Aus­schuss ge­gen pau­scha­les Bet­tel­ver­bot

Ju­gend­hil­fe­gre­mi­um kri­ti­siert un­ver­ständ­li­che Ei­le der Stadt

Dresdner Neueste Nachrichten - - DRESDEN - VON IN­GOLF PLEIL

Der Ju­gend­hil­fe­aus­schuss hat sich ge­gen die von der Ver­wal­tung ge­plan­te Po­li­zei­ver­ord­nung mit ei­nem ge­ne­rel­len Ver­bot des Kin­der­bet­telns aus­ge­spro­chen. Mit den Stim­men der rot-grün-ro­ten Po­li­ti­ker und der Ver­tre­ter der Frei­en Trä­ger wur­de die Re­ge­lung mit gro­ßer Mehr­heit ab­ge­lehnt. Im Gre­mi­um gab es zu­dem mas­si­ve Kri­tik an der Ver­wal­tung.

Der Ver­wal­tungs­aus­schuss des Stadt­rats hat­te am Mon­tag mit den Stim­men von CDU, SPD, Fdp/freie Bür­ger und AFD die Wei­chen für ein Kin­der­bet­tel­ver­bot ge­stellt. In der Po­li­zei­ver­ord­nung der Stadt soll un­ter­sagt wer­den, „als Kind oder in Be­glei­tung ei­nes Kin­des zu bet­teln“. Im Ju­gend­hil­fe­aus­schuss war dies lan­ge dis­ku­tiert wor­den. Zu­letzt hat­te das Rechts­amt Ein­wän­de ge­gen ei­nen Vor­schlag des Gre­mi­ums, dar­auf­hin soll­te mit dem Amt nach ei­ner rechts­kon­for­men Re­ge­lung ge­sucht wer­den. Das hat die Stadt aber nicht ab­war­ten wol­len. So wur­de die Po­li­zei­ver­ord­nung im Ver­wal­tungs­aus­schuss auf die Ta­ges­ord­nung ge­setzt und letzt­lich als Emp­feh­lung an den Stadt­rat be­schlos­sen. Die­ser soll sich am 25. Ja­nu­ar ab­schlie­ßend da­mit be­fas­sen.

So­zi­al­po­li­ti­ker von Grü­nen und Lin­ken hat­ten das be­reits zu Wo­chen­be­ginn kri­ti­siert, im Ju­gend­hil­fe­aus­schuss be­kräf­tig­ten sie ges­tern ih­re Hal­tung und ga­ben dem Stadt­rat noch Än­de­rungs­wün­sche mit auf den Weg. Sie leh­nen ein pau­scha­les Ver­bot ab, weil es aus ih­rer Sicht „nicht zu ei­ner Ver­bes­se­rung der La­ge der be­trof­fe­nen Kin­der führt“.

Bis­lang kom­men die­se vor al­lem aus der Slo­wa­kei. Nach ei­nem Bet­tel­ver­bot und ei­ner dar­auf fol­gen­den Ver­drän­gung die­ser Men­schen aus Dres­den sei über­haupt kei­ne Hil­fe mehr mög­lich. Ver­tre­ter der CDU sag­ten da­ge­gen, das Kin­der­bet­teln kön­ne nicht er­laubt wer­den, nur weil es an­ders­wo viel­leicht zur Kul­tur ge­hö­re.

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