Donau Zeitung

Sie arbeiten einen Tag lang für die Flutopfer

Die Mitarbeite­r des Friseur-Ateliers in Lauingen wollen den Betroffene­n der Flut im Westen Deutschlan­ds helfen. Wer sich am Freitag die Haare schneiden lässt, tut Gutes

- VON JONATHAN MAYER

Lauingen Überflutet­e Straßen, zerstörte Existenzen. Viele Menschen im Westen Deutschlan­ds stehen nach der Hochwasser­katastroph­e vor dem Nichts. Die Bilder und Berichte aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bewegen das ganze Land – so auch Stefanie Rempel. Die Friseurmei­sterin und

Inhaberin des Friseur-Ateliers in Lauingen will deshalb schnell helfen. Sie hat sich eine besondere Aktion überlegt, die Haareschne­iden und Gutes tun verbindet.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Nadine Treuheit will Rempel am Freitag kostenlos arbeiten. Das heißt aber nicht, dass jetzt jeder einen Haarschnit­t umsonst abstauben kann: Stattdesse­n spenden die beiden alle Einnahmen des Tages an Betroffene in den Katastroph­engebieten. Rempel sagt: „Wenn es irgendwie geht, dann wollen wir helfen.“Die Bilder aus den betroffene­n Gebieten, die Berichte über die vielen Toten, die Videos von den Trümmern. All das habe sie – wie viele andere ebenfalls – geschockt. Deshalb haben sich Rempel und ihre Kollegin spontan zu der Aktion entschloss­en.

Auch wenn sie selbst nie vor einer ähnlichen Situation stand wie die Menschen in Westdeutsc­hland, so hat auch Rempel in jüngster Vergangenh­eit bittere Erfahrunge­n machen müssen. Das Friseur-Atelier hatte wie viele andere Salons auch wegen Corona lange Zeit geschlosse­n.

Die Meisterin aber sagt mit Verweis auf die vom Hochwasser betroffene­n Gebiete: „Die Menschen dort haben ja teilweise gar nichts mehr.“Es sei wichtig, jetzt schnell den Wiederaufb­au in Gang zu bringen. Und daran möchte sie sich mit der Aktion in ihrem Studio beteiligen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Rempel und ihre Kollegin kostenlos arbeiten: Bereits 2017 haben die damals noch drei Mitarbeite­rinnen die Einnahmen eines Tages gespendet – damals an den Verein Lichtblick­e, eine Elterninit­iative für krebskrank­e Kinder in Augsburg. Insgesamt 1000 Euro kamen so zusammen. Damals, sagt sie, sei die Aktion über Wochen hinweg geplant gewesen. Diesmal versuchen es die Friseurmei­sterin und ihre Kollegin mit spontaner Hilfe.

Für Freitag, sagt Rempel, seien schon fast alle Termine vergeben. Ein paar seien aber noch frei. Sie überlege sogar, ob sie nicht zwei Stunden länger arbeiten werde, damit noch etwas mehr Geld an die Flutopfer geht.

Es ist nicht die erste Spendenakt­ion

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Foto: Rempel Nadine Treuheit und Stefanie Rempel (von links) arbeiten am Freitag kostenlos – und spenden alle Einnahmen an die Opfer der Flut.

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