Zu­rück auf An­fang: Stadt­rat soll über Haus­halt der Ver­wal­tung ab­stim­men

CDU, Fdp/freie Bür­ger und Bür­ger­frak­ti­on sind sich ei­nig / SPD: „Schmie­ren­thea­ter!“

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON THO­MAS BAU­MANN-HART­WIG

DRES­DEN. Die Stadt­rats­frak­tio­nen von CDU, Fdp/freie Bür­ger und Bür­ger­frak­ti­on ha­ben ges­tern ei­nen ei­ge­nen Vor­schlag für die Haus­halts­de­bat­te vor­ge­stellt: Der Stadt­rat soll am Don­ners­tag über den ur­sprüng­li­chen Haus­halts­ent­wurf der Ver­wal­tung ab­stim­men. Gleich­zei­tig soll ein Bud­get von 45 Mil­lio­nen Eu­ro für Ve­rän­de­rungs­vor­schlä­ge der Frak­tio­nen zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. Die­ses Bud­get kön­ne wach­sen, wenn die Ver­wal­tung mehr Geld als er­war­tet ein­neh­me. Es kön­ne bei un­ge­plan­ten Mehr­aus­ga­ben aber auch sin­ken, er­klär­te Tho­mas Blü­mel, Fi­nanz­ex­per­te der Bür­ger­frak­ti­on.

Die Plä­ne sei­en mit Ober­bür­ger­meis­ter Dirk Hil­bert (FDP) ab­ge­stimmt, er­klär­ten die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Jan Don­hau­ser (CDU), Holger Zastrow (FDP/FB) und Chris­ti­an Bösl (Bür­ger­frak­ti­on). „Un­ser Vor­schlag bie­tet die Chan­ce, noch in die­sem Jahr ei­nen Haus­halt zu ver­ab­schie­de. Die De­bat­te über die po­li­ti­schen Wün­sche der Frak­tio­nen wer­den auf nächs­tes Jahr ver­tagt“, so Don­hau­ser. „Wir schaf­fen Hand­lungs­fä­hig­keit für die Ver­wal­tung“, sag­te Zastrow. „Wir woll­ten mit Ro­tg­rün-rot auf Au­gen­hö­he ver­han­deln, konn­ten aber kei­ne Be­reit­schaft da­zu fest­stel­len“, kon­sta­tier­te Bösl.

Schön­heits­feh­ler des Plans: Die drei Frak­tio­nen ver­fü­gen nur über 30 Stim­men. Für ei­ne Mehr­heit wer­den aber 36 Stim­men ge­braucht. Bösl ver­wies dar­auf, dass Fi­nanz­bür­ger­meis­ter Pe­ter La­mes als So­zi­al­de­mo­krat den Haus­halt fe­der­füh­rend er­ar­bei­tet ha­be. „Es wä­re ein star­kes Stück, wenn die SPD ge­gen den Haus­halt ei­nes Spd-bür­ger­meis­ters stimmt. Da­mit wür­de man ihn de­mon­tie­ren.“

Rot-grün-rot (RGR) hat 34 Stim­men und will rund 72 Mil­lio­nen Eu­ro um­ver­tei­len. Ei­ne Haus­halts­mehr­heit ge­gen Rot-grün-rot sei nur dann mög­lich, wenn CDU, Fdp/freie Bür­ger und Bür­ger­frak­ti­on mit der „rechts­ra­di­ka­len AFD und den Na­zis der NPD pak­tie­ren“wür­den, er­klär­te Lin­ke-frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Jan Don­hau­ser Cdu-frak­ti­ons­vor­sit­zen­der André Scholl­bach. „Wol­len die Frak­tio­nen wirk­lich die ex­tre­me Rech­te zum Züng­lein an der Waa­ge der wich­tigs­ten Ent­schei­dung in Dres­den ma­chen?“

Spd-frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Da­na Froh­wie­ser sprach von ei­nem „Schmie­ren­thea­ter“. Sie kün­dig­te an, die ein­zel­nen Punk­te des Rgr-än­de­rungs­vor­schla­ges zur Ab­stim­mung zu stel­len. „Dann sol­len mir al­le er­klä­ren, wie­so sie das neue Orang-utan-haus ab­leh­nen oder mehr Geld für Sport und Kul­tur.“Grü­ne-frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Tho­mas Lö­ser er­klär­te: „Wir kämp­fen um un­se­re po­li­ti­schen Pro­jek­te und ver­su­chen, so viel wie mög­lich da­von um­zu­set­zen.“

Die Afd-frak­ti­on er­klär­te, sie leh­ne ei­nen Rgr-haus­halt ab. Zum Vor­schlag von CDU, FDP/FB und Bür­ger­frak­ti­on ha­be man sich noch kein ab­schlie­ßen­des Bild ge­macht.

Das bie­tet die Chan­ce, noch die­ses Jahr zu ei­nem Haus­halt zu kom­men

Fo­to: Mar­kus Schrei­ber/ap Fo­to: Mar­kus Schrei­ber/ap

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