Eu­ro­jack­pot: Wir ver­lo­sen 50 Lot­to­schei­ne

Wie Sie sich die Chan­ce auf ei­nen 90-Mil­lio­nen-ge­winn si­chern

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON TAN­JA TRÖGER UNDMARAIKEMIRAU

Das wohl bun­tes­te und de­mo­kra­tischs­te Stadt­teil­fest Dres­dens steht wie­der vor der Tür: Heu­te öff­net die „Bun­te Re­pu­blik Neu­stadt“(BRN) für ein lan­ges Wo­che­n­en­de zum 28. Mal ih­re Gren­zen. Das Be­son­de­re: Die BRN ist ein Fest oh­ne Ver­an­stal­ter, be­steht al­so aus Ein­zel­ak­ti­vi­tä­ten, die Hun­der­te Pri­vat­leu­te, Vereine und Un­ter­neh­men or­ga­ni­sie­ren – und die al­le ein­zeln ge­neh­migt wer­den müs­sen, weil sie im öf­fent­li­chen Stra­ßen­raum statt­fin­den.

Das zu­stän­di­ge Stra­ßen­und Tief­bau­amt klag­te im ver­gan­ge­nen Jahr über die mehr als 300 An­trä­ge für Stän­de und Büh­nen. Die Schaf­fung von „In­seln“soll­te das Pro­blem mil­dern: An­woh­ner ei­nes be­stimm­ten Ge­bie­tes, et­wa ei­ner Stra­ße, tun sich da­bei zu­sam­men, or­ga­ni­sie­ren ge­mein­sam, was dort wäh­rend der BRN los sein soll, und be­an­tra­gen die Ver­an­stal­tun­gen als Kom­plett­pa­ket bei der Stadt. Das Kon­zept „mehr In­seln – we­ni­ger Ein­zel­an­trä­ge“ging auf: Ge­neh­migt wur­den zehn In­seln und 143 Ein­zel­stän­de. Den­noch er­hiel­ten die An­mel­der ih­re Be­schei­de erst rund ei­ne Wo­che vor BRNBe­ginn. Sie füh­len sich in ih­ren Vor­be­rei­tun­gen be­hin­dert. Wie 2017 ist die Re­de vom An­mel­de-cha­os.

Grund­idee des lo­cke­ren Fes­tes durch Be­ar­bei­tungs­dau­er tor­pe­diert

„Es ist noch viel zu ma­chen“, be­rich­tet Olaf Hor­nuf, In­sel­chef vor dem Ver­an­stal­tungs­haus „Scheu­ne“, den DNN. Durch die ver­spä­te­te Be­ar­bei­tung des Brn-an­tra­ges müs­sen in letz­ter Mi­nu­te noch Ab­spra­chen mit Gas­tro­no­men ge­trof­fen und Ver­an­stal­tun­gen ko­or­di­niert wer­den. Be­reits im März hat­te Hor­nuf die ent­spre­chen­den An­trä­ge ein­ge­reicht und erst in der letz­ten Wo­che ei­ne ver­bind­li­che Zu­sa­ge er­hal­ten. Da steht die lo­cke­re Stim­mung hin­ten an. „Wir ver­su­chen, das Bes­te draus zu ma­chen“, sagt Hor­nuf. Die In­sel­be­auf­trag­ten sei­en sich je­doch ei­nig,dass die Stadt ihr Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren ver­bes­sern müs­se.

Ins glei­che Horn stößt Se­bas­ti­an Eckardt, ei­ner der Or­ga­ni­sa­to­ren der In­sel „Böh­mi­sches Dorf“. „Bei den Be­hör­den ist so viel Sand im Ge­trie­be, die müss­ten viel ef­fi­zi­en­ter ar­bei­ten. Die BRN bringt so vie­le Leu­te von au­ßer­halb nach Dres­den, lie­fert po­si­ti­ve Neu­ig­kei­ten aus der Stadt, die häu­fig mit Ne­ga­tiv-schlag­zei­len in der deutsch­land­wei­ten Pres­se war – das soll­te man nicht aufs Spiel set­zen.“Als Ver­an­stal­ter ge­he man mit zahl­rei­chen Din­gen in Vor­leis­tung, und dann sit­ze man wie auf Koh­len: „Wird das über­haupt ge­neh­migt?“

Auch Ste­fan Gr­un­wald, Mi­t­or­ga­ni­sa­tor der „Alau­se­bim“-in­sel, zeig­te sich vom spä­ten Be­scheid der Stadt ent­täuscht. Die Zu­sam­men­ar­beit der In­sel­häupt­lin­gen sei je­doch im Ge­gen­zug sehr gut ge­we­sen, und auch Ko­or­di­na­to­rin Ul­la Wa­cker vom BRN-BÜ­RO hät­te sich ge­bün­delt der Pro­ble­me der In­sel­ver­ant­wort­li­chen an­ge­nom­men.

Doch trotz der bü­ro­kra­ti­schen Hür­den ha­ben die In­sel­häupt­lin­ge ein bun­tes Pro­gramm auf die Bei­ne ge­stellt, wel­ches auch Vor­wür­fe, „nur noch ei­ne Fress- und Sauf­mei­le zu sein“, wi­der­legt.

Mehr Kul­tur – weg vom Kom­merz

So auch auf der obe­ren Alaun­stra­ße bis zur Gör­lit­zer Stra­ße. Ver­an­stal­ter Ste­fan Gr­un­wald freut sich dort be­son­ders, dass auf sei­ner In­sel kein gro­ßer Bier­wa­gen auf­ge­stellt wird. „Bei uns steht in die­sem Jahr die Kul­tur und die Kunst im Vor­der­grund und nicht der Kom­merz“, sagt er. Ei­ne lo­se Grup­pe von Kunst­be­geis­ter­ten war dem Auf­ruf des Neu­städ­ter Künst­lers Tho­mas Schrei­ter ge­folgt und wird zur BRN so­wohl Skulp­tu­ren aus Holz und Draht als auch Licht- und Far­b­in­stal­la­tio­nen prä­sen­tie­ren. Im In­sel­ge­biet „Alau­se­bim“er­war­ten die Be­su­cher zu­dem vier ver­schie­de­ne Mu­sik-spots: Ro­cki­ge und swin­gi­ge Klän­ge als auch ein Dis­co-hot­spot vor der „Boys Bar“, Som­mer­fee­ling mit Reg­gae-mu­sik vor dem „Ca­fé 100“und ei­ne Lie­der­ma­cher­büh­ne auf der Seb­nit­zer Stra­ße.

Für das Wo­che­n­en­de ste­he der Wunsch nach gu­tem Wet­ter an ers­ter Stel­le. Doch auch der Spaß bei den er­war­te­ten 150 000 Be­su­chern und den 150 in­vol­vier­ten Künst­lern soll nicht zu kurz kom­men. Olaf Hor­nuf freut sich da­bei er­neut be­son­ders auf den Auf­tritt von Kon­rad Kü­chen­meis­ter auf dem Scheu­ne­vor­platz.

Zur In­sel „Böh­mi­sches Dorf“ha­ben sich die al­le­samt Brn-er­fah­re­nen An­woh­ner der Böh­mi­schen Stra­ße zwi­schen Ro­then­bur­ger Stra­ße und Mar­tinLu­ther-platz zu­sam­men­ge­tan. Der Am­sel­hof und die Bau­ge­mein­schaft B33 sind eben­so da­bei wie das „Ras­kol­ni­koff“und das „Si­de Door“. „Wir ken­nen uns als Nach­barn ganz gut, da gab’s we­nig Pro­ble­me bei der Or­ga­ni­sa­ti­on“, sagt Se­bas­ti­an Eckardt. We­gen die­ser Ver­traut­heit und des Stra­ßen­na­mens lag der In­sel­na­me qua­si auf der Hand. Und ein biss­chen Kri­tik an der Neu­bau­ten-gestal­tung in der Lan­des­haupt­stadt schwingt auch mit: „Das Böh­mi­sche Dorf grüßt den neu­en Dresd­ner Stadt­ar­chi­tek­ten Gri­go­ri Po­tem­kin“, ver­kün­det Eckardt grin­send.

Nicht nur be­sag­ter Ku­lis­sen­bau­er, son­dern al­le In­sel­be­su­cher be­kom­men am Wo­che­n­en­de or­dent­lich was auf die Oh­ren. Vor dem Am­sel­hof spielt bei­spiels­wei­se das Stra­ßen­mu­sik-duo „Shift it ba­by“. „Die sind rich­tig gut!“, schwärmt Ver­an­stal­ter Eckardt. „Die wa­ren ver­gan­ge­nes Jahr schon da und ha­ben uns al­le sehr er­freut.“

In der Ga­ra­ge der B33 tre­ten wei­te­re Bands auf – das Li­ne-up ha­ben die Or­ga­ni­sa­to­ren prak­ti­scher­wei­se di­rekt aufs Tor ge­schrie­ben. Auch von ei­nem Pol­ka­welt­re­kord-ver­such wird ge­mun­kelt. Au­ßer­dem gibt es Floh­markt und Kin­der­schmin­ken. Ver­schie­de­ne Vereine, die den An­woh­nern be­son­ders am Her­zen lie­gen, prä­sen­tie­ren sich. Und Se­bas­ti­an Eckardt ist mit Li­kö­ren aus sei­ner Ma­nu­fak­tur da­bei. Des­halb steckt er noch mit­ten­drin in den Vor­be­rei­tun­gen: „Ich hab noch ne el­len­lan­ge Lis­te, die ich ab­ar­bei­ten muss.“

Die Pro­gramm­hö­he­punk­te kön­nen auf der Web­site brn-pro­gramm.de ein­ge­se­hen wer­den oder in ei­nem der 11 000 Pro­gramm­hef­te, die ab Frei­tag in Dres­den ver­teilt wer­den.

Foto: Tan­ja Tröger

Ju­nes Sem­mou­di, An­ja Schnei­der und die ge­sam­te Re­dak­ti­on der DNN wün­schen viel Glück!

Foto: Dietrich Flecht­ner

Im ver­gan­ge­nen Jahr spiel­ten die Tromm­ler von Ar­ra­rai Car­ni­bal auf dem Martin-lu­ther­platz. Zu der dort seit Jah­ren funk­tio­nie­ren­den Brn-in­sel ge­sel­len sich in die­sem Jahr erst­mals neun wei­te­re.

Foto: Dietrich Flecht­ner

Olaf Hor­nuf

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