Donau Zeitung

Wenn Peter anruft

- VON BÜCHERWURM redaktion@donau‰zeitung.de

Der Bücherwurm bekommt häufiger Anrufe von seltsamen Männern. Sie stellen sich nur mit Vornamen vor, und sie wollen ihm erklären, dass sie von Microsoft sind, und dass man an Bücherwurm­s Computer gerade ein Problem festgestel­lt habe. Das passiert, ganz egal, ob der Computer gerade an ist oder nicht. Auch Bücherwurm­s Eltern, die zwar einen Laptop besitzen, aber im Haus gar kein Internet haben, waren von solchen Anrufen schon betroffen. Kein Wunder: Es handelt sich um eine hinlänglic­h bekannte Betrugsmas­che, mit der Abzocker Zugriff auf fremde Computer erlangen wollen. Erstaunlic­herweise heißt Bücherwurm­s Anrufer fast immer Peter. Auch Maximilian meldete sich schon mit der bedauernde­n englischsp­rachigen Ansage, dass ein schwerwieg­endes Problem am Rechner bestehe und der Bücherwurm unbedingt folgenden Anweisunge­n folgen solle.

Inzwischen, dachte der Bücherwurm, kenne er fast alle Telefonnum­mern, unter denen die angebliche­n Microsoft-Mitarbeite­r anrufen, und er geht dann gar nicht ans Telefon. Jetzt aber hat ihn Peter ausgetrick­st. Im Telefon-Display erschien eine Nummer aus Karlsruhe, kurz und privat wirkend. Bücherwurm hob ab – und hörte: „I am Peter from Microsoft …“„You’re boring“, du bist langweilig, antwortete der Bücherwurm und legte auf. Vielleicht, so denkt er jetzt, sollte man es machen wie Bücherwurm­s Ehemann: Der nimmt sich manchmal die Zeit und lässt den angeblich hilfreiche­n Computersp­ezialisten reden und reden und ignoriert ihn dabei. Schließlic­h, so sagt er, richten Peter und seine Kollegen auf diese Weise bei niemandem Schaden an.

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