Stadt will Stra­ßen­mu­sik lei­ser ma­chen

Die Ver­wal­tung legt ei­ne ge­än­der­te Sat­zung vor

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - VON THO­MAS BAU­MANN-HART­WIG

DRES­DEN. Stra­ßen­mu­si­ker sol­len künf­tig oh­ne Ver­stär­ker und Laut­spre­cher spie­len. Das will die Ver­wal­tung per Sat­zung fest­le­gen. Die Cdu-frak­ti­on be­grüß­te den Vor­schlag.

Erst wa­ren es die ost­eu­ro­päi­schen Mu­si­kan­ten. Mit enor­mer Laut­stär­ke mach­ten sie An­woh­nern und An­lie­gern in der In­nen­stadt das Le­ben zur Höl­le. Der Stadt­rat re­agier­te im Ju­ni 2017 und be­schloss ei­ne Sat­zung zur Stra­ßen­kunst, die die schlimms­ten Aus­wüch­se re­gle­men­tier­te. Jetzt sind es die Ver­stär­ker: Je­der Stra­ßen­mu­si­ker, der et­was auf sich hält, kommt mit ge­wal­ti­gen Laut­spre­chern da­her und be­schallt ei­nen Um­kreis von min­des­tens 200 Me­tern.

Der Pe­ti­ti­ons­aus­schuss des Stadt­rats for­der­te die Ver­wal­tung auf, ei­ne Sat­zungs­än­de­rung zu er­ar­bei­ten. Jetzt hat der Ge­schäfts­be­reich von Bau­bür­ger­meis­ter Raoul Schmidt-la­mon­tain (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) ge­lie­fert. „Es ist zu ver­zeich­nen, dass Be­schwer­den we­gen der mit der Aus­übung von Stra­ßen­mu­sik und akus­tisch wahr­nehm­ba­rer Stra­ßen­kunst ver­bun­de­nen Laut­stär­ke kaum zu­rück­ge­gan­gen sind und in letz­ter Zeit wie­der an­stei­gen. Stra­ßen­mu­sik und Stra­ßen­kunst wird nach wie vor als Be­läs­ti­gung emp­fun­den, wenn man bei­spiels­wei­se bei ge­schlos­se­nen Fens­tern Un­ter­hal­tun­gen nur noch er­schwert füh­ren kann“, heißt es in der Vor­la­ge.

Die Ver­wal­tung schlägt ein Ver­bot der Ver­stär­ker­an­la­gen vor. Es sei aus­rei­chend, wenn die künst­le­ri­sche Dar­bie­tung in­ner­halb der Spiel­be­rei­che wahr­ge­nom­men wer­den kön­ne. Gleich­zei­tig soll auf der Pra­ger Stra­ße der Spiel­be­reich am Pra­ger Car­rée ge­stri­chen wer­den: Die­ser lie­ge in ei­ner Eng­stel­le, in der die Akus­tik durch die Ge­bäu­de er­heb­lich ver­stärkt wer­de. Die Be­läs­ti­gung wer­de auch des­halb be­son­ders stark emp­fun­den, weil im Pra­ger Car­rée über­wie­gend Woh­nun­gen ent­stan­den sind.

Die CDU be­grüß­te die Än­de­rungs­vor­schlä­ge. „Of­fen­bar fin­den vie­le Stra­ßen­mu­si­ker nicht das rech­te Maß oder ver­wech­seln Laut­stär­ke mit Qua­li­tät“, er­klär­te Gott­fried Ecke, kul­tur­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU. „Wir set­zen uns für kul­tur­vol­le und an­spre­chen­de Dar­bie­tun­gen im öf­fent­li­chen Raum ein und wol­len kei­nen lär­min­ten­si­ven Ver­drän­gungs­wett­be­werb auf Kos­ten der An­woh­ner.“

Die Än­de­run­gen sol­len An­fang 2019 in den Aus­schüs­sen dis­ku­tiert und vom Stadt­rat am 11. April be­schlos­sen wer­den.

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