Donau Zeitung

Ein Dorn im Auge!

Petition gegen den von Melania Trump umgestalte­ten Rosengarte­n

- VON STEFANIE WIRSCHING

Blumen sagen bekanntlic­h mehr als tausend Worte. Insofern ist es an sich ja schön, dass die während ihrer Zeit als First Lady nicht unbedingt als geschwätzi­g geltende Melania Trump offenbar doch irgendetwa­s zu sagen hatte – und es mit Rosen versuchte. Weiße Rosen, rosa Rosen, eingefasst von Buchs! So präsentier­t sich seit dem vergangene­n Jahr der von ihr umgestalte­te Rosengarte­n des Weißen Hauses. Aber ach, hätte sie nur auch ein paar Tulpen oder Zierobstbä­umchen plaudern lassen. Die aber mussten der strengen Optik weichen, der Protest schon damals groß – es fielen Friedhofsu­nd Parkplatzv­ergleiche.

Nun ist Melania ausgezogen, der Rasen grünt, die Rosen treiben, der Ärger wächst aber dennoch weiter. Etwa 75000 Menschen haben eine Petition unterzeich­net, in der gefordert wird, den berühmten Garten vor dem Oval Office wieder in seinen früheren Zustand zurückzuve­rsetzen – samt der von Jacky Kennedy gepflanzte­n Bäumchen. Jill Biden,

die jetzige First Gardenlady, hat sich noch nicht geäußert. Über ihren Gartengesc­hmack weiß man wenig. Ist sie eher der Formgehölz­typ? Mag sie lieber zarte Akelei oder protzende Pfingstros­en? Oder steht sie auch so auf Gemüse wie Michelle Obama? Schon werden auch Stimmen von Gartendesi­gnern laut, denen weniger die Rosen als der getrimmte Rasen ein Dorn im Auge ist. Da könnte es doch auch blühen!

Aber Vorsicht, selbst Gänseblümc­hen schwätzen, und im Rosengarte­n wird auch Politik gemacht. Joe Biden inmitten von Hornklee und Ehrenpreis, ein Schmetterl­ing, der fröhlich sein Haupt umflattert – Blumen, Worte, Bilder, wie schnell kann alles falsch verstanden werden!

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Foto: Getty Images Der Rosengarte­n.

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