E-Au­tos kom­men im Kreis nur lang­sam in Fahrt

Erst 139 von ih­nen sind auf den Stra­ßen im Land­kreis un­ter­wegs. Was die be­lieb­tes­ten Au­to­mar­ken sind und war­um der Die­sel­mo­tor noch im­mer bei vie­len Fah­rern so be­gehrt ist

Donau Zeitung - - ERSTE SEITE - VON ANDRE­AS DENGLER

Über 65 000 Au­tos sind auf den Stra­ßen im Land­kreis un­ter­wegs. Die An­zahl der Elek­tro­fahr­zeu­ge ist aber noch ge­ring.»Lo­ka­les

Land­kreis Ei­ne hö­he­re Prä­mie beim Kauf ei­nes Elek­tro­au­tos und deut­lich mehr La­de­sta­tio­nen sind Zie­le, die sich die Bun­des­re­gie­rung in ih­rem jüngs­ten Mo­bi­li­täts­tref­fen An­fang der Wo­che ge­setzt hat. Da­mit sol­len die Al­ter­na­ti­ven zum Ver­bren­nungs­mo­tor im­mer at­trak­ti­ver wer­den. Im Land­kreis Dil­lin­gen be­herr­schen Elek­tro- und Hy­bridau­tos aber noch lan­ge nicht die Stra­ßen. En­de Ok­to­ber sind le­dig­lich 160 Elek­tro­fahr­zeu­ge und 622 Hy­bridfahr­zeu­ge ge­mel­det. Wer­den nur Au­tos be­rück­sich­tigt, sind es so­gar noch we­ni­ger. Laut den of­fi­zi­el­len Zah­len des Land­rats­am­tes Dil­lin­gen gibt es im Kreis der­zeit 139 E-Au­tos und 620 Hy­bridau­tos.

Ins­ge­samt 104 723 Fahr­zeu­ge wa­ren zum Stich­tag am 31. Ok­to­ber im Land­kreis re­gis­triert – und das bei nur 96387 Ein­woh­nern. Die Zahl der Zu­las­sun­gen steigt von Jahr zu Jahr. Mehr als die Hälf­te al­ler ge­mel­de­ten Fahr­zeu­ge, 65385 an der Zahl, sind da­bei Au­tos. Die drei meist ge­fah­re­nen Mar­ken sind in Dil­lin­gen und Um­ge­bung Volks­wa­gen, BMW und Opel. Und zwar in die­ser Rei­hen­fol­ge. Nur knapp ein Pro­zent ist mit al­ter­na­ti­ven Mo­to­ren wie Elek­tro oder Hy­brid aus­ge­stat­tet. Ein Blick zu­rück zeigt, dass die Stro­mer und Hy­bridau­tos seit Jah­ren im­mer be­lieb­ter wer­den. Im April 2017 gab es im Kreis nur 46 E-Au­tos und 238 Hy­bridau­tos.

Bei Die­sel­au­tos ist aber auch seit Jah­ren ein Zu­wachs fest­zu­stel­len, er­klärt der Pres­se­spre­cher des Dil­lin­ger Land­rats­amts, Pe­ter Hur­ler. Seit Ju­li 2017 wer­den die Die­sel­fahr­zeu­ge in der Zu­las­sungs­be­hör­de er­fasst. Der­zeit sind 22747 Au­tos und 13848 wei­te­re Fahr­zeu­ge mit Die­sel­mo­tor ge­mel­det. Im Ver­gleich zum Vor­jahr sind das knapp 1000 Die­sel­au­tos mehr.

Die ho­he Zahl an Die­sel­fahr­zeu­gen ver­wun­dert Wal­ter Ohn­hei­ser vom gleich­na­mi­gen VW-Au­to­haus in Wertingen nicht. In der länd­li­chen Re­gi­on mit vie­len Pend­lern sei ein Die­sel­fahr­zeug ei­ne gu­te Lö­sung, sagt Ohn­hei­ser. Vor al­lem der spar­sa­me Un­ter­halt und die ho­hen Lauf­leis­tun­gen sind für ihn ganz klar die Vor­tei­le. Des­halb set­zen sei­nen Wor­ten zu­fol­ge auch vie­le Fir­men und Ge­schäfts­leu­te auf den klas­si­schen Die­sel. „Die neu­en Die­sel sind sehr sau­ber“, be­haup­tet der Fach­mann. Und die Ver­kaufs­zah­len, so Ohn­hei­ser, zei­gen, dass auch die Ab­gas­af­fä­re kei­ne all­zu gro­ßen Schä­den hin­ter­las­sen ha­be. Bei Pri­vat­kun­den sei­en vor al­lem Ben­zi­ner be­gehrt, aber auch die Nach­fra­ge an Elek­tro- und Hy­bridau­tos wird im­mer grö­ßer, sagt Ohn­hei­ser.

Und da­mit ver­än­dert sich auch der All­tag in der Werk­statt. War­tungs­ar­bei­ten wie ein Öl­wech­sel oder der Aus­tausch von Par­ti­kel­fil­tern sind bei den E-Au­tos nicht mehr nö­tig. Da­für er­for­dert die neue Tech­nik an­de­re Qua­li­fi­ka­tio­nen. Ein Lehr­gang zum so­ge­nann­ten Hoch­volt­tech­ni­ker wird not­wen­dig, um die E-Au­tos fach­ge­recht war­ten zu kön­nen. Au­ßer­dem sind in den Werk­stät­ten mo­bi­le La­de­sta­tio­nen und ein Qua­ran­tä­ne­platz für die Stro­mer not­wen­dig, er­klärt Ohn­hei­ser. Der spe­zi­el­le Stell­platz wird ge­braucht, weil bei ei­nem Brand im E-Au­to nicht ein­fach mit Was­ser ge­löscht wer­den darf. Dass sich je­doch von heu­te auf mor­gen das Ar­bei­ten in der Werk­statt ver­än­dern wird, glaubt er nicht. „Seit Jah­ren wird der Be­ruf des Kfz-Mecha­ni­kers im­mer elek­tri­scher.“Mit den E-Au­tos wer­de der Elek­tro­an­teil in Zu­kunft noch wei­ter wach­sen.

Ein an­de­rer Au­to­ver­käu­fer, der sei­nen Na­men lie­ber nicht in der Zei­tung le­sen möch­te, sieht die Eu­pho­rie rund­um die E-Au­tos eher kri­tisch. „Für das Ge­schäft sind E-Au­tos zwar gut, aber nicht für die Um­welt.“Vor al­lem die Ak­kus und de­ren auf­wen­di­ge Pro­duk­ti­on sei­en für ihn bis jetzt ein gro­ßer Nach­teil der neu­en Tech­no­lo­gie.

Im To­yo­ta-Au­to­haus Phil­ipp in Dil­lin­gen wird auf Hy­bridau­tos ge­setzt. Seit 1998 baut der ja­pa­ni­sche Au­to­her­stel­ler Hy­bridfahr­zeu­ge, die mit Strom und Kraft­stoff lau­fen. Für To­yo­ta-Ver­käu­fer Ste­phan Krei­sel ist die­se Tech­no­lo­gie „ei­ne aus­ge­reif­te Ge­schich­te“. Seit Jah­ren ist Krei­sel im Ver­kauf tä­tig. Er sieht Hy­bridau­tos als gu­ten Über­gang von Ver­bren­nungs­mo­to­ren hin zur E-Mo­bi­li­tät. Die­sel­fahr­ver­bo­te sei­en bei To­yo­ta üb­ri­gens kein The­ma, denn seit Län­ge­rem ver­baut die Mar­ke kei­ne Die­sel­mo­to­ren mehr im Pkw-Seg­ment, er­klärt Krei­sel.

Sym­bol­fo­to: Ul­rich Wa­gner

Den „Sprit“aus der Steck­do­se brau­chen Elek­tro­au­tos. Im Land­kreis Dil­lin­gen ha­ben es E-Au­tos al­ler­dings noch schwer. Zwar steigt die Zahl kon­ti­nu­ier­lich, aber zum Stich­tag am 31. Ok­to­ber wa­ren le­dig­lich 139 E-Au­tos ge­mel­det.

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