Von der Fich­te über­wach­sen

Donau Zeitung - - Meinung & Dialog -

Zu „Das Pro­blem im Wald sind die Mo­no­kul­tu­ren“(Bay­ern) vom 24. Sep­tem­ber:

Ich se­he gra­vie­ren­de fach­li­che De­fi­zi­te beim so­ge­nann­ten Um­welt­ex­per­ten Ge­org Nüß­lein. Die ge­setz­li­che Vor­ga­be „Wald vor Wild“ist vor al­lem öko­lo­gisch ge­lei­tet, da selbst­ver­ständ­lich die Nah­rungs­grund­la­ge (Ve­ge­ta­ti­on) vom Wild nicht über­nutzt wer­den darf, wenn es sich ge­sund ent­wi­ckeln soll. Lei­der ist es auf­grund über­höh­ter Wild­be­stän­de in der Hälf­te der He­ge­ge­mein­schaf­ten in Bay­ern nicht mög­lich, dass sich aus­rei­chend Misch­baum­ar­ten oh­ne auf­wen­di­gen Schutz eta­blie­ren, da sie vom Wild so lan­ge ge­fres­sen wer­den, bis sie von der ver­bis­sun­emp­find­li­chen Baum­art Fich­te über­wach­sen wer­den. Die an­ge­pran­ger­ten Mo­no­kul­tu­ren sind so­mit ei­ne Fol­ge des Wild­ver­bis­ses. Da­mit ver­hin­dern über­heg­te Scha­len­wild­be­stän­de den drin­gend not­wen­di­gen Wal­d­um­bau in un­ge­ahn­tem Aus­maß.

Ste­fan Ko­lon­ko, Obern­dorf a. Lech

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