Neue Ak­ti­ons­kunst von Deich­kind

Donau Zeitung - - Feuilleton -

Um ein Wiesn-Hit zu wer­den, kommt „1000 Jah­re Bier“et­was zu spät, aber künf­tig wird kein Be­säuf­nis mehr oh­ne die Bra­chi­al-Elec­tro­punk-Num­mer mit hüb­schen Zei­len wie „Drei Li­ter Malz, rein in den Hals“aus­kom­men. Auch „Din­ge“und „Kei­ne Par­ty“ha­ben bes­te Chan­cen, in den Fei­er­song­ka­non des Lan­des ein­zu­ge­hen. Da­zu kom­men noch „Cliff­hän­ger“, ein Hou­se-Stück über die Se­ri­en­S­trea­m­ing-Ob­ses­si­on, so­wie „Qua­si“mit Sät­zen wie „Ei­gent­lich bin ich kein Na­zi, aber das geht echt zu weit“… Aber selbst in ih­ren Bal­ler­mann-Proll-Mo­men­ten be­hal­ten Deich­kind Stil und Wür­de – oh­ne­hin sind die stets auf meh­re­ren Ebe­nen ge­zim­mer­ten Songs wie das klug-ge­sell­schafts­kri­ti­sche Ti­tel­stück „Wer sagt denn das?“klü­ger und raf­fi­nier­ter als so ziem­lich al­les an­de­re, was Pop-Deutsch­land zu bie­ten hat – und we­ni­ger bra­chi­al und noch bun­ter als das, was das Ham­bur­ger Kol­lek­tiv bis­lang mit­un­ter ser­viert hat. ★★★★★

(Sul­tan Gün./Uni­vers)

Deich­kind: Wer sagt denn das?

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