50 Sha­des of Grey:

Digital Tested - - Inhalt - MI­RI­AM HEINBUCH

Drit­ter Teil des Lie­bes­aben­teu­ers der vor­wie­gend kör­per­li­chen Art

mit den ten­den­zi­ell düs­te­ren Ge­lüs­ten wird von der Li­te­ra­tur­stu­den­tin in­ter­viewt und ent­jung­fert sie kur­ze Zeit spä­ter. Da­nach macht er ihr re­gel­mä­ßig ei­ne Flecht­fri­sur und nimmt sie mit in sei­nen kin­ki­gen Hob­by­raum, bis sie fest­stellt, dass sie selbst gar nicht so kin­ky drauf ist, Be­stra­fun­gen we­ni­ger heiß fin­det und zu­nächst al­les trotz sei­ner Ten­denz zu ach so gro­ßen Ges­ten be­en­det. Im zwei­ten Teil stößt Ana­st­a­sia in die Be­rufs­welt vor, und der gu­te Chris­ti­an doch auch wie­der in sie. Für das nö­ti­ge Dra­ma kommt Anas zwie­lich­ti­ger Boss Jack Hy­de (Eric John­son) da­zu, so­wie di­ver­se il­lus­tre weib­li­che Ge­stal­ten aus Chris­ti­ans Ver­gan­gen­heit. Aber, wie auch bei der „Twi­light“-Se­rie, von der E.L. Ja­mes’ „Fif­ty Sha­des“-Rei­he ih­re In­spi­ra­ti­on be­zog, ge­winnt die Lie­be und das Pär­chen geht, wie be­reits er­wähnt, den Bund der Ehe ein.

Coi­tus Con­ti­nuous

Und so ein paar Ähn­lich­kei­ten ha­ben die bei­den Rei­hen ja schon: Bei­de männ­li­chen Prot­ago­nis­ten schrei­ben ih­ren Her­zens­da­men ganz gern vor, was sie tun dür­fen und was nicht, und wie sie die Ge­scheh­nis­se in­ner­halb ih­rer Be­zie­hun­gen bit­te­schön ein­zu­ord­nen ha­ben.

In Anas Si­tua­ti­on be­deu­tet das nun, sich beim Son­nen­ba­den das Top nicht aus­zie­hen zu dür­fen, wenn das ih­rem Gat­ten miss­fällt, und ihm im­mer Re­chen­schaft dar­über schul­dig zu sein, wo sie sich ge­ra­de mit wem auf­hält. Und da Ana sich als mo­de­rat re­bel­lisch be­trach­tet, en­det die Ehe doch wie­der als recht zwei­fel­haf­te Re­prä­sen­ta­ti­on ei­ner SM-Be­zie­hung, in der ei­gent­lich kla­re Ab­spra­chen gel­ten soll­ten, in be­sag­tem Spiel­zim­mer. Aber das ist der Auf­re­gung nicht ge­nug: Jack ist noch da drau­ßen und er will Ra­che. So oder so, es gibt mal wie­der reich­lich viel Dra­ma und Ge­fahr in die­sem ziem­lich seich­ten Mach­werk, das Hoch­glanz mit ei­nem se­xu­el­len Ver­lan­gen kom­bi­niert, das auch mal die phy­si­ka­li­schen Gren­zen des In­nen­raums ei­nes Au­di R8 aus­tes­tet, und in dem der be­lang­lo­se Pop nie­mals auf­hört.

Hö­he­punkt mit Fol­gen

In die­sem gan­zen sinn­frei­en Dra­ma um zwei Leu­te, die kaum Lein­wand-Che­mie mit­ein­an­der ha­ben, liegt dann auch der Zweck der Sa­che: Ein paar Er­eig­nis­se zum Schmach­ten lie­fern für Leu­te, de­ren Le­ben wohl deut­lich we­ni­ger er­eig­nis­reich ver­läuft. Und was ist wohl er­eig­nis­rei­cher als die Ge­fahr ei­ner Ent­füh­rung Anas auf der ei­nen Sei­te, und die „Zäh­mung“ei­nes emo­tio­nal un­nah­ba­ren, aber gut ge­bau­ten Man­nes an­hand von viel phy­si­scher Zu­nei­gung auf der an­de­ren? „Fif­ty Sha­des Of Grey – Be­frei­te Lust“ist ein hüb­sches Ab­zieh­bild, aber kei­ne gu­te Ge­schich­te. Das Dra­ma und die Ge­fahr funk­tio­nie­ren nur als Bin­de­glied zwi­schen den Sze­nen, die die hin­ge­bungs­vol­le Er­fül­lung ehe­li­cher Pflich­ten dar­stel­len. Mit an­de­ren Wor­ten: Die Hand­lung dient le­dig­lich als Über­lei­tung von ei­ner Sex-Sze­ne zur nächs­ten. Die an sich so­li­de Tech­nik wer­tet das Gan­ze we­der auf noch ab und ist zu­dem, ähn­lich wie der Sex, et­was we­ni­ger scharf als er­war­tet. Wo­bei das ja auf der eben­falls her­aus ge­kom­me­nen 4K-Va­ri­an­te an­ders sein kann. Auch ein Li­mi­ted Edi­ti­on Di­gi­book gibt es für Fans zu er­ste­hen so­wie zwei Kom­plett-Edi­tio­nen der Tri­lo­gie auf 2K- und 4K-Me­di­en. Al­le Edi­tio­nen be­inhal­ten die „un­ver­schlei­er­te“Ver­si­on des Films. Und im­mer­hin passt der Teil mit der Be­frei­ung, denn mit dem drit­ten Teil ist die Rei­he be­en­det – für uns. Für die Frucht ih­rer stark be­an­spruch­ten Len­den, die sich in die­sem Teil an­kün­digt, geht es hin­ge­gen erst los.

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