Geo­caching mit Jo­ël Di­cker

Ein Fall vol­ler Fähr­ten und Fund­stü­cke

Donau Zeitung - - Feuilleton -

Im neu­en, di­cken Ro­man von Jo­ël Di­cker ist der ti­tel­ge­ben­den Ste­pha­nie Mai­ler kein lan­ges Le­ben be­schie­den. Die Jour­na­lis­tin, die in New York bei ei­nem Li­te­ra­tur­blatt ge­ar­bei­tet hat­te und nach ih­rer Kün­di­gung in der Lo­kal­zei­tung des Ört­chens Or­phea ei­ne An­stel­lung fand, hat wohl bei den Re­cher­chen für ein Buch zu tief ge­schürft.

Es ging um ei­nen 20 Jah­re al­ten Mord­fall, dem ei­ne Jog­ge­rin und die Fa­mi­lie des Bür­ger­meis­ters zum Op­fer fie­len. Der Ver­däch­ti­ge, den die Po­li­zis­ten Jes­se Ro­sen­baum und De­rek Scott er­mit­telt und ver­haf­tet hat­ten, kam bei der

Flucht vor der Po­li­zei ums Le­ben… Ste­pha­nie Mai­ler fin­det Hin­wei­se, dass er oh­ne­hin un­schul­dig war. Das kos­tet nun sie das

Le­ben und bringt auch an­de­re in Le­bens­ge­fahr. Denn

Jes­se und De­rek neh­men den Fall wie­der auf, un­ter­stützt von der klu­gen Po­li­zis­tin

An­na. Doch der Tä­ter scheint dem Drei­ge­stirn im­mer ei­nen Schritt vor­aus zu sein…

Der Schwei­zer Au­tor Jo­ël Di­cker legt mit Won­ne fal­sche Fähr­ten, schlägt ei­ne Vol­te nach der an­de­ren, wech­selt die Per­spek­ti­ven wie die Zei­ten und schickt die Le­ser zum Geo­caching, bei dem sie auf im­mer neue Ge­schich­ten sto­ßen. Ent­stan­den ist ein Pa­ge­tur­ner, bei dem man nicht un­be­dingt auf die Lo­gik ach­ten darf. Dass es trotz­dem span­nend bleibt, hat mit Di­ckers Ge­schick zu tun, der sich wie­der ein­mal als ein Meis­ter der Il­lu­si­on ent­puppt.

Übs. von Ame­lie Tho­ma u. Michae­la Meß­ner, Pi­per, 667 S., 25,70 Eu­ro

Jo­ël Di­cker: Das Ver­schwin­den der Ste­pha­nie Mai­ler.

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