Ei­ne Baum­art fühlt sich wohl

Donau Zeitung - - Feuilleton -

Aus „Die Rät­sel­k­na­cker­ban­de – der ge­hei­me Kel­ler“:

... Tim und die an­de­ren wir­bel­ten her­um. „W… wer sind Sie?“, stot­ter­te Tim. Die Un­be­kann­te mein­te: „Rührt euch nicht von der Stel­le und die Hän­de hoch!“Die Ban­de ge­horch­te. „Als Ers­tes durch­su­che ich euch“, sprach die Frau. Als sie fer­tig war und nichts ge­fun­den hat­te, be­fahl sie: „Kommt mit!“Die Un­be­kann­te brach­te die Freun­de in die Kü­che und frag­te: „Was woll­tet ihr, wenn ihr nichts da­bei habt? Oder habt ihr et­was ge­sucht und das, was ihr ge­sucht habt, nicht ge­fun­den?“Da mel­de­te sich Tim zu Wort: „Wir ha­ben bei mir im Kel­ler zu­fäl­lig ei­nen ge­hei­men Raum ge­fun­den. Es kam mir schon ko­misch vor, dass plötz­lich die ver­steck­te Tür zu war, ob­wohl ich mir si­cher war, dass ich sie of­fen­ge­las­sen hat­te. Als wir ein­ge­tre­ten sind, hat­te ei­ner von uns auch ei­nen Ta­schen­lam­pen­strahl ge­se­hen. Heu­te ha­ben wir ei­nen ver­steck­ten Gang ge­fun­den, wa­ren, mein­te sie: „Na­tür­lich ver­däch­ti­ge ich euch nicht mehr. Aber wenn ihr von da un­ten her­kommt, wisst ihr be­stimmt nicht, wo ihr jetzt seid, oder?“„Das stimmt“, sag­te Tim zö­gernd. Li­na frag­te: „Wie wä­re es, wenn ihr mir eu­re Adres­se sagt, dann könn­te ich euch kurz mit dem Au­to hin­fah­ren.“„Das wä­re sehr nett“, freu­te sich Tim. Er gab der Frau ei­ne Adres­se an, die sich ei­ne Stra­ße von Tims Zu­hau­se ent­fernt be­fand. Als die Jun­gen aus dem Au­to aus­stie­gen, ver­ab­schie­de­ten sie sich von Li­na: „Tschüss, bis bald.“Nach­dem Selbst tro­cke­ne Bö­den und schmut­zi­ge Luft ma­chen die­ser Baum­art we­nig aus. Der Göt­ter­baum kommt ur­sprüng­lich aus asia­ti­schen Län­dern wie Chi­na und Viet­nam. Doch mitt­ler­wei­le fühlt er sich auch hier bei uns wohl. Und zwar so rich­tig! Der Baum wächst schnel­ler als hei­mi­sche Bäu­me und kann mehr als 30 Me­ter hoch wer­den. Da­her hat die Pflan­ze auch ih­ren Na­men: Denn frü­her mein­ten man­che Leu­te, der Baum wür­de so hoch wach­sen, dass er bis hin­auf zu den Göt­tern rei­che. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­ten vie­le Pflan­zen mit der Tro­cken­heit im Som­mer kämp­fen. Doch der Göt­ter­baum ha­be da­mit kein Pro­blem, sagt ein Ex­per­te. Der Baum wächst und ge­deiht und ver­brei­tet sich. Viel­leicht so­gar ein klei­nes biss­chen zu schnell. Denn man­che Leu­te ma­chen sich be­reits Sor­gen. Wenn die Baum­art an Stra­ßen, in Wohn­ge­bie­ten und Ge­wäs­sern wu­chert, kann das in Städ­ten ein Pro­blem sein. Au­ßer­dem könn­te der Göt­ter­baum an­de­re Pflan­zen ver­drän­gen, be­fürch­ten Fach­leu­te. Li­na mit dem Au­to um die nächs­te Stra­ßen­ecke ge­fah­ren war, frag­te Joe Tim: „Wie­so hast du nicht dei­ne rich­ti­ge Stra­ße und Haus­num­mer ge­nannt?“Tim ant­wor­te­te: „Li­na war zwar sehr nett, aber wir soll­ten ihr fürs Ers­te nicht ganz trau­en.“Die Jungs gin­gen schwei­gend zu Tims Haus. Plötz­lich rief Jim: „Wo ist ei­gent­lich Bör­ni?“„Oh nein“, flüs­ter­te Tim „er muss noch im Kel­ler sein. Hof­fent­lich ha­ben die Leu­te nichts mit ihm an­ge­stellt.“…

Fort­set­zung

Mon­tag. folgt kom­men­den

Tim, 10 Jim, 10 Joe, 10

Göt­ter­bäu­me wach­sen schnell und hoch.

Fo­tos: dpa

Und man­cher­orts brei­ten sie sich auch in Deutsch­land schon ra­send schnell aus – wie et­wa hier in Ber­lin.

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