Ein Löwe mit sa­gen­haf­ter Kraft

Donau Zeitung - - Feuilleton - VON VE­RO­NI­KA LINTNER

Mit Su­per­kräf­ten aus­ge­stat­tet und oft un­sterb­lich: Im an­ti­ken Grie­chen­land glaub­ten die Men­schen an mäch­ti­ge Göt­ter und We­sen. Ei­ni­ge wol­len wir dir hier vor­stel­len. Die­ses Mal: Ne­mei­scher Löwe.

Lö­wen sind die Kö­ni­ge der Tier­welt. Stark, wild und ge­fähr­lich sind sie. Doch kein an­de­rer Löwe war wohl je­mals so kräf­tig und ge­wal­tig wie der Ne­mei­sche Löwe. Von die­sem Fa­bel­we­sen er­zäh­len die Göt­ter­ge­schich­ten der Grie­chen. Die­ser Ne­mei­sche Löwe tob­te: Er griff Men­schen an und plün­der­te Rin­der­her­den – bis sich ei­nes Ta­ges ein Held in sei­nen Weg stell­te.

Die­ser Held hieß Her­ku­les. Um un­sterb­lich zu wer­den, muss­te er zwölf un­glaub­li­che Auf­ga­ben meis­tern. Die gab ihm Kö­nig Eu­rys­theus. Her­ku­les’ ers­te Her­aus­for­de­rung: Er soll­te den Ne­mei­schen Lö­wen tö­ten.

Der Held zö­ger­te nicht, er such­te und fand den ge­fürch­te­ten Lö­wen. Er spann­te schnell sei­nen Bo­gen, ziel­te auf das Tier, der Pfeil saus­te los. Doch dann staun­te Her­ku­les nicht schlecht: Je­der Pfeil prall­te am Fell des Lö­wen ab. Es war ma­gisch. Und erst als Her­ku­les das Tier mit ei­ner Keu­le aus Oli­ven­holz er­wisch­te, flüch­te­te es. In ei­ner Fels­spal­te ver­steck­te es sich. Doch Her­ku­les ent­deck­te den Lö­wen, kämpf­te ihn mit den Hän­den nie­der und er­würg­te ihn. Das ma­gi­sche Fell des Nei­mi­schen Lö­wens trug Her­ku­les seit­dem als Man­tel, als Zei­chen sei­ner Kraft.

Aber wenn man der Sa­ge glaubt, lebt der Ne­mei­sche Löwe noch heu­te – und zwar am Nacht­him­mel. Die Göt­tin He­ra, Her­ku­les’ Stief­mut­ter, soll den Lö­wen dort als strah­len­des Stern­bild ver­ewigt ha­ben. Zeich­nung: Carina Hei­lan­der

Der Ne­mei­sche Löwe war ein mäch­ti­ges Tier.

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