Ai­wan­gers Hei­mat­ge­füh­le

Wie sich Bay­erns Wirt­schafts­mi­nis­ter in Chi­na schlägt

Donau Zeitung - - Erste Seite - VON ANDRE­AS FREI

Zur Er­in­ne­rung ein paar Fak­ten über den baye­rischs­ten al­ler baye­ri­schen Mi­nis­ter, das ist wich­tig für die­se Ge­schich­te. Daho­am auf sei­nem Bau­ern­hof in Rahstorf (Nie­der­bay­ern), ge­nau­er ge­sagt viel daho­am; in frem­den Bet­ten, sagt er, schläft er nicht ger­ne, auch nicht ur­laubs­wei­se, „ich blei­be lie­ber zu Hau­se und ge­he im Wald spa­zie­ren“. Letz­te­res hat „da Ai­wan­ger­hu­bert“(Ori­gi­nal-Sound sei­ner hei­mat­li­chen Wäh­ler) ge­ra­de dem Baye­ri­schen Rund­funk in Chi­na ge­sagt. Chi­na?

Ent­fer­nung Rahstorf–Shang­hai: 8700 Ki­lo­me­ter. Sehr frem­des Bett, sehr schwie­ri­ges di­plo­ma­ti­sches Ter­rain. Ein kri­ti­scher Be­ob­ach­ter löst da gleich Fett­näpf­chen-Alarm aus, der Po­li­ti­ker for­mu­liert ja doch mal et­was sa­lop­per. Zu­mal „da Ai­wan­ger­hu­bert“dies­mal als Hu­bert Ai­wan­ger, Wirt­schafts­mi­nis­ter und Vi­ze-Mi­nis­ter­prä­si­dent, un­ter­wegs ist, im Schlepp­tau ei­ne ve­ri­ta­ble Wirt­schafts­de­le­ga­ti­on. Al­so: Wie is er so?

Erst mal läs­sig. Über die Gast­ge­ber sagt er:

„So groß sind die kul­tu­rel­len Un­ter­schie­de nicht.“

Okay, in Sa­chen Men­schen­rech­te („Ich muss nicht die Chi­ne­sen bei je­dem Ge­spräch mit sol­chen Din­gen kon­fron­tie­ren“) ist

Luft nach oben. An­sons­ten aber: so stra­te­gisch-zu­rück­hal­tend, dass selbst die mit­ge­reis­te Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Bar­ba­ra Fuchs sagt, er ma­che das „ganz gut“. Trinkt aus Höf­lich­keit Rot­wein („nur ein klei­ner Löf­fel voll“), wo er sonst Al­ko­hol ver­schmäht. Sagt so­gar: „Wenn es der Sa­che dient, bin ich min­des­tens so ger­ne in Chi­na wie zu Hau­se auf dem So­fa.“Ist das der Ai­wan­ger? Als am Mitt­woch ein Münch­ner Blä­serT­rio auf­spielt, sind sie dann doch da, die Hei­mat­ge­füh­le: „Das er­in­nert mich dar­an, dass es in zwei Ta­gen zu En­de ist und ich wie­der in mei­ne baye­ri­sche Hei­mat zu­rück­darf.“

Fo­to: dpa

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