Rin­gen um Mäd­chen­stim­me im Kn­a­ben­chor

Donau Zeitung - - Feuilleton -

Im Streit um Mäd­chen­stim­men im Kn­a­ben­chor woll­te die Ber­li­ner Rechts­an­wäl­tin, die ih­rer Toch­ter ei­ne Auf­nah­me im Leip­zi­ger Tho­maner­chor er­mög­li­chen möch­te, ein Vor­sin­gen des Mäd­chens ver­schie­ben. Da­mit kön­ne das Kind aber nicht mehr am Auf­nah­me­ver­fah­ren teil­neh­men, hieß es als Re­ak­ti­on ges­tern von der Stadt Leip­zig. Sonst kä­me dies ei­ner Vor­zugs­be­hand­lung gleich. Wie ein Spre­cher der Stadt mit­teil­te, wur­de die Be­wer­be­rin am 11. Sep­tem­ber zum Vor­sin­gen An­fang die­ser Wo­che ein­ge­la­den. Die Mut­ter bat je­doch um ei­nen Auf­schub von vier Mo­na­ten: Ih­re Toch­ter müs­se erst noch den „Kn­a­ben­chor­klang er­ler­nen“. „Ei­ne sol­che stimm­li­che „Umer­zie­hung“ent­spricht we­der dem Men­schen­bild der Lei­tung des Cho­res noch sei­ner Auf­fas­sung vom Kin­des­wohl“, heißt es nun sei­tens der Stadt Leip­zig. Sie hat­te zu­nächst mit der Ein­la­dung zum Vor­sin­gen ein Ur­teil des Ber­li­ner Ver­wal­tungs­ge­richts (Az. VG 3 K 113/19) um­ge­setzt, wo­nach die künst­le­ri­sche Be­wer­tung ei­ner Stim­me den Aus­schlag dar­über gibt, wer in ei­nem Kn­a­ben­chor sin­gen darf. Da das Mäd­chen genau­so wie an­de­re Be­wer­ber be­han­delt wer­den soll, müs­se sie auch zu den vor­ge­ge­be­nen Ter­mi­nen vor­sin­gen, so die Stadt. An­sons­ten sei das Auf­nah­me­ver­fah­ren be­en­det. Das Ber­li­ner Ver­wal­tungs­ge­richt hat­te im Som­mer be­reits ei­ne Kla­ge der Ber­li­ner Rechts­an­wäl­tin zu­rück­ge­wie­sen, mit der sie ih­re Toch­ter in den Staats- und Dom­chor Ber­lin brin­gen woll­te. Die­ser ist eben­falls ein Kn­a­ben­chor.

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