Zeit für mehr Ver­ant­wor­tung

Donau Zeitung - - ERSTE SEITE - VON MARGIT HUFNAGEL [email protected]­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Ta­ge­lang be­schäf­tig­te sich Deutsch­land mit ei­ner De­bat­te, die in Wahr­heit nie ei­ne war: Ein Sy­ri­en-Ein­satz der Bun­des­wehr ist so un­wahr­schein­lich wie Schnee im Au­gust. Soll­te CDU-Che­fin Kramp-Kar­ren­bau­er wirk­lich mehr au­ßen­po­li­ti­sche Pflich­ten schul­tern wol­len, bie­tet sich jetzt die Chan­ce – und zwar jen­seits von theo­re­ti­schen Phra­sen. Sie könn­te auf ih­re Par­tei­freun­de und den Ko­ali­ti­ons­part­ner ein­wir­ken, end­lich Ver­ant­wor­tung für die deut­schen IS-Kämp­fer zu über­neh­men. Viel zu lan­ge schon drückt sich die Bun­des­re­pu­blik da­vor, die­se Ter­ror-Tou­ris­ten vor ei­ge­ne Ge­rich­te zu stel­len. Na­tür­lich ist es ver­ständ­lich, dass man sich po­ten­zi­el­le Ge­fähr­der nicht frei­wil­lig ins Haus holt. Doch die Last auf die Tür­kei oder die Kur­den ab­zu­wäl­zen, ist we­der fair noch sinn­voll. Wie schnell sich die La­ge dre­hen kann, lässt sich der­zeit ein­drucks­voll be­ob­ach­ten. Wäh­rend es die kur­di­schen Streit­mäch­te bei drän­gen­den Nach­fra­gen be­lie­ßen, droht An­ka­ra da­mit, die Is­la­mis­ten ins nächs­te Flug­zeug zu set­zen. Er­do­gan ist längst egal, was sei­ne frü­he­ren Part­ner den­ken. Er steht in­nen­po­li­tisch un­ter Druck. Da kom­men ihm die IS-Kämp­fer ge­ra­de recht.

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