Donau Zeitung

Emilia und Noah sind beliebt

Babynamen-Statistik bietet Überraschu­ng

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Wiesbaden Emilia und Noah sind im vergangene­n Jahr die häufigsten Erstnamen bei Neugeboren­en gewesen. Das gab die Gesellscha­ft für deutsche Sprache am Montag bekannt. Bei den Mädchen landet Hanna(h) auf Platz zwei, gefolgt von Emma. Bei den Jungen liegen Leon und Paul auf den weiteren Rängen.

Der Blick auf die Top Ten der weiblichen Namen zeigt mit Sophia/ Sofia, Mia, Lina, Mila, Ella, Lea(h) oder Clara/Klara (Plätze vier bis zehn) kurze, sich ähnelnde Namen, die alle auf den Vokal a enden. „Das ist sehr auffällig – und sehr feminin“, sagt Damaris Nübling, Sprachwiss­enschaftle­rin mit Schwerpunk­t Namensfors­chung an der Johannes Gutenberg-Uni in Mainz. Die Mädchennam­en seien weich – „weicher geht’s nicht“.

Bei den Jungenname­n herrscht dagegen etwas mehr Abwechslun­g. Hier konnte Vorjahress­ieger Noah den Spitzenpla­tz bei den Erstnamen behaupten. Eine Überraschu­ng findet sich auf Platz vier mit Aufsteiger Mat(h)eo/Matt(h)eo, der laut den Angaben gleich neun Plätze nach vorne kletterte. Laut Gesellscha­ft für deutsche Sprache sind solche Sprünge in den letzten Jahren selten gewesen. Interessen­t auch: In Bremen und Berlin liegt der weltweit verbreitet­ste Vorname Mohammed auf Platz eins. Bundesweit nimmt er Platz 22 ein.

Bleibt die Frage, ob angesichts der noch andauernde­n Pandemie Neugeboren­e nach dem Virus benannt wurden? Antwort: Ja, wenn auch sehr wenige. Damaris Nübling zufolge wurden drei Mädchen von ihren Eltern „Corona“genannt, eines „Korona“. „Ich denke, das ist nicht als Reaktion zu verstehen. Wir wissen auch nicht, ob sie vor oder nach Beginn der Pandemie so genannt wurden“, sagt die Forscherin.

Für aufschluss­reicher hält sie die hinteren Plätze der Namensstat­istik, da sich dort mögliche Trends abzeichnen. Theo und Mathilda seien beispielsw­eise Namen, die zuletzt zugelegt hätten – und die klanglich Aufsteiger Matteo ähnelten. Was Nübling noch weiß: „Umfragen bestätigen: 80 Prozent der Eltern sagen, sie wählen den Namen nach dem Klang aus.“

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Foto: A. Riedl, dpa Die Gesellscha­ft für deutsche Sprache hat am Montag wieder ihre Babynamen‰ Statistik vorgestell­t.

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