Beck­mann­samm­lung für Ber­li­ner Mu­se­en

Das Kon­vo­lut von 100 Wer­ken soll erst­mals im Sep­tem­ber aus­ge­stellt wer­den

Dresdner Neueste Nachrichten - - KULTUR -

Die Staat­li­chen Mu­se­en zu Ber­lin ha­ben ein be­deu­ten­des Kon­vo­lut aus zwei Ge­mäl­den, 46 Zeich­nun­gen und 52 druck­gra­phi­schen Wer­ken von Max Beck­mann (1884-1950) er­hal­ten. Für die Samm­lun­gen der Na­tio­nal­ga­le­rie und des Kup­fer­stich­ka­bi­netts wur­de zu­dem ein Ge­mäl­de von Hans Purr­mann (18801966) über­ge­ben, teil­ten die Staat­li­chen Mu­se­en ges­tern mit. Zur Ver­fü­gung ge­stellt wur­den die Ar­bei­ten von der Kunst­his­to­ri­ke­rin und Max Beck­mann­for­sche­rin Bar­ba­ra Mal­wi­ne Au­gus­te Gö­pel (1922-2017). Die Wer­ke sol­len erst­mals im Sep­tem­ber in ei­ner ge­mein­sa­men Son­der­aus­stel­lung der Na­tio­nal­ga­le­rie und des Kup­fer­stich­ka­bi­netts ge­zeigt wer­den.

Bei den Beck­mann-ge­mäl­den han­delt es sich den An­ga­ben zu­fol­ge um die Wer­ke „Selbst­bild­nis in der Bar“von 1942 und „Bild­nis Er­hard Gö­pel“von 1944. Die in den Jah­ren 1900 bis 1947 ent­stan­de­nen Zeich­nun­gen – dar­un­ter Sze­nen von Beck­manns Front­ein­satz im Ers­ten Welt­krieg und Por­träts des Künst­lers, sei­ner zwei­ten Frau Quap­pi oder des Kunst­händ­lers Gott­lieb Fried­rich Re­ber – fun­ha­be gier­ten teil­wei­se als Vor­stu­di­en be­kann­ter Ge­mäl­de. Die druck­gra­phi­schen Ar­bei­ten um­fass­ten 52 Ein­zel­blät­ter, die sich als Dau­er­leih­ga­ben Bar­ba­ra Gö­pels be­reits seit den 90er Jah­ren im Be­stand des Kup­fer­stich­ka­bi­netts be­fin­den. Das Hans Purr­mann-ge­mäl­de „Häu­ser und Mau­ern in Por­to d’is­chia“stam­me aus dem Jahr 1955.

„Dank der Schen­kung von Bar­ba­ra Gö­pel sind die Staat­li­chen Mu­se­en zu Ber­lin nun­mehr in der glück­li­chen La­ge, ei­nen be­ein­dru­cken­den Schatz an Wer­ken

Max Beck­manns zu ver­sam­meln“, er­klär­te Ge­ne­ral­di­rek­tor Micha­el Eis­sen­hau­er.

Die Wer­ke er­gänz­ten „in kon­ge­nia­ler Wei­se den welt­be­rühm­ten Be­stand der Klas­si­schen Mo­der­ne in den Ber­li­ner Mu­se­en“.

Bar­ba­ra Gö­pel war die Wit­we des Kunst­his­to­ri­kers Er­hard Gö­pel (1906-1966), des­sen Rol­le laut den Staat­li­chen Mu­se­en im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zu­tiefst am­bi­va­lent war. Gö­pel sei seit Fe­bru­ar 1942 für den „Son­der­auf­trag Linz“ak­tiv am Ns­kunst­raub be­tei­ligt ge­we­sen. Zu­gleich er sei­nen als „ent­ar­tet“dif­fa­mier­ten Künst­ler­freund Max Beck­mann vor dem Zu­griff der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ge­schützt. Nach 1945 ha­be er sich mit sei­ner Ehe­frau in der For­schung zur Kunst der Klas­si­schen Mo­der­ne und zum Werk Beck­manns und Purr­manns ver­dient ge­macht. In der Aus­stel­lung im Herbst soll des­halb auch die Bio­gra­fie Gö­pels the­ma­ti­siert wer­den.

Den Staat­li­chen Mu­se­en zu Ber­lin kom­me bei der An­nah­me der Wer­ke ei­ne mora­lisch-ethi­sche Ver­ant­wor­tung zu, hieß es. Zwar ha­be die ein­ge­hen­de Prü­fung des Zen­tral­ar­chivs bei al­len ver­mach­ten Ar­bei­ten kei­nen kon­kre­ten Ver­dacht auf Raub­kunst er­ge­ben. Die Staat­li­chen Mu­se­en fühl­ten sich aber wei­ter­hin ei­nem kri­ti­schen Um­gang mit dem Er­be ge­mäß der Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en ver­pflich­tet. ➦ www.smb.mu­se­um

Wolf­gang Kumm, dpa

Zwei Män­ner be­trach­ten ein Selbst­bild­nis von Max Beck­mann (1942), das zum Kon­vo­lut ge­hört.

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