Rich­ter als „Na­zis“be­zeich­net: Stra­fe für „Reichs­bür­ger“

Dresdner Neueste Nachrichten - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND -

CHEMNITZ. Weil er Rich­ter als „Na­zis“be­zeich­net hat, wird ein so­ge­nann­ter Reichs­bür­ger zur Kas­se ge­be­ten. Das Land­ge­richt Chemnitz wies am Don­ners­tag die Be­ru­fung des 58-Jäh­ri­gen aus Plau­en im Vogt­land ge­gen ei­ne Geld­stra­fe ab und be­stä­tig­te das Ur­teil aus ers­ter In­stanz. Das Amts­ge­richt Chemnitz hat­te den er­werbs­un­fä­hi­gen Mann im Fe­bru­ar die­ses Jah­res zu 30 Ta­ges­sät­zen a 15 Eu­ro ver­ur­teilt.

In ei­nem Be­ru­fungs­ver­fah­ren vor dem Lan­des­so­zi­al­ge­richt in Chemnitz hat­te der An­ge­klag­te den Rich­tern wäh­rend der Ur­teils­be­grün­dung zu­ge­ru­fen: „Sie sind Na­zis! Na­zis sind Sie! Sie Na­zis, aus­ge­spro­che­ne Na­tio­nal­zio­nis­ten!“Bei der Ver­hand­lung am Land­ge­richt gab er zu, dies aus Zorn über die Ver­fah­rens­füh­rung ge­tan zu ha­ben.

Der 58-Jäh­ri­ge hat­te zum Auf­takt der Ver­hand­lung auf die Fra­ge nach sei­ner Staats­an­ge­hö­rig­keit mit „Reichs- und Staats­an­ge­hö­ri­ger“ge­ant­wor­tet. Der frü­he­re Bau­er, der seit 2009 er­blin­det ist, be­rief sich da­bei auf ei­nen „Staat deut­sches Reich“. Die­ser wür­de noch exis­tie­ren, aber nicht mehr hand­lungs­fä­hig sein.

Er ist mehr­fach vor­be­straft un­ter an­de­rem we­gen Amts­an­ma­ßung und Miss­brauchs von Ti­teln. So hat er sich als „Mi­nis­ter­prä­si­dent des Reichs­lan­des Frei­staat Sach­sen“be­zeich­net und Schrei­ben mit dem säch­si­schen Wap­pen an Be­hör­den ver­schickt. Nach ei­ner von ihm be­trie­be­nen In­ter­net­sei­te lei­tet er den „Bund Volk für Deutsch­land“. Auf der Start­sei­te ist die schwarz-weiß-ro­te Reichs­flag­ge ab­ge­bil­det. Das Ur­teil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

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