VW will in 16 Wer­ken Elek­tro­au­tos bau­en

Kon­zern plant Ver­drei­fa­chung der Ka­pa­zi­tä­ten bis 2022

Dresdner Neueste Nachrichten - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN. Volks­wa­gen will sei­ne Ka­pa­zi­tä­ten für den Bau von Elek­tro­au­tos deut­lich er­hö­hen. Bis 2022 wer­de der Kon­zern die Zahl der Wer­ke ver­fünf­fa­chen, die Fahr­zeu­ge mit Bat­te­riean­trieb her­stel­len kön­nen, sag­te Vor­stands­chef Mat­thi­as Mül­ler ges­tern bei der Bi­lanz­vor­la­ge in Ber­lin. Ak­tu­ell wür­den an drei Stand­or­ten E-au­tos pro­du­ziert, künf­tig sol­len es 16 sein. „Wir ha­ben al­le He­bel in Be­we­gung ge­setzt, um die ‚Road­map E‘ zü­gig und ent­schlos­sen um­zu­set­zen“, sag­te Mül­ler.

Der Fahr­plan von Volks­wa­gen sieht vor, bis zum Jahr 2025 bis zu drei Mil­lio­nen E-au­tos pro Jahr zu bau­en und 80 neue elek­tri­fi­zier­te Mo­del­le auf den Markt zu brin­gen. Ob der Kon­zern auch in die Fer­ti­gung von Bat­te­rie­zel­len ein­steigt, ist wei­ter­hin of­fen. „Das ist nicht un­se­re Kern­kom­pe­tenz“, sag­te Mül­ler. „Das kön­nen an­de­re bes­ser.“Ei­ne Ent­schei­dung sei aber noch nicht ge­fal­len. Im Werk Salz­git­ter baut VW der­zeit ei­ne For­schungs­stel­le auf. Die bis­her er­teil­ten Auf­trä­ge an Bat­te­rie­her­stel­ler be­lie­fen sich auf ein Vo­lu­men von 20 Mil­li­ar­den Eu­ro, so Mül­ler.

Die­se Plä­ne be­deu­te­ten kei­ne Ab­kehr vom Ver­bren­nungs­mo­tor: „Der Die­sel wird ei­ne Re­nais­sance er­fah­ren“, sag­te Mül­ler. Es ge­be kei­nen Grund, kei­nen Die­sel mit dem Ab­gas­stan­dard 6d zu kau­fen. Äl­te­re Fahr­zeu­ge mit neu­er Hard­ware nach­zu­rüs­ten, lehnt der Kon­zern wei­ter ab. Die ent­spre­chen­de Tech­nik wä­re frü­hes­tens in zwei bis drei Jah­ren ver­füg­bar, man be­nö­ti­ge aber schnel­le Lö­sun­gen, sag­te Mül­ler. Zu­dem sei der nach­träg­li­che Ein­bau ei­nes Ka­ta­ly­sa­tors nicht oh­ne Ri­si­ken: „Das ist ei­ne Ope­ra­ti­on am of­fe­nen Her­zen.“

Dass der Kon­zern die Ver­bren­ner noch nicht ab­ge­schrie­ben hat, zeigt sich auch bei den In­ves­ti­tio­nen. Nach Mül­lers An­ga­ben sol­len al­lein im lau­fen­den Jahr fast 20 Mil­li­ar­den Eu­ro in das kon­ven­tio­nel­le Fahr­zeug- und An­triebs­port­fo­lio flie­ßen. Über die nächs­ten fünf Jah­re wer­de sich die Sum­me auf mehr als 90 Mil­li­ar­den Eu­ro be­lau­fen.

Trotz des Ab­gas-skan­dals konn­te VW 2017 ei­nen Ge­winn von 11,4 Mil­li­ar­den Eu­ro ver­bu­chen. Das ist nicht nur dop­pelt so viel wie im vor­an­ge­gan­ge­nen Jahr, son­dern auch ein grö­ße­rer Über­schuss als 2014 – dem letz­ten vol­len Jahr vor Be­ginn der Die­sel-af­fä­re. Der Um­satz stieg um 6,2 Pro­zent auf 230,7 Mil­li­ar­den Eu­ro.

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