Hit­lers Lieb­lings­ort

Donau Zeitung - - Erste Seite - VON JO­SEF KARG [email protected]­bur­ger-all­ge­mei­ne-de

Das NS-Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum auf dem Ober­salz­berg wird 20. Was His­to­ri­ker aus Hit­lers „Lieb­lings­ort“ge­macht ha­ben:

Wohl kaum ein an­de­rer Ort eig­net sich mehr da­zu, die Na­ziI­deo­lo­gie zu ver­klä­ren, als der Ober­salz­berg. In die idyl­li­sche Ge­birgs­land­schaft ober­halb Berch­tes­ga­dens fuh­ren die Deut­schen schon wäh­rend der NS-Jah­re zum „Füh­rer-Gu­cken“. Und auch wenn der Frei­staat Bay­ern nach der teil­wei­sen Rück­ga­be durch die Ame­ri­ka­ner 1947 ver­such­te, die letz­ten sicht­ba­ren Spu­ren des Drit­ten Reichs zu til­gen, ist der Ober­salz­berg ein bis heu­te ideo­lo­gisch kon­ta­mi­nier­tes Ge­biet.

An­ge­sichts der Re­nais­sance des Rechts­na­tio­na­lis­mus ist die Er­wei­te­rung des Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trums gut in­ves­tier­tes Geld. Der „Tä­ter­berg“muss mit Fak­ten im Sin­ne ei­ner kri­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung ent­mys­ti­fi­ziert wer­den. Nur so kann man dem „Hit­lerTou­ris­mus“, der bis heu­te nicht un­ter­schätzt wer­den soll­te, das Was­ser ab­gra­ben.

Wie stark NS-Ge­dan­ken­gut in vie­len Köp­fen ver­wur­zelt ist, spie­geln un­ter an­de­rem die rechts­na­tio­na­len Tei­le der AfD wi­der. Aber auch der An­sturm auf die Dau­er­aus­stel­lung be­legt, dass „Adolf Hit­ler, Ober­salz­berg“noch im­mer auf enor­mes In­ter­es­se stößt – viel­leicht ge­ra­de, weil die Er­in­ne­run­gen an den Dik­ta­tor so bi­zarr wir­ken. Die Ge­fahr da­bei ist, dass oh­ne kri­ti­sche Auf­be­rei­tung die NS-Grau­sam­kei­ten ver­blas­sen.

Le­sen Sie da­zu den Ar­ti­kel „Hit­lers ent­zau­ber­ter Lieb­lings­ort“.

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