Steu­er für Zweit­woh­nun­gen ge­kippt

Rich­ter mo­nie­ren Be­rech­nungs­ba­sis

Donau Zeitung - - Bayern -

Karls­ru­he Uni­ver­si­täts­städ­te und Ur­laubs­or­te er­he­ben oft ei­ne Zweit­woh­nungsteu­er – bei der Be­rech­nung dür­fen sie sich aber nicht mehr auf Da­ten aus den 1960er Jah­ren stüt­zen. Das hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­den. Seit­her ent­stan­de­ne Ver­zer­run­gen könn­ten durch Hoch­rech­nun­gen nicht aus­ge­gli­chen wer­den. Die Rich­ter ga­ben des­halb zwei Kla­gen von Woh­nungs­ei­gen­tü­mern ge­gen die Steu­ern der Ober­all­gäu­er Ge­mein­den Oberst­dorf und Sont­ho­fen statt. Die Sat­zun­gen dort müs­sen über­ar­bei­tet wer­den, wie das Ge­richt in Karls­ru­he am Don­ners­tag mit­teil­te.

Ob die Ent­schei­dung auch an­de­re Ge­mein­den be­trifft, ist noch un­klar. Nach Schät­zung des Deut­schen Städ­te- und Ge­mein­de­bunds er­hebt bun­des­weit ei­ne drei­stel­li­ge Zahl von Ge­mein­den ei­ne Zweit­woh­nungsteu­er. Wie vie­le da­von gleich­lau­ten­de Sat­zun­gen ha­ben, will der Ver­band prü­fen. Er ge­he aber nicht da­von aus, dass die meis­ten Ge­mein­den ih­re Zweit­woh­nungsteu­er so ge­re­gelt hät­ten, sag­te der Stell­ver­tre­ten­de Haupt­ge­schäfts­füh­rer Uwe Zim­mer­mann. Der Deut­sche Städ­te­tag teil­te mit, er er­war­te eher ge­rin­ge Steu­er­aus­fäl­le. „Die we­ni­gen be­trof­fe­nen Städ­te wer­den ih­re Sat­zun­gen ent­spre­chend an­pas­sen“, sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Hel­mut De­dy. Mit der Zweit­woh­nungs­steu­er wer­den Ei­gen­tü­mer oder Mie­ter zur Kas­se ge­be­ten, die ih­ren Haupt­wohn­sitz wo­an­ders und in der Ge­mein­de ei­ne zwei­te Woh­nung ha­ben. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Er­he­bung der Steu­er 1983 ab­ge­seg­net. Pro­ble­me se­hen die Rich­ter aber im­mer wie­der bei der Aus­ge­stal­tung. So wur­de et­wa ent­schie­den, dass Ehe­leu­te, die zum Ar­bei­ten in ei­ne an­de­re Stadt pen­deln, nicht mit der Steu­er be­las­tet wer­den dür­fen.

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