­te HiFi-Heim­ki­no kommt man mit der Phi­lips E6 ei­nen ech­ten Schritt nä­her. Wir wa­ren be­geis­tert, be­son­ders we­gen des ho­hen WAFs. Zu die­ser Mu­sik-An­la­ge wird kei­ne Frau „nein“sa­gen. Für den all­täg­li­chen Ge­brauch mit ei­ner Mi­schung aus Mu­sik, Nach­rich­ten und Film ist die Phi­lips E6 ge­nau die rich­ti­ge Mu­sik­an­la­ge – in neue klang­li­che Späh­ren führt sie al­ler­dings nicht.

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