Mul­ti­room-Po­wer: Teu­fel über­zeugt mit sei­ner One-Se­rie im Ein­stei­ger­be­reich

Teu­fel One S und One M sind die neu­es­ten Mul­ti-Roo­mer aus Berlin. Wie mu­si­ka­lisch die kom­pak­ten Teu­fel sind, ver­rät un­ser kna­cki­ger Zwei-Sei­ten-Test.

Digital Tested - - Inhalt - THO­MAS KIR­SCHE, STE­FAN GOEDECKE

Im Jah­re 2010 über­nahm Teu­fel die Raum­feld Gm­bH. Im Herbst letz­ten Jah­res wur­de der Mar­ken­na­me „Raum­feld“auf­ge­ge­ben und seit­dem tra­gen die Mul­ti­room- und Strea­m­ing­sys­te­me den Na­men Teu­fel. Im Zu­ge der Um­be­nen­nung wur­den die Pro­duk­te der Raum­feld-Fa­mi­lie über­ar­bei­tet.

One S

Ge­gen­über dem Raum­feld One S ist der Teu­fel One S mit ei­ner Tie­fe von 8,6 Zen­ti­me­tern schmaler und mit 16,7 Zen­ti­me­ter et­was hö­her. Au­ßer­dem ver­rin­ger­te sich sein Ge­wicht, was am Netz­teil liegt. Das ist nicht mehr in­nen­lie­gend, son­dern wird au­ßen an­ge­schlos­sen. Die Be­dien­ele­men­te sind jetzt kom­plett auf der Ober­sei­te. Es han­delt sich da­bei um be­rüh­rungs­emp­find­li­che Sen­sor­tas­ten. Mit ih­nen steu­ern wir die Laut­stär­ke, ma­chen Pau­se oder sprin­gen vor und zu­rück. Drei frei be­leg­ba­re, et­wa für die Lieb­lings­ra­dio­sen­der, sind eben­falls mit an Bord. Al­le Tas­ten sind ab­ge­senkt, um nicht aus Ver­se­hen be­rührt zu wer­den. Wei­ter­hin ge­ben die Tas­ten bei Nut­zung ein akus­ti­sches Si­gnal ab. Die wohl wich­tigs­te Än­de­rung vom Raum­feld zum Teu­fel ist die Mög­lich­keit, ana­lo­ge Si­gna­le via 3,5-Mil­li­me­ter-Klin­ken­ste­cker in das Ge­rät ein­zu­spei­sen. Auch Blue­tooth ist mit an Bord. Wie schon sein Vor­gän­ger ver­fügt der Teu­fel One S über WLAN, LAN und ei­ne USB 2.0-Schnitt­stel­le. Die sper­ri­ge Gum­miab­de­ckung über den An­schlüs­sen ist weg­ge­fal­len. Die Ein­rich­tung läuft, wie bei ei­nem Mul­ti­roo­mer üb­lich, via App ab. Die la­den wir im Play Sto­re bzw. im App Sto­re kos­ten­frei her­un­ter. Sie führt uns si­cher durch die Ein­rich­tung, wo­bei Fin­ger­spit­zen­ge­fühl ge­bo­ten ist. Denn bei uns häng­te sich das Sys­tem im­mer wie­der auf, wenn wir das WLAN an­ge­ben woll­ten. Schließ­lich er­kann­ten wir un­se­ren Feh­ler. Fragt die App näm­lich, in wel­ches WLAN wir das Ge­rät ein­bin­den wol­len, dann dür­fen wir nicht auf den Netz­wer­kna­men tip­pen. Wir müs­sen ver­su-

chen den klei­nen ro­ten Pfeil rechts da­ne­ben zu tref­fen und schon ver­bin­det sich das Sys­tem. Die Teu­fel-App er­laubt die schnel­le und ein­fa­che Be­die­nung für je­den mit ein we­nig HiFi-Er­fah­rung. Räu­me kön­nen fest­ge­legt und in­di­vi­du­el­le Laut­stär­ken ein­ge­stellt wer­den. Sehr gut ge­fällt uns die Mög­lich­keit, ana­lo­ge Si­gna­le, et­wa vom Plat­ten­spie­ler, in das Sys­tem ein­zu­spei­sen. Wer beim Ko­chen sei­ne Lieb­lings­plat­te wei­ter­hö­ren will, der kann das über den One S. Um den Klang der One S zu un­ter­su­chen, stö­bern wir durch un­se­ren Mu­sik­ser­ver. Klas­sik, Jazz, Rock und Pop – al­les bringt er aus­ge­wo­gen und trotz­dem selbst­be­wusst zu Ge­hör. Der Bass ist gut aus­ba­lan­ciert. Selbst bei sehr ho­her Laut­stär­ke ge­rät er nicht ins Schwit­zen. Für ei­nen Mo­no­laut­spre­cher weiß so­gar die Tie­fen­staf­fe­lung zu über­zeu­gen. Be­den­ken wir, dass sich der One S per App mit ei­nem Zwei­ten zu ei­nem Ste­reo­paar zu­sam­men­schlie­ßen lässt, dann ha­ben wir es hier mit ei­ner wirk­lich rund klin­gen­den Sa­che zu tun.

Fa­zit

Et­was stö­rend ist die Blue­tooth-Au­to­ma­tik, die im­mer ei­ne vor­her ge­kop­pel­te Blue­tooth-Qu­el­le an­wählt, so­bald der One S sie emp­fängt. Der Teu­fel One S über­rascht da­für mit aus­ge­wo­ge­nem, luf­ti­gen Klang, der auf ei­nem kraft­vol­len aber nicht über­trie­be­nen Bass­fun­da­ment ruht. Rich­tig gut ist die Mög­lich­keit nun auch ana­lo­ge Si­gna­le ins Mul­ti­room-Uni­ver­sum zu schi­cken.

One M

Der Teu­fel One M ist der gro­ße Bru­der des One S und das so­gar in Ste­reo. Ge­gen­über sei­nem Raum­feld-Vor­gän­ger prä­sen­tiert sich die Front auf­ge­räum­ter. Wich­tigs­te Neue­rung ist si­cher­lich der Dreh­reg­ler in der Mit­te. Er dient der Laut­stär­ke­re­gu­lie­rung, wenn der Rand au­ßen ge­dreht wird und dem Pau­sie­ren der Wie­der­ga­be, wenn die Mit­te ge­drückt wird. Die An­schluss­mög­lich­kei­ten sind gleich de­nen des One S und auch die Ein­rich­tung lässt sich ge­nau­so ein­fach voll­zie­hen. Beim Klang setzt der One M be­son­ders auf den Bass, den er dank in­te­grier­tem Sub­woo­fer fett in Sze­ne setzt. Das Ste­reo­bild, das er pro­du­ziert, ist auch aus zwei Me­tern Ent­fer­nung gut wahr­nehm­bar. Die Tie­fen­staf­fe­lung könn­te für un­se­ren Ge­schmack noch bes­ser her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den. Rich­tig groß ist er bei der Laut­stär­ke. Mit dem One M las­sen sich 40 Qua­drat­me­ter Zim­mer lo­cker be­schal­len. Ver­zer­run­gen oder un­schö­ne Re­so­nan­zen hör­ten wir selbst bei ma­xi­ma­ler Laut­stär­ke nicht. Der One M ist ein ech­ter Par­ty­ma­cher und bringt auch bei lei­sen Tö­nen ei­ne gut do­sier­te Fein­füh­lig­keit mit. Teu­fel bie­tet mit der neu­es­ten Ge­ne­ra­ti­on der „Ones“ein Rund­um-Glück­lich-Pa­ket für je­den, der ei­ne gu­te Kom­bi­na­ti­on aus sehr gu­ter Be­dien­bar­keit und Klang sucht. Die Raum­feld Pro­duk­te von Teu­fel sind ei­ne ech­te Emp­feh­lung – und schie­ben sich auf­grund der un­auf­ge­reg­ten und ein­fa­chen Be­die­nung aus un­se­rer Sicht noch vor die Strea­m­ing­pro­duk­te von Bo­se.

Fa­zit

Sein Ste­reo­bild ist plas­tisch, könn­te aber ei­ne ge­naue­re Tie­fen­staf­fe­lung ver­tra­gen. Der Ste­reo-Mul­ti­roo­mer über­zeugt vor al­lem durch sein kräf­ti­ges Bass­fun­da­ment und die gu­te Fein­zeich­nung der rest­li­chen Fre­quen­zen. Die Steue­rung läuft am bes­ten per Han­dy oder Ta­blet-App.

Der Teu­fel One M hat ein in­ter­nes Netz­teil, was ihn ein we­nig schö­ner in­te­grie­ren lässt, dar­über hin­aus sind die An­schluss­mög­lich­kei­ten mit dem One S iden­tisch

Viel Kon­nek­ti­vi­tät auf klei­nem Raum, da­für wur­de das Netz­teil aus­ge­la­gert

Be­wer­tungs­schlüs­sel: 100–95 %: Re­fe­renz­klas­se, 94–90 %: aus­ge­zeich­net, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: be­frie­di­gend, 54–40 %: aus­rei­chend, 39–0 %: man­gel­haft

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