CDU und AFD leh­nen Na­gel als Bei­rä­tin für Ab­schie­be­haft ab

Dresdner Neueste Nachrichten - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND -

DRES­DEN. Mit den Stim­men von CDU und AFD ist am Mitt­woch im Prä­si­di­um des säch­si­schen Land­tags er­neut die Wahl von Ju­lia­ne Na­gel (Lin­ke) in den Bei­rat der Ab­schie­be­haft­an­stalt ver­hin­dert wor­den. Das Gre­mi­um soll die Ar­beit des Ge­fäng­nis­ses über­wa­chen. Au­ßer CDU und AFD, die zu­sam­men auf zwölf Stim­men kom­men, hät­ten zwar al­le an­de­ren Par­tei­en für die Auf­nah­me der Leip­zi­ge­rin vo­tiert – er­reich­ten da­mit aber kei­ne Mehr­heit, sag­te ein Spre­cher der Links­frak­ti­on.

Be­reits am 1. No­vem­ber soll­te Na­gel ge­wählt wer­den, schei­ter­te aber eben­so am Wi­der­stand aus CDU und AFD. Da­bei steht den Lin­ken als zweit­stärks­ter Par­tei ein Platz sat­zungs­ge­mäß so­gar zu. Wer den nun be­set­zen wird, ist of­fen. Die an­de­ren neu­en Bei­rats­mit­glie­der, der De­litz­scher Jörg Kie­se­wet­ter und Ro­nald Poh­le aus Leip­zig (bei­de CDU), wur­den oh­ne Ge­gen­stim­men ge­wählt – auch mit Un­ter­stüt­zung der Op­po­si­ti­on.

Na­gel warf der Uni­on vor, aus rein per­sön­li­chen Grün­den ge­han­delt zu ha­ben. „Mit der Ab­leh­nung mei­ner Per­son für den Bei­rat übt sich die CDU in alt­be­kann­ter Guts­her­ren­ma­nier“, sag­te die Po­li­ti­ke­rin. Nicht et­wa in­halt­li­che Ar­gu­men­te oder der ord­nungs­ge­mä­ße Be­trieb der Ab­schie­be­ein­rich­tung sei der Uni­on wich­tig, „son­dern fa­den­schei­ni­ge Ar­gu­men­te, die un­term Strich nichts sind als Ver­leum­dun­gen“.

In­di­rekt be­stä­tig­te auch die CDU, dass es eher um die Per­son als um die po­li­ti­sche Sa­che ge­he. Die Uni­on ha­be ex­pli­zit ein Pro­blem mit Na­gel, sag­te Frak­ti­ons­pres­se­spre­cher Chris­ti­an Fi­scher am Frei­tag. Mat­thi­as Pup­pe

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