Reichs­bür­ger­pro­zess: Wei­te­re Be­fan­gen­heits­an­trä­ge ge­stellt

Dresdner Neueste Nachrichten - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND -

HAL­LE. Im Reichs­bür­ger-pro­zess um den ver­such­ten Mord an ei­nem Sek-be­am­ten hat die Ver­tei­di­gung des An­ge­klag­ten wei­te­re Be­fan­gen­heits­an­trä­ge ge­stellt. Dem Vor­sit­zen­den Rich­ter Jan Sten­gel am Land­ge­richt Hal­le warf sie ges­tern ei­ne „äu­ßerst will­kür­li­che Ver­fah­rens­wei­se“vor. Er ha­be der Ver­tei­di­gung be­reits die Plä­doy­ers für den 15. März na­he­ge­legt, oh­ne ein ent­schei­den­des Gut­ach­ten zur Schuld­fä­hig­keit ih­res Man­dan­ten ab­zu­war­ten.

An­ge­klagt ist der frü­he­re Mis­ter Ger­ma­ny, Adri­an Ur­sa­che. Er soll bei der an­ste­hen­den Zwangs­räu­mung sei­nes Grund­stücks in Reu­den (Bur­gen­land­kreis) im Au­gust 2016 ge­zielt auf den Po­li- zis­ten ge­schos­sen ha­ben. Er be­strei­tet das. Ur­sa­che wur­de bei dem Sek-ein­satz durch Schüs­se schwer ver­letzt. Die Staats­an­walt­schaft rech­net ihn der so­ge­nann­ten Reichs­bür­ger-be­we­gung zu, die die Ge­set­ze der Bun­des­re­pu­blik und de­ren Ver­tre­ter nicht an­er­kennt.

Au­ßer­dem lehn­te die Ver­tei­di­gung den me­di­zi­ni­schen Gut­ach­ter als be­fan­gen und nicht sach­kun­dig ab. Er ha­be ein ge­wünsch­tes Gut­ach­ten für die Er­mitt­lungs­be­hör­den er­stellt und zu­dem in ekla­tan­ter Wei­se als un­ab­hän­gi­ger Gut­ach­ter und Me­di­zi­ner sei­ne Pflich­ten ver­letzt. Das Ge­richt zog sich dar­auf­hin zur Be­ra­tung zu­rück. Die Ver­hand­lung wird von schar­fen Si­cher­heits­vor­keh­run­gen be­glei­tet.

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