Trau­rig, dass es so weit ge­kom­men ist

Donau Zeitung - - Dillingen - VON BERT­HOLD VEH [email protected]­nau-zei­tung.de

Op­fer­stö­cke wer­den auf­ge­bro­chen, Ta­ber­na­kel an­ge­gan­gen, ein Kelch mit ge­weih­ten Hos­ti­en ge­stoh­len, Kreu­ze be­schmiert, die Schei­ben der Fin­nin­ger Lour­des­grot­te und der Kreuz­weg­sta­tio­nen de­mo­liert – und das al­les in­ner­halb we­ni­ger Ta­ge. Die An­zahl der Ein­brü­che in Kir­chen und der Schän­dung von sa­kra­len Ge­gen­stän­den in der Re­gi­on scheint täg­lich an­zu­wach­sen. Es bleibt nur zu hof­fen, dass die Ver­ant­wort­li­chen ge­fun­den wer­den.

Das ka­tho­li­sche Bis­tum Augs­burg hat nun die Reiß­lei­ne ge­zo­gen und die Kir­chen in den De­ka­na­ten Dil­lin­gen, Do­nau­wörth und Augs­burg-Land au­ßer­halb der Got­tes­dienst­zei­ten schlie­ßen las­sen. Die Ent­schei­dung ist nach­voll­zieh­bar. Denn ein­fach zu­zu­schau­en, bis die nächs­ten Op­fer­stö­cke auf­ge­bro­chen und wei­te­re Ta­ber­na­kel ge­knackt wer­den, kann auch nicht die Lö­sung sein. Aber es ist trau­rig, dass es über­haupt so weit ge­kom­men ist. Denn hin­ter De­lik­ten wie dem Be­schmie­ren und Zer­sä­gen von Kreu­zen und dem Auf­bruch ei­nes Ta­ber­na­kels ver­birgt sich ein man­geln­der Re­spekt vor dem, was an­de­ren Men­schen hei­lig ist.

Die Kir­chen­tü­ren soll­ten aber nur so lan­ge ge­schlos­sen blei­ben, bis die Ver­ant­wort­li­chen die­ser Auf­bruch­se­rie ge­fasst sind. Got­tes­häu­ser müs­sen of­fen blei­ben, da­mit Gläu­bi­ge dort be­ten und Tou­ris­ten über die Kunst­wer­ke stau­nen kön­nen. Wenn Kir­chen aus Angst vor Dieb­stäh­len und Van­da­lis­mus ab­ge­sperrt wer­den müs­sen, ist das ein Ar­muts­zeug­nis.

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