Ret­tungs­gas­se: hö­he­re Stra­fen

Donau Zeitung - - Dillingen - VON COR­DU­LA HO­MANN [email protected]­nau-zei­tung.de

Vie­le Din­ge ha­ben zwei Sei­ten. Ei­ne Ret­tungs­gas­se zu blo­ckie­ren nicht. Das kann im schlimms­ten Fall Le­ben ge­fähr­den, auf je­den Fall aber ist es falsch, straf­bar und ab­ge­se­hen da­von un­fass­bar be­scheu­ert.

Wenn man liest, dass es auf der B16 bei Lau­in­gen ei­nen schwe­ren Un­fall ge­ge­ben hat, hofft man, dass nie­mand ver­letzt wur­de oder gar ge­stor­ben ist. Was da­bei oft ver­ges­sen wird, ist, wie vie­le Hel­fer ge­ra­de ih­ren Ar­beits­platz ver­las­sen, um die Ver­letz­ten zu ret­ten, viel­leicht aus dem ka­put­ten Wa­gen zu schnei­den oder die Stra­ße zu sper­ren. Die­je­ni­gen, die dann im Stau ste­hen, är­gern sich oft. Sie kom­men zu spät zu ei­nem Ter­min, ver­lie­ren Zeit, kön­nen nichts tun. Au­ßer ei­ne Ret­tungs­gas­se bil­den. Zur Er­in­ne­rung: Bei zwei Spu­ren ord­nen sich die Wa­gen der lin­ken Spur ganz links ein, die der rech­ten Spur ganz rechts. Bei mehr als zwei Spu­ren hilft ei­ne Esels­brü­cke. Schau­en Sie auf Ih­ren rech­ten Hand­rü­cken. Der Dau­men, al­so die lin­ke Spur, ver­weist nach links, die an­de­ren Fin­ger, al­so die Mit­tel- und die rech­te Spur, nach rechts. Al­les klar?

Dann ord­nen Sie sich doch beim nächs­ten Stau ent­spre­chend ein. Und zwar schon dann, wenn der Ver­kehr nur noch in Schritt­ge­schwin­dig­keit läuft – egal, aus wel­chem Grund.

Aber fan­gen Sie ja nicht an, Ih­ren Wohn­wa­gen ab­zu­kop­peln und zu wen­den, dann ihr Fahr­zeug mit­ten im Stau zu dre­hen und den Wohn­wa­gen wie­der an­zu­hän­gen – wie auf der B 16 ge­sche­hen. Ein Mo­nat Fahr­ver­bot, zwei Punk­te und 240 Eu­ro Stra­fe sind da­für viel zu we­nig Stra­fe. In Ös­ter­reich kön­nen bei der Be­hin­de­rung von Ein­satz­fahr­zeu­gen laut ADAC bis zu 2180 Eu­ro ver­langt wer­den. Viel­leicht brau­chen wir auch erst dra­ko­ni­sche Stra­fen, um zu ler­nen, wie es geht. Im Fall des Wohn­wa­gen­fah­rers wä­ren rund 2000 Eu­ro ab­so­lut an­ge­mes­sen.

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