Skyl­la, das Mee­resun­ge­heu­er

Donau Zeitung - - Wirtschaft | Capito - VON VE­RO­NI­KA LINTNER

Mit Su­per­kräf­ten aus­ge­stat­tet und oft un­sterb­lich: Im an­ti­ken Grie­chen­land glaub­ten die Men­schen an mäch­ti­ge Göt­ter und We­sen. Ei­ni­ge wol­len wir dir hier vor­stel­len. Die­ses Mal: Skyl­la.

In den grie­chi­schen Sa­gen tum­meln sich selt­sa­me We­sen. Sie sind halb Mensch, halb Tier, su­per­stark und mäch­tig wie Göt­ter. Im Was­ser, in der Luft, an Land: Über­all trei­ben sie sich her­um. Skyl­la ist ei­nes die­ser Un­ge­heu­er. Sie lau­ert im Meer. Dort er­schreckt das Was­ser­mons­ter auch die stärks­ten See­fah­rer. Skyl­las An­blick ver­wirrt in den Sa­gen al­le See­leu­te: Von Kopf bis Bauch ist sie ei­ne schö­ne jun­ge Frau. Und Skyl­la war tat­säch­lich vor lan­ger Zeit ein­mal ein hübsches Mäd­chen. Und zwar so bild­hübsch, dass Kir­ke, ei­ne Zau­be­rin, schreck­lich nei­disch wur­de. Des­halb ver­hex­te Kir­ke das Mäd­chen – und seit­her be­steht Skyl­las rest­li­cher Kör­per aus sechs Hun­den. Schau­der­lich.

Skyl­la war nicht al­lein. Ge­mein­sam mit dem Un­ge­heu­er Cha­ryb­dis über­wach­te sie ei­ne en­ge Stel­le im Meer, die zwi­schen zwei Fel­sen liegt. Gro­ße grie­chi­sche Dich­ter wie Ovid er­zäh­len, dass Skyl­la sehr ge­frä­ßig ist. Mit ih­ren Fang­ar­men schnapp­te sie die See­fah­rer, die mit ih­ren Schif­fen zu nah an Skyl­las Fel­sen ge­rie­ten, und ver­speis­te sie. Kein See­mann kam heil da­von. Bis ein be­son­de­rer Held zu Skyl­la kam: Odys­seus. Zwölf un­mög­li­che Auf­ga­ben muss­te Odys­seus be­ste­hen, be­vor ihn die Göt­ter in ih­ren Olymp auf­nah­men. Ei­ne Her­aus­for­de­rung: An Skyl­la vor­bei­schip­pern. Odys­seus und sei­ne Boots­mann­schaft hat­ten nur ei­ne Tak­tik: Ru­dern, mit vol­ler Kraft! Sechs Ge­fähr­ten, die mit Odys­seus fuh­ren, schnapp­te sich Skyl­la. Der Held über­leb­te.

Zeich­nung: Ca­ri­na Hei­lan­der

Vor Skyl­la fürch­te­ten sich al­le See­fah­rer.

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