Ton und In­halt rich­tig

Donau Zeitung - - Politik - ZUM AR­TI­KEL

Gre­ta Thun­bergs Ton war nicht rich­tig oder zu emo­tio­nal? An­statt die Schwe­din für ih­re zu har­schen Wor­te zu be­leh­ren, soll­te die Po­li­tik lie­ber han­deln. Die Po­li­ti­ker len­ken mit der Kri­tik an ih­rer Re­de nur von ih­rer ei­ge­nen Ta­ten­lo­sig­keit ab. Merk­wür­dig fin­de ich je­den­falls, dass die Po­li­ti­ker we­ni­ger Emo­tio­na­li­tät for­dern, da sie selbst oft mit har­ten Ban­da­gen ar­bei­ten. Die Re­de war so­wohl in der Wort­wahl als auch in­halt­lich rich­tig, denn an­ders lässt sich schein­bar die Po­li­tik nicht wach­rüt­teln. Ich hof­fe, es fol­gen auch Ta­ten, nicht nur halb­her­zi­ge Ver­spre­chun­gen. Maximilian Ran­dels­ho­fer, Pött­mes Ent­wick­lungs­hil­fe­mi­nis­ter Mül­ler mein­te, nur Wut­re­den zu hal­ten hel­fe nicht wei­ter. Ja, er­war­tet er von ei­ner Sech­zehn­jäh­ri­gen mehr als von in der Ge­setz­ge­bung eta­blier­ten Po­li­ti­kern, die den Kli­ma­wan­del nur schlei­fen las­sen? Über Gre­tas Re­de bel­len jetzt nur ge­trof­fe­ne Hun­de, de­nen ihr Ver­sa­gen be­züg­lich Um­welt be­wusst wird oder de­nen die ge­fähr­de­te Zu­kunft der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on we­ni­ger wich­tig ist, als ih­ren un­ge­zü­gel­ten Kon­sum aus­le­ben zu kön­nen. Eu­gen Bau­er, Augs­burg Nun ist sie vor den UN ein­mal et­was emo­tio­nal ge­wor­den, was an sich je­dem zu­ste­hen soll­te, und schon wird ge­nau von de­nen, die maß­geb­lich für die­ses Kli­ma­de­sas­ter mit­ver­ant­wort­lich sind, auf sie ein­ge­prü­gelt. Für mich sind das nicht nur po­li­ti­sche, son­dern auch mensch­li­che Ver­sa­ger.

Gun­ther Wag­ner, Nörd­lin­gen Schlei­er der Unan­tast­bar­keit et­was zu he­ben. Mir scheint, als war­te­ten vie­le Ver­ant­wor­tungs­trä­ger in Po­li­tik und Ge­sell­schaft auf die­sen mit Got­tes­läs­te­rung ver­gleich­ba­ren Schritt. Zu klä­ren wä­re noch, wer das Pro­dukt „Gre­ta“so per­fekt zu Was­ser, an Land und in der Luft pro­mo­tet hat.

Her­mann Ki­en­le, Groß­ait­in­gen und sie schlie­ßen zu­sätz­lich die Au­gen, um nicht die nö­ti­gen Maß­nah­men für die Zu­kunft tref­fen zu müs­sen. Nur so wer­den sie auch vom be­que­men Volk wie­der ge­wählt – und das ist ih­nen wich­ti­ger als die Zu­kunft.

Karl Fie­ger, Gerst­ho­fen

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