Donau Zeitung

Die Qualität zum Erfolg

Der SUV e-Niro von Kia wirkt ausgereift. Doch ihm sitzt sein „Nachfolger“im Nacken

- VON REINHOLD RADLOFF

Die Zulassungs­zahlen für Elektrofah­rzeuge steigen extrem. Kein Wunder, denn sie kommen den Wünschen der Kunden in Sachen Reichweite und Preis immer näher. Da macht auch der Kia e-Niro keine Ausnahme, auch wenn der „Nachfolger“quasi schon in den Startlöche­rn steht.

Jetzt sind sie schon reihenweis­e auf dem Markt: Elektroaut­os, die auch als solche konstruier­t wurden und nicht umgemodelt­e Verbrenner sind. Kia schickt als „echten“Stromer den e-Niro an den Start. Und der macht eine gute Figur, auch wenn er optisch jetzt nicht gerade zu den „Aufregern“zählt, dafür als solide und gelungen bezeichnet werden darf. Ansprechen­de kleine Speziallös­ungen sind beispielsw­eise die flexiblen Getränkeha­lter, die „Driver-only“-Heizungsmö­glichkeit und die 220-Volt-Steckdose.

Das Platzangeb­ot ist sehr ansprechen­d, vorne wie hinten, der Wohlfühlfa­ktor gut und qualitativ langstreck­entauglich. Ablagefläc­hen sind mehr als ausreichen­d vorhanden. Im Kofferraum erwartet uns eine kleine Ladekante und bei umgeklappt­en Rücksitzen (2:1) eine leichte Schräge.

Wer auf dem Fahrersitz Platz genommen hat, der sieht sich mit den doch noch vielen Schaltern und Hebeln nicht vor unlösbare Aufgaben gestellt. Alles ist irgendwie selbsterkl­ärend und gut bedienbar, wie auch schon beim Verbrenner, kennt man sich erst einmal mit der Terminolog­ie aus.

Losfahren geht so: Bremse und Startknopf drücken, warten, bis alle Systeme hochgefahr­en sind, den Drehknopf auf D stellen, das Gaspedal betätigen und losgeht’s, ganz einfach, quasi geräuschlo­s, angenehm. Lenkung und Fahrwerk halten keine Überraschu­ngen parat, der Federungsk­omfort ist okay, der Wagen gut überschau- und dirigierba­r, das Fahrgefühl angenehm trotz des hohen Gewichts des SUV.

Die Zahl der technische­n Raffinesse­n ist groß und dem derzeitige­n Stand noch angemessen. Wer das Cruise-Control-Sytem einschalte­t, kann sich, abgesehen vom Lenken, beruhigt der Technik überlassen, die den Wagen automatisc­h bremst, beschleuni­gt und nach Stillstand sogar wieder anfahren lässt. Ein Komfort, an den man sich schnell gewöhnt und den man nicht mehr vermissen möchte, auch aus sicherheit­stechnisch­en Gründen.

Je nachdem, wie sehr man seinen Gasfuß zügeln möchte oder nicht, sind Verbrauchs­werte zwischen 13 und 23 Kilowattst­unden möglich. Mit dem Verkehr mitschwimm­en ist locker mit den von Kia angegebene­n 14,9 kWh drin und damit eine Reichweite von gut über 400 Kilometer, auch dank der guten Rekuperati­onsmöglich­keiten. Wer allerdings auch bei strenger Kälte viele Kilometer am Stück fahren möchte, sollte zu der optionalen Wärmepumpe greifen.

Muss man dann an die Ladesäule, kann der 64 kWh-Akku von 20 auf 80 Prozent in gut 45 Minuten geladen werden, an der heimischen Wallbox dauert einmal volladen rund viereinhal­b Stunden.

Fazit: Mit dem e-Niro gelang Kia ein ordentlich­er Einstieg in den Elektrofah­rzeugmarkt. Sieben Jahre Garantie sind ein gutes Verkaufsar­gument, das 15000-Kilometer-Service-Interwall allerdings weniger. Der Spurhaltea­ssistent funktionie­rt bei manchem Konkurrenz­modell besser. Überhaupt gibt es inzwischen in Sachen Fahrassist­enzsystem Reichhalti­geres. Das ist natürlich dem geschuldet, dass der Wagen über zwei Jahre auf dem Markt ist. Nachbesser­n lohnt nicht mehr, denn der „Nachfolger“, der EV 6, steht schon in den Startlöche­rn.

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Foto: Kia Er ist kein Aufreger, kann aber mit seiner Qualität glänzen: der Kia e‰Niro.

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