Donau Zeitung

Der Bayer als Häuslebaue­r

- VON JOSEF KARG jok@augsburger‰allgemeine.de

Der Engländer sagt ja: My home is my castle. Natürlich wird dieses wohlige Gefühl der Sicherheit in den eigenen vier Wänden auch in Bayern geschätzt. Die Krux ist nur: Die Immobilien­preise steigen im Freistaat gerade in und um die Großstädte schwindele­rregend schnell wie Heißluftba­llons. Seit Jahren geht das so. Und in depressive­n Nächten kann einen das Gefühl beschleich­en, dass sich in absehbarer Zeit nur mehr Multimilli­onäre oder Oligarchen ein Häuschen leisten können.

Dieser Trend käme dem einen oder der anderen entgegen. Manche Grüne beispielsw­eise würden ja das Aussterben des guten alten schwäbisch­en Häuslebaue­rs begrüßen. Denn in der Ökopartei mehren sich die Stimmen, die sagen, beim Bau von Einfamilie­nhäusern auf die Bremse zu treten. Zu viel Wohnraum ist gleich schlecht fürs Klima, lautet die Gleichung. Kann man so sehen. Das hat in einem Hamburger Stadtteil auch bereits dazu geführt, dass die Grünen einen Baustopp für Einfamilie­nhäuser erlassen haben.

Aber Bayern ist nicht Hamburg. Als wären Millionäre hier in den Corona-Monaten über Nacht wie die Goldtaler im Märchen vom Himmel gefallen, wird ein Hausbauboo­m vermeldet. So ist die Zahl der Baugenehmi­gungen trotz der Mondpreise für Häuser im ersten Quartal dieses Jahres sprunghaft angestiege­n. Kurz gesagt: Der Bayer baut, was das Zeug hält.

Wie der Bauboom am Ende klimatechn­isch zu einem guten Ende führen kann? Das wäre nur möglich, wenn die Häuslebaue­r sich in ihren vier Wänden so wohl fühlen, dass sie nicht mehr in den Urlaub fliegen.

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