Lust und Ge­nuss mit Ka­ries und Scha­nell

Dresdner Neueste Nachrichten - - BÜHNE DRESDEN - VON AN­NE GRÄFE

Dop­pel­te Wa­ve-punk-po­wer am Mon­tag in der Groo­ve Sta­ti­on Das Dresd­ner Da­men-duo Scha­nell, be­ste­hend aus Li­sa und De­bo­rah, ist in der ört­li­chen Mu­sik­sze­ne kein un­be­schrie­be­nes Blatt mehr. Das letz­te Jahr war ge­spickt mit al­ler­lei Auf­trit­ten, un­ter an­de­rem beim „Band­stand“, in der Scheu­ne oder im Ost­pol. Mu­si­ka­lisch sind Scha­nell zwi­schen be­din­gungs­lo­sem Punk und Wa­ve an­zu­fin­den. Li­sa als wir­beln­de Schlag­zeu­ge­rin hat­te schon ei­ne Band in Ber­lin und fand nun mit De­bo­rah ei­ne Dresd­ner Part­ne­rin, die ge­nau­so eng mit ih­rem In­stru­ment, al­so ih­rer Stim­me, ver­traut ist und auch schon im­mer als Sän­ge­rin un­ter­wegs war. Dass De­bo­rah nun auch noch Gi­tar­re da­zu spie­len kann, per­fekt. Scha­nell be­zeich­nen sich als sinn­li­che Di­let­tan­ten an ih­ren Ge­rät­schaf­ten, pro­bie­ren sich aber gern aus, ent­wi­ckeln sich ge­mein­sam wei­ter und sind be­geis­tert, wenn Leu­te ih­re Mu­sik mö­gen und so­gar mehr da­von wol­len. Ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus Lu­xus und Dreck. Scha­nell eben. Ge­mein­sam mit den Stutt­gar­tern von der Band Ka­ries sind sie am Mon­tag in der Groo­ve Sta­ti­on zu er­le­ben.

Der Band­na­me Ka­ries zau­bert vie­len, auf­grund sei­ner As­so­zia­ti­on, nicht un­be­dingt ein Lä­cheln ins Ge­sicht. Das nun­mehr be­reits drit­te Al­bum „Ali­ce“des Quar­tetts aber schon. Die seit 2012 be­ste­hen­de Band um die Sän­ger und Gi­tar­ris­ten Ben­ja­min Klaus Schrö­ter und Jan Rum­pe­la, Bas­sist Max No­sek und Schlag­zeu­ger Ke­vin Kuhn be­fin­det sich ge­ra­de auf Tour zu ih­rem im Ok­to­ber er­schie­ne­nen Al­bum. Nach „Seid um­schlun­gen, Mil­lio­nen“(2014) und „Es geht sich aus“(2016) ist das neue Werk mit Ti­teln wie „Ne­ben­stra­ßen“und „Ha­va­rie“ei­ne Plat­te mit dy­na­mi­schen Beats, und ru­mo­ri­gen, tanz­ba­ren Bäs­sen. Was düs­ter mit den bei­den Vor­gän­ger-al­ben be­gann, er­hebt sich nun aus der ge­wollt emo­tio­na­len Lee­re und öff­net sich flie­ßend in rast­lo­sen und in­dus­tri­el­len Post­punk. Pro­du­ziert vom „Die Ner­ven“-gi­tar­rist Max Rie­ger, mit des­sen Band oft ein hei­te­rer Mu­si­ker­aus­tausch statt­fin­det, ge­lang ein äs­the­ti­scher Sprung nach vorn, al­les wirkt ab­ge­stimm­ter, kla­rer und rei­fer.

Die Wa­ve-be­we­gung der 80er Jah­re bleibt elek­tro­nisch und teils sto­isch spür­bar, den­noch wirkt al­les be­schwing­ter und hel­ler. Text­lich knapp zwei­zei­lig und sich wie­der­ho­lend, an- und auf­rüh­rend in „Peb­bo“oder in „1987“, in dem das Auf­tei­len der Sor­gen ei­ne Stim­me er­hält. Ei­ne „Ha­va­rie“liegt text­lich nah an To­co­tro­ni­c­ide­en, was viel­leicht auch den Sup­port von Ka­ries bei de­ren Kon­zert in Chem­nitz am 14. No­vem­ber be­grün­det. Aber erst mal steht der Sinn nach „Re­den über was“, denn dei­ne Zeit ist schließ­lich mei­ne Zeit.

Scha­nell und Ka­ries, Mon­tag, 20 Uhr, Groo­ve Sta­ti­on

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