Ein kla­res Be­kennt­nis

Donau Zeitung - - Bayern - VON ULI BACHMEIER [email protected]­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Dass Deutsch­land be­reits jetzt ei­nes der strengs­ten Waf­fen­ge­set­ze hat, kann kein Ar­gu­ment ge­gen ei­ne noch deut­lich re­strik­ti­ve­re Hand­ha­bung sein. Der baye­ri­sche Land­tag hat in die­ser De­bat­te am Mitt­woch ein kla­res Zei­chen ge­setzt. Ein­stim­mig spra­chen sich die Ab­ge­ord­ne­ten al­ler Frak­tio­nen da­für aus, dass Waf­fen in den Hän­den von Ex­tre­mis­ten nichts zu su­chen ha­ben und, mehr noch, dass ih­nen auch der Um­gang mit er­laub­nis­frei­en Waf­fen, wie zum Bei­spiel Schreck­schuss­pis­to­len, un­ter­sagt wer­den soll.

Ganz so ein­fach in die Pra­xis um­zu­set­zen dürf­te das al­ler­dings nicht sein. Die Fra­ge, ob je­mand zu Recht als Ex­tre­mist an­ge­se­hen wer­den kann, ist al­les an­de­re als tri­vi­al. Dem Ver­fas­sungs­schutz, der als Be­hör­de für die Be­ob­ach­tung ex­tre­mis­ti­scher Be­stre­bun­gen zu­stän­dig ist, ge­nü­gen hin­rei­chen­de An­halts­punk­te, um je­man­den als mög­li­cher­wei­se ge­walt­be­rei­ten Ex­tre­mis­ten in der Da­tei zu füh­ren. Be­wie­sen ist da­mit aber noch gar nichts. Die Qua­li­tät ei­nes rich­ter­li­chen Be­schlus­ses ha­ben Fest­stel­lun­gen der Ver­fas­sungs­schüt­zer nicht. Und oben­drein liegt es in der Na­tur der Sa­che, dass der Ver­fas­sungs­schutz nicht al­le sei­ne Qu­el­len of­fen­le­gen kann.

Dass aus dem Be­kennt­nis des Land­tags nun sehr schnell prak­ti­sche Po­li­tik wird, ist so­mit vor­erst nicht zu er­war­ten. Was jetzt schon mög­lich ist, das tun die Be­hör­den be­reits – ins­be­son­de­re bei „Reichs­bür­gern“ist das baye­ri­sche In­nen­mi­nis­te­ri­um kon­se­quent vor­ge­gan­gen. Um mehr tun zu kön­nen, bräuch­te es an­de­re recht­li­che Grund­la­gen. Und das dau­ert er­fah­rungs­ge­mäß sei­ne Zeit.

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