Kri­tik an Is­ra­el

Donau Zeitung - - MEINUNG & DIALOG -

Zum In­ter­view „Wir sit­zen nicht auf ge­pack­ten Kof­fern“(Po­li­tik) vom 2. 11.: Der Prä­si­dent der Is­rae­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Wi­en be­klagt ei­nen stark stei­gen­den An­ti­se­mi­tis­mus. Hier­für macht er u. a. ei­nen „lin­ken“An­ti­se­mi­tis­mus, der sich ge­gen den Staat Is­ra­el rich­te, ver­ant­wort­lich. Die­se Er­klä­rung ist zu ein­fach. Denn Kri­tik am Staat Is­ra­el ist nicht ge­ne­rell an­ti­se­mi­tisch. Sie ist ge­nau­so le­gi­tim wie Kri­tik an Deutsch­land, Russ­land, den USA oder der Tür­kei. In an­de­ren Wor­ten: Wer Men­schen- und Völ­ker­rechts­ver­stö­ße der is­rae­li­schen Re­gie­rung ver­ur­teilt, zeigt al­lein da­durch kei­ne an­ti­se­mi­ti­schen Res­sen­ti­ments. Viel­mehr be­fin­det er sich im Ein­klang mit dem in­ter­na­tio­na­len Recht. Es spricht man­ches da­für, dass wir es ge­gen­wär­tig nicht (nur) mit stei­gen­dem An­ti­se­mi­tis­mus zu tun ha­ben, son­dern auch mit schwin­den­der Sym­pa­thie für den Staat Is­ra­el.

Pe­ter Von­nah­me, Kau­fe­ring

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