Zapp­ping­box

Der Samsung GX-SM530SL bringt auf je­den Fern­se­her un­co­dier­te HDTV-Bil­der und das zum güns­ti­gen Preis

Digital Tested - - Inhalt - RICARDO PET­ZOLD

Der Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik­kon­zern Samsung ist seit rund zwei Jah­ren auch im Be­reich der Set-Top-Bo­xen un­ter­wegs. Wäh­rend das ers­te Mo­dell ein HD-Plus Re­cei­ver war, be­stach die zwei­te Box durch ih­rer Aus­stat­tung. Ne­ben dem Twin­tu­ner ver­fügt sie über PVR-Auf­nah­me­funk­tio­nen, Hb­bTV und wei­te­re High­lights. Seit we­ni­gen Wo­chen ist die drit­te Box von Samsung ver­füg­bar. Dies­mal han­delt es sich um ei­nen Zap­ping­re­cei­ver für all je­ne die nur den rei­nen TV-Emp­fang frö­nen wol­len. Die Box GX-SM530SL wird auch als Me­dia­box Li­te be­zeich­net und im Fach­han­del für knapp 60 Eu­ro ver­füg­bar. Die Zap­ping­box kommt wie von Samsung ge­wohnt im schick und über­sicht­lich ge­stal­te­ten Kar­ton da­her. Nach Öff­nen die­ses fin­den wir den Mi­ni-Re­cei­ver vor, der kaum grö­ßer als die Hül­le ei­ner Au­dio­kas­set­te ist und be­quem ne­ben dem TV plat­ziert wer­den kann. Beim Si­gnal­ge­ber setzt der Her­stel­ler auf das be­kann­te Mo­dell. Das Netz­teil der Box ist aus­ge­la­gert, auf ein klo­bi­ges Ste­cker­netz­teil wur­de al­ler­dings ver­zich­tet, wo­durch Platz in den oft eh schon über­füll­ten Steck­do­sen­leis­ten ge­spart wird. Zu­sätz­lich sind im Lie­fer­um­fang noch ein Ad­ap­ter­ka­bel zum An­schluss des Ge­rä­tes an al­te Scart-TV-Ge­rä­te so­wie die aus­führ­li­che An­lei­tung zu fin­den. Letz­te­re über­zeugt durch ih­re reich­hal­ti­ge Be­bil­de­rung und Pra­xis­nä­he. Das Ge­rät selbst ist sehr funk­tio­nal aus­ge­stat­tet. An der Front steht nur ein

Be­dien­ele­ment zum Aus- bzw. ein­schal­ten be­reit. Zu­dem in­for­miert ei­nen Sta­tus LED über den Be­triebs­zu­stand. Auch rück­wär­tig sind nur we­ni­ge An­schlüs­se zu fin­den. Ei­ne USB-Schnitt­stel­le, ein Netz­werk­an­schluss so­wie ei­ne HDMI-Schnitt­stel­le sind vor­han­den. Hin­zu kommt der mit Ext ge­kenn­zeich­ne­te An­schluss für den mit­ge­lie­fer­ten Scar­t­ad­ap­ter und ein Tu­n­er­ein­gang. Ein An­ten­nen­aus­gang zum Durch­schlei­fen der Si­gna­le ist eben­so nicht ent­hal­ten wie ei­ne Schnitt­stel­le für ex­ter­ne In­fra­rotem­pfän­ger. Die­se wä­re sinn­voll um das Ge­rät auch ver­steckt auf­stel­len zu kön­nen.

In­be­trieb­nah­me

Wie nicht an­ders von Samsung er­war­tet be­sitzt das Ge­rät ein aus­führ­li­ches In­stal­la­ti­ons­me­nü. Der GX-SM530SL fragt den Nut­zer im ers­ten Schritt nach Spra­che, Bild­schirm­for­mat, Bild­schirm­auf­lö­sung – hier steht ne­ben 576 p, 720 p, 1080 p und 1080 i auch ei­ne au­to­ma­ti­sche Op­ti­on zur Ver­fü­gung – so­weit die Sen­der­ein­stel­lung ab. Wäh­rend der Ein­rich­tung des Emp­fangs kann die Schnell­ein­stel­lung als op­ti­ma­le Op­ti­on für As­tra-Nut­zer ge­wählt wer­den, bei wel­cher der Samsung ei­ne vor­kon­fi­gu­rier­te Lis­te nutzt und den In­stal­la­ti­ons­vor­gang stark ver­kürzt. Op­tio­nal sind ei­ne au­to­ma­ti­sche Su­che oder die be­nut­zer­de­fi­nier­te Su­che mög­lich. Die Schnell­ein­stel­lung ist wahr­haf­tig die bes­te Op­ti­on, da hier nicht nur die Sen­der­lis­te schnell er­stellt wird. Son­dern der Re­cei­ver auch den pas­sen­den Sa­tel­li­ten au­to­ma­tisch er­mit­telt. Sind al­le Ein­stel­lun­gen ab­ge­schlos­sen, steht dem TV-Genuss nichts mehr im We­ge.

All­tags­be­trieb

Wie ein­gangs er­wähnt han­delt es sich beim GX-SM530SL um ei­ne rei­ne Zap­ping­box oh­ne Zu­satz­funk­tio­nen wie die PVR, HB­BTV oder an­de­re. Po­si­tiv fällt so­fort die gut sor­tier­te Ka­nal­lis­te auf, wel­che über die Chan­nel-List-Tas­te auf dem Si­gnal­ge­ber auf­ge­ru­fen wird. Die Lis­te ist funk­tio­nal sor­tiert. Wäh­rend die öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­der im HDTV-For­mat ab­ge­spei­chert sind, kön­nen die Pri­vat­sen­der mit dem Ge­rät nur in SD ge­schaut wer­den. Die Zap­ping­zei­ten selbst ha­ben noch ei­nen klei­nen Op­ti­mie­rungs­be­darf. Mit zwei Se­kun­den lie­gen sie et­was über dem Durch­schnitt ak­tu­el­ler Se­tTop-Bo­xen. Für Fa­mi­li­en po­si­tiv fällt auf, das auch Fa­vo­ri­ten­lis­ten er­stellt wer­den kön­nen. Die­se sind in­di­vi­du­ell un­nenn­bar und auch die Rei­hen­fol­ge der Sen­der kann in den ein­zel­nen Fa­vo­ri­ten­lis­ten in­di­vi­du­ell an­ge­passt wer­den. Beim Pro­gramm­füh­rer setzt Samsung ein­mal mehr auf die Mul­ti­ka­nal­an­sicht, in der sie­ben Sen­der par­al­lel dar­ge­stellt wer­den. Ei­ne Ti­mer­pro­gram­mie­rung – wenn­gleich hier so­wie­so nur ein Um­schalt­ti­mer in Fra­ge kä­me – ist nicht ent­hal­ten.

Mul­ti­me­dia

Grund­sätz­lich ist das Ge­rät in der La­ge, In­hal­te von ex­ter­nen Da­ten­trä­gern ab­zu­spie­len. Die­se kön­nen über den USB-An­schluss an­ge­schlos­sen wer­den. Auf­nah­men sind mit dem Samsung al­ler­dings nicht mög­lich, da die Ko­rea­ner kei­ne PVR-Funk­ti­on in­te­griert ha­ben. Auch bei der Me­dien­un­ter­stüt­zung zeigt sich das Ge­rät nicht son­der­lich fle­xi­bel. Von un­se­ren Test­files wa­ren nur ei­ni­ge Con­tai­ner ab­spiel­bar. Schon das ei­gent­lich all­ge­gen­wär­ti­ge Con­tain­er­format ts konn­te nicht wie­der­ge­ge­ben wer­den. An­ders sah es bei Di­vX und MKV aus, die­se Con­tain­er­forma­te wa­ren ab­spiel­bar. WMV-HD klapp­te hin­ge­gen wie­der nicht. Da­her kann das Ge­rät nur ein­ge­schränkt zur Wie­der­ga­be be­reits vor­han­de­ner Auf­nah­men emp­foh­len wer­den, denn ge­ra­de ts ist ein recht gän­gi­ges Auf­nah­me­for­mat, bei­spiels­wei­se von Ge­rä­ten mit Enig­ma 2 als Be­triebs­sys­tem. Gut ge­löst ist hin­ge­gen der Spul­vor­gang. Die­ser wird mit dem Steuer­kreuz rea­li­siert wo­durch sich schnel­les spu­len durch Fil­me rea­li­sie­ren lässt. Ne­ben Fil­men las­sen sich auch MP3-Mu­sik­da­tein so­wie Bil­der mit dem Samsung ge­rät wie­der­ge­ben.

Gu­te Tu­n­er­steue­rung

Ge­ne­ral­über­holt wur­de die Tu­n­er­steue­rung ge­gen­über den be­kann­ten Ge­rä­ten. Ne­ben dem klas­si­schen DiSEqC 1.0 Pro­to­koll und der Dre­h­an­la­gen­steue­rung DiSEqC 1.2 wird nun auch DiSEqC 1.1 und USALS un­ter­stützt. Hin­zu kommt die Nutz­bar­keit der Box an SCR Unica­blean­la­gen. So­mit ist das Ge­rät na­he­zu gren­zen­los nutz­bar. Ein­zig JESS ist noch nicht in­te­griert. Der ein­ge­bau­te Tu­ner be­sitzt ei­ne für den klas­si­schen TV-Emp­fang aus­rei­chen­de Emp­find­lich­keit. Bis mi­nus 84,5 dBm kön­nen wir un­ser Roh­de und Schwarz Si­gnal­ge­ne­ra­tor dros­seln bis es zu Bild­feh­lern kommt. Auch mit SCPC-Si­gna­len wie ei­ni­gen Ein­zel­sen­dern auf Türk­sat kann die Samsung Box um­ge­hen. Bei ei­ner Sym­bol­ra­te von rund 2 000 Me­ga­sym­bols ist al­ler­dings nach un­ten ei­ne Gren­ze auf­ge­zeigt.

Fa­zit

Die Me­dia­box li­te GX-SM530SL/ZG ist ei­ne für den klas­si­schen Zap­pin­g­emp­fang gut ge­eig­ne­te Box. Sie zeich­net sich durch die leich­te Be­die­nung, ei­ne ein­fa­che In­stal­la­ti­on so­wie ho­he Zu­ver­läs­sig­keit aus. Wer Mehr will und ne­ben Li­ve-TV auch Auf­nah­men durch­füh­ren will muss wei­ter­hin zum GX-SM550SH grei­fen, da die klei­ne Ein­stei­ger­box die Kom­fort­funk­tio­nen nicht un­ter­stützt.

Die Aus­stat­tung der Mi­ni­box ist funk­tio­nal, ana­lo­ge Schnitt­stel­len sucht man auf den ers­ten Blick ver­ge­bens, die­se sind aber per Ad­ap­ter­ka­bel nach­rüst­bar. Nur der di­gi­ta­le Ton­aus­gang wird an der Box schmerz­lich ver­misst

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